Dienstag, 18. September 2012

Die Bärentatzen

... sind der krönende (?) Abschluß eines Round Robin, den wir in unserer QuilThuer-Gruppe genäht haben. Hier ein Gesamtbild, geschossen im Garten des Schwiegervaters.
 

Beginn war im Mai 2008 und insgesamt waren wir 6 Näherinnen. In unserer kleinen Gruppe wollten wir klassische Blöcke und einen klassischen Round Robin nähen. In der anderen Gruppe wollte man freier arbeiten und sich nicht dem unbedingten Zwang der Runde ergeben.

Als Thema hatte ich "Reise um die Welt gewählt". Und ich fand, daß die Windrose ein passendes Motiv dafür war.
 
Zum Nähen hatte ich mir Papierschablonen ausgedruckt. Aber diese Methode geht einfach nicht in meinen Kopf. Schlußendlich habe ich dann jedes Schablonenteil einzeln mit Nahtzugabe vorgeschnitten und auf den Stoff übertragen. Damit bin ich gut klargekommen und alles paßte wunderbar.
 
Und hier nun Fotos von den weiteren Runden, das heißt eher nur von den einzelnen Motiven.
 

Eine schmale Runde mit versetzt angeordneten Streifen sollte das Mittelteil nicht in den Hintergrund drängen. In der ersten Runde war keine Vorgabe zum Muster gemacht worden.


Die fliegenden Gänse sind dreidimensional gearbeitet. Leider kommt der Effekt nicht rüber.


Als nächste Vorgabe standen Blockhausblöcke an.


Gebogen und geschwungen war die Vorgabe. Die Wirkung der in Positiv/Negativ genähten Formen gefällt mir sehr. Mich erinnert das Motiv an die Pyramiden, was ja prima zu meinem Thema paßt.


Sterne sind überall auf der Welt zu sehen, auch in Frankreich. Das ist ja bekanntlich mein liebstes Urlaubsland ;-)). Vorgegeben waren übrigens Dreiecke.

Im März 2009 bekam ich den Round Robin wieder. Alle hatten toll garbeitet. Bedingt durch die Runden hatte ich natürlich ein quadratisches Top, allerdings von der Größe her nicht Fisch und nicht Fleisch. Also habe ich mich entschlossen, noch einige Runden dranzuhängen, um auf das Maß unseres Doppelbettes zu kommen. Dazu wollte ich typische Muster für verschiedene Regionen der Welt nähen, um meinem Thema treu zu bleiben. Allerdings mußte ich dafür Stoff nachkaufen.
 

Ein halbes Jahr verging, bis ich die nötigen 60 Blöcke für dieses Bordürenmuster genäht hatte, was mich an die griechische Antike erinnert.  Allein das Zuschneiden dauerte ewig und dann alles paßgenau zusammnezunähen, war doch nicht so einfach. Im Nachhhinein ist das Orange etwas zu kräftig im gesamten Quilt, aber es steckte eine Menge Arbeit drin, da blieb es dann so.
 
Nun sollte wieder eine Reihe mit Blau und Gelb gearbeitet werden, um beim sich bislang so ergebenen Farbschema zu bleiben.
 

In einer Zeitschrift hatte ich zum damaligen Zeitpunkt, man schrieb mittlerweile Februar 2010, dieses Muster gesehen und so kam mir die Idee, Berge und Himmel zu nähen. Das Gelb im Vordergrund soll die Sandwüste darstellen und im Hintergrund die Berge, alles überstrahlt von einem blauen Himmel.
 
Im April 2010 war die Reihe beendet. Die nächste Reihe, die dann auch die letzte sein sollte, müßte wieder Braun enthalten, hatte ich mir notiert. Nach einem Probeblock war die Sache entschieden: Es werden Bärentatzen, die für die Weite und Ursprünglichkeit  Nordamerikas stehen sollen. Die Farben waren gewählt, allerdings mußte ich den Hintergrundstoff, der schon bei den "Pyramiden" verwendet worden war, nachbestellen. Doch wie er hieß, wußte ich nicht mehr. Recherchen im Internet bei diversen Shops ergaben nichts. Zum Glück fand ich bei einem Kurs in Wahlsdorf  noch ein Stück von dem gesuchten Stoff.
 
Allerdings wurde es erst Spätherbst, bis ich wieder ans Werk ging.  Das Zuschneiden für 64 Blöcke dauerte und war nicht gerade spannend. Stück für Stück wurden dann die Tatzen genäht. Das hat dann jetzt nur zwei Jahre gedauert.
 

Doch, oh Schreck, der Stoff reicht wiederum nicht. Also Kunstgriff wurden Blöcke mit einem schwarzen Hintergrund genäht und in die Reihe eingebaut. Insgesamt sind 56 Blöcke verbraucht. Einige große und kleine Tazten habe ich noch übrig. Die werden (hoffentlich) zeitnah verarbeitet. Ich werde davon berichten.
 

Bisher habe ich nur eine Randreihe angenäht. Aber angelegt habe ich die längere Seite mit dem Randblock schon - alles paßt ;-)). Sewr violette Sterifen, der in verschiedenen Breiten die einzelnen reihen voneinander trennt, ist ein wenig breiter geworden, damit ich auf das erforderliche Maß komme. Die untere Seitenlänge beträgt übrigens 1,90 m. Das heißt, wenn alle Reihen angenäht sind, komme ich auf ein Maß von 2,20 im Quadrat. Ich bin nun froh, dieses langwierige UFO wenigstens zum fertigen Top gebracht zu haben. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie lange es dauern würde, bis ich alles mit der Hand gequiltet hätte. Deshalb werde ich es wohl zum Longarmquilten geben. Und für die Rückseite könnte ich ein ebenfalls gut abgelagertes Top auch aus dem Jahre  2008 nehmen. Doch das werde ich mir noch einmal überlegen.
 
So, nun ist das Geheimnis um die Bärentatzen gelüftet.
 
Die heute eingetroffene AMC und die Socken werden dann beim nächsten Mal gezeigt. Jetzt muß ich erst einmal Abendessen vorbereiten - gleich kommen meine Mannen  vom Training.
 
Euch wünsche ich einen achönen Abend.
 
Petruschka

Sonntag, 16. September 2012

Auch Kandinsky

... arbeitete wie Klee am Bauhaus und auch seine Kunst galt als entartet, weswegen seine Werke aus den deutschen Museen entfernt wurde. Warum ich darauf komme? Nun, die September-Künstler-AMC für Klaudia war Kandinsky gewidmet.

 
Auf dieser AMC habe ich Kandinskys bevorzugte Motive vereinigt: die Farben Schwarz und Weiß, den Kreis, das Dreieck und die freie Linie. Kandinsky versammelte bisweilen eben diese Motive auf seinen Gemälden, wie zum Beispiel "Fünfzehn" oder "Dreißig". Die Motive sind mit der Hand genäht und appliziert. Die weiße Linie ist mit der Maschine gequiltet.
 
Auch hier habe ich Literatur aus der Bibliothek geholt und nach intensiver Lektüre  eine Skizze der zukünftigen AMC angefertigt.

Zu Beginn hatte ich noch vor, alles unter einen weißen Hintergrund in Reversapplikation zu bringen. Daher die Idee, in Schwarz zu quilten.


Zum Ausmalen habe ich mir wiederholt die Buntstifte der Tochter ausgeliehen. Gegen die Idee der Reversapplikation sprach dann die komplexe Form der zuhängenden Dreiecke und des Kreises. Und Schwarz als Untergrund sieht immer dramatisch aus. Aber da ja Kandinsky sowohl Schwarz als auch Weiß als Hauptelemente benutzte, ist es so oder so gut.
Wassily Kandinsky ist einer der faszinierendsten Künstler, deren Werke ich bislang in einer Ausstellung bewundern konnte. Er wird 1866 in Moskau geboren,wo er studiert   Jura und Volkswirtschaft studiert. Nach einer Ausstellung der Impressionisten in Moskau, wo er fasziniert ist von Monets "Heuschober", entschließt er sich 1895, in München Kunst zu studieren. Kandinsky wird Mitglied der "Blauen Vier" und ist Mitbegründer der "Blauen Reiter". In seiner Eigenschaft als Kunsttheoretiker befreite er Farben und Formen vom Gegenständlichen und machte diese Entwicklung auch in seinen Werken deutlich. So arbeitete er am Bauhaus in Weimar und später in Dessau  in den Malklassen. Er war russischer, deutscher und französischer Staatsbürger. 1944 stirbt er in Paris an einem Schlaganfall (Quelle: Rapelli, Paola:Wassily Kandinsky, Köln, 1999).
2008 war eine große Ausstellung in München seinem Schaffen  gewidmet. Es war sehr interessant zu sehen, wie sich seine Themen und auch Formate änderten. Um ehrlich zu sein, gefielen mir die bildhaften Darstellungen seiner russischen Heimat am besten. Auch die Darstellungen von geometrischen Elementen fand ich spannend. Aber mit so ganz abstrakten Formen kann ich nichts anfangen.
 
Gestern kam dann auch die AMC von Klaudia. Doch da der Mann mit dem Tochterkind wieder einmal in Sachen Karate unterwegs war, wo er die Knipse mithatte, konnte ich sie erst heute fotografieren. Klaudia hat den Herbst eingefangen.
 

Sind sie nicht süß, die Fliegenpilze. Und der liebvoll gestickte Baum, der super passende Stoff; eine tolle AMC. Und so gefällt mir der bevorstehende Herbst auch. Schön sonnig wie heute, mit Temperaturen um die 20 Grad - so kann es gern noch eine Weile bleiben.

Schon vor einigen Tagen schickte ich die AMC für den Monatstausch im PQF auf den Weg.


Auf dem täglichen Weg zur Arbeit kam ich im Nachbarort an einem Vorgarten vorbei, in dem Stockrosen wuchsen. Diese Pracht brachte mich auf die Idee, sie auf eine AMC zu bannen. Alles ist mit der Hand gestickt. Für das Blattgrün verwendete ich einerseits den Federstich und andererseits den Margeritenstich. Die Blüten sind mit unzähligen Knötchenstichen in rosa und weiß gearbeitet.
 
Stockrosen habe ich nicht, aber wunderschöne Dahlienbilder. Hier nur eine kleine Auswahl.
 


 



Die Dahlien stehen im Garten meines Schwiegervaters, wo wir ihn heute Nachmittag besucht haben.


Er ist Mitglied in der Deutschen Dahliengesellschaft und hatte jahrelang um die 200 Dahlien im Garten gepflanzt. Jetzt sind es vielleicht noch 100, also immer noch eine riesige Anzahl. Er kennt sie alle beim Namen. In der Kürze der Zeit habe ich sie mir nicht notiert. Wir bekommen oft Ableger und haben dann auch so  schöne Dahlien.
 
Wie Ihr seht, machte der heutige sonnige Tag seinem Namen Ehre. Leider wird es jetzt schon ziemlich schnell dunkel. Ich hoffe, Ihr hattet einen schönen Tag und wünsche Euch einen schönen Start in die neue Woche.
 
Petruschka

Donnerstag, 13. September 2012

Vor dem Posten

... wollte ich noch unbedingt die Künstler-AMC für Klaudia beenden. Nun ist es geschafft und sie kann morgen in den Briefkasten.
 
Diese beiden Täschchen  hatte ich im letzten Post gezeigt und geschrieben, daß ich sie nach einer Videoanleitung genäht habe. Danke für die lieben Worte dazu. Viele haben nach dem Link gefragt. Hier ist er.
 
 
 
Sie sind jedoch nicht das Einzige, was in den letzten Tagen entstanden ist. Jede Menge Bärentatzen habe ich genäht bzw. beendet.
 

Gut, diese 62 Tatzen waren schon fertig. Allerdings waren sie für das Projekt noch zu klein. Also vergrößerte ich sie durch das Annähen von Dreiecken. Nun muß ich sie alle noch auf ein Maß von 17 cm x 17 cm bringen. (Ich kann mir nicht Schöneres vorstellen ;-( .)


Doch dann mußte ich feststellen, daß der goldgesprenkelte Stoff nicht für alle Tatzen reichen würde etwas eintönig aussehen würde bei einer Seite von knapp 2 Metern. Also habe ich noch einige schwarze Tatzen genäht.
 

Ich finde, das ergibt einen tollen Effekt. Und dann sind ja noch die Eckblöcke.


Jedenfalls sind es jetzt insgesamt 56 Blöcke. Wozu ich die brauche? Das erzähle ich ein anderes Mal.

Schon in der vergangenen Woche hatte eine QuiltThuer-Nähschwester Geburtstag. Und da es ein runder war, wünschte sie sich einen Crazy-Block in Herbstfarben. Es ist ein Quadrat mit einer Seitenlänge von 31,5 cm.


Zu jedem Geburtstag gibt es in diesem Jahr einen Becherteppich. Auch den habe ich in Herbstfarben gearbeitet. Dazu habe ich auch die Stoffe des Crazy-Blockes verwendet.


Und damit noch nicht genug. Als Zugabe habe ich noch eine AMC genäht, natürlich in Herbstfarben.


Die AMC  ist das Ergebnis eines Probestückes, das ich  im Rahmen unserer QuilThuer-Treffen zum Thema Maschinensticken angefertigt hatte. Die Blätterumrisse waren schon auf der bemalten Seide und gaben so das Maß vor. Die Blätter sind komplett mit der Maschine bestickt und mit ein wenig Vlies unterfüttert, wodurch sie sich ein wenig abheben. Gequiltet habe ich dann Blätterumrisse.
 
Abends dann sticke oder/und ich. Im vergangenen Jahr gab es reizende Vorlagen für einen kleinen Weihnachtsquilt. Doch da war ich mit den Schneeherzen beschäftigt. Aber da ja Weihnachtenjedes jahr ist, bin ich nicht zu spät ;-).
 
 
Ist er nicht knuffig? Im Gegensatz zum Original verzichte ich auf die Schrift, er wird auch so groß genug für den Platz, wo er hängen soll.

Das soll's für heute gewesen sein. Ich denke, es gab genug zu sehen. Bleibt schön kreativ!

Petruschka

Montag, 10. September 2012

Und, was hast Du so

... genäht ? So die Frage während eines Telefonates. So einige Sachen, denn am Sonnabend waren mein Mann und das Tochterkind mal wieder in Sachen Karate unterwegs. Nach dem Einkauf und der Ernte im Garten war ich dann frei, das zu tun, wonach mir der Sinn stand. Zuallererst mußte eine Geburtstagsüberraschung her (auch wenn das Kind zum wiederholten Male wegen ihres Sports nicht zur Feier gehen konnte). Wie bei den anderen Mädels sollte es auch hier ein Notizbuch mit Einband sein. Wie die anderen macht auch dieses Geburtstagskind in der Mode-AG mit. Und da hatte ich im Vorfeld schon eine kleine Stickerei gearbeitet.
 

Das Motiv stammt aus dem Sonderheft 18/2012 der Lena, die sich ausgiebig dem Thema Country Sticken widmet. Ich habe es mit rotem Verlaufsgarn gestickt.
Wie bei den anderen auch habe ich den Namen mit Vliesofix appliziert. Dieses Mal aber mit offenen Kanten. Die Umrisse habe ich freihand gequiltet.


Das Geschenk wurde komplettiert durch eine kleine Milkatsche und einen Stift, auf daß die Notizen auch gleich festgehalten werden können. Es kam jedenfalls gut an. Nun hat noch eines der Mädchenclique Geburtstag, allerdings erst im Dezember ;-).
 
Desweiteren habe ich  noch zwei Täschchen genäht. Im Netz habe ich einen Hinweis auf ein Video bei Youtube gesehen, wo gezeigt wird, wie man diese näht, ohne daß der Reißverschluß so eingezogen wird (wie es z.B. bei den Tildatäschchen der Fall ist). Das wollte ich mal probieren. Und da ich ja Zeit hatte...
 

Das Vorbereiten und Nähen ist nicht viel aufwendiger als bei den anderen Täschchen. Der Stoff legt sich schön um den Reißverschluß, das sieht einfach schöner aus. Ich denke, ich werde künftig alle meine Täschchen nach dieser Methode nähen. Bei beiden habe ich jeweils Innentaschen eingearbeitet. So sind sie noch funktionaler.
 

Den Schmetterlingsstoff hatte ich vor längerer Zeit gewonnen. Schon zur damaligen Zeit war für mich klar, daß daraus Täschchen genäht werden. Da brauchts auch keinen anderen Schnickschnack.

 
Von diesem Stoff hatte ich ein Fatquarter gekauft. Was es werden sollte, war zu dem Zeitpunkt nicht klar. Nun ist es ein Täschchen geworden und es gefällt mir gut, so wie es ist.

Genäht habe ich dann mit Unterbrechungen für die Mahlzeiten, den Mittagsschlaf, die Wäsche und die Zubereitung eines Kartoffelsalates bis gegen 23.30 Uhr. Und kurz nachdem ich die Wendeöffnungen geschlossen hatte, kamen meine Mannen zurück aus Hanau. Die Tochter müde und k.O. vom Kämpfen und der Mann angespannt von der Fahrt.
 
Gestern war dann das große Ausruhen angesagt, oder neudeutsch wie es die Tochter formuliert: Chillen. Wir haben das wahrscheinlich letzte Mal gegrillt und uns einfach in den Schatten des riesigen Kirschbaumes gesetzt. Ich habe an meiner Socke weitergestrickt und war dann schneller an der Bandspitze angekommen, als gedacht, sodaß ich wieder Reihen aufribbeln mußte :-(. Abends ist die Socke noch fetrig geworden. Ich werde allerdings nur das fertige Paar zeigen. Zwischendurch habe ich noch ein wenig Ordnung gemacht bei meinen Patchworkzeitschriften und -büchern, Anleitungen und Vorlagen einsortiert.
 
Vielen Dank für die Genesungswünsche. Nun ist die offizielle Diagnose da: Keuchhusten. (?) Also weiter Krankenstand und ein Antibiotikum. Wenigstens herrscht jetzt Klarheit. Wo und wie ich mich angesteckt haben könnte - unklar. Also pflege ich mich weiterhin ;-)).
 
Und nun noch ein herzliches Willkommen für Gitta, die schon seit längerer Zeit regelmäßig kommentiert, aber noch nicht als Leserin eingetragen war. Das hat sie nun nachgeholt.
 
Genießt das  schöne Wetter und bleibt gesund.
 
Petruschka

Freitag, 7. September 2012

Die Farbe Lila

... war 2008 der Titel einer Wettbewerbsausschreibung. Ich hatte gerade meinen Klimt-Quilt, der in Wien und Innsbruck gezeigt worden war, wiederbekommen. Da hatte ich große Lust, mitzumachen. Eine Idee war schon da; es sollte etwas Abstraktes sein. In der Patchwork-Ideen 1/2000 fand ich eine Anregung zur Verschnitttechnik von Christa Rolf. Und da ich zur damaligen Zeit  nicht im Entfernstesten an eine Dokumentation dachte, kann ich das Ganze nur beschreiben. Doch hier erst einmal der fertige Quilt. Er ist etwa 90 cm x 110 cm groß.
 

Das war totales Neuland für mich, hatte ich bis dahin und auch später eher traditionnell garbeitet. Im Vorfeld hatte ich verschieden große Stoffstücke violett eingefärbt und mit Färbezeiten und Konzentrationen experimentiert. Außerdem habe ich auch kommerzielle Stoffe verwendet. Aus dem schon mehrfach erwähnten Abo habe ich ebenfalls Quadrate eingearbeitet.
Zuerst wurden 10 cm Quadrate in weiß, violett und gelb an die Designwand gesteckt. Die Verteilung war von stark violett unter rechts bis weiß oben links. Zwischendurch kamen ein paar gelbe Quadrate als Kontrapunkte. Nach dem Zusammennähen wurde das Top in unterschiedlich breite Streifen geschnitten, jeweils parallel zur Außenkante der Quadrate. Die entstandenen Streifen wurden gegeneinander verschoben, untereinander ausgetauscht oder auch gedreht.
Nach dem erneuten Zusammennähen wurde zum zweiten Mal geschnitten. Dieses Mal liefen die Schnittlinien quer zur ersten Schnittrichtung. Wieder wurde verschoben, gedreht und getauscht. Damit wurde auch die endgültige Kompsition festgelegt. Die Außenbereiche wurden aufgefüllt und eine Abschlußkante gearbeitet.
 

 
Dabei bin ich dem Vorschlag aus dem Heft gefolgt und habe unsymmetrisch gearbeitet. Diese offene Form paßte einfach besser.
Durch das zweimalige Schneiden waren an manchen Stellen die Nahtzugaben ganz schön dick geworden bzw. lagen die Nähte ziemlich nah beieinander, sodaß Handquilten ganz schön schwer gewesen wäre. Deshalb hatte ich mich für eine Kombination aus Hand- und Maschinenquilten entschieden. In den Innenbereichen kam die Maschine in Einsatz, in den Außenbereichen quiltete ich mit der Hand. Als Muster wählte ich Kreise, die einen weiteren Kontrast zu der Strenge der Vierecke darstellen sollten. Die hellen Bereiche wurden mit violettem und die dunklen Bereiche mit weißem Garn gequiltet. Warum das ein Fehler war, lest Ihr unten (oder seht es schon auf den Fotos). 
 

 
Das ist der Bereich der oberen Mitte.
 
 
 
Das ist der Bereich der linken äußeren Seite.
 
 
 

Und das sind Fotos vom rechten Bereich, von oben angefangen.
 
Hier kann man auch gut sehen, daß meine mit weißem Buntstift aufgebrachten Quiltlinien deutlich zu sehen sind. Sie sind der Grund, warum ich den Quilt nicht zur Ausstellung eingereicht habe. Außerdem waren einige Kreise nicht ganz rund. Vielleicht war ich da auch zu pingelig. Nun hängt er im Gästezimmer. Für mich war es eine spannende Erfahrung, so frei zu arbeiten und nicht auf jede Naht aufzupassen wie ein Schießhund, daß auch alles sitzt und paßt. Auch das Färben hat mir Spaß gemacht.
 
Doch nicht nur Altes will ich Euch heute zeigen. Neben einigen geheimen Sachen, die schon unterwegs sind, habe ich für meinen Bruder, der mir mit Literatur aushalf, ein Paar Topflappen genäht.
 
Sie sind eine wenig größer als üblich, aber er hat ja auch größere Hände ;-).
 
Außerdem habe ich ein weiteres Paar Socken geplant und den ersten Socken auch schon begonnen. Die kritische Phase der Ferse habe ich geschafft. Dieses Mal habe ich eine Bumerangferse gearbeitet.
 

Dafür habe ich sage und schreibe 3 (in Worten: drei) Mal angefangen, weil mir zwischendurch immer mal eine Doppelmasche aufging und ich nicht wußte, wie ich den Faden zurückhole, ohne daß ein Loch bleibt. Doch nun habe ich das Prinzip verinnerlicht und diese Arbeitsweise gefällt mir besser als die mit Käppchen. Ob es allerdings richtig richtig ist, weiß ich nicht. Vielleicht sieht ja ein Experte einen Fehler? Die Wolle gefällt mir farblich sehr gut und der Farbverlauf ist super. Hier habe ich sie gekauft. Heute Abend, beim Krimigucken werde ich wohl nach/neben dem Sticken einige Reihen stricken. Ich habe kein Muster eingearbeitet, denn das ginge bei dem Farbverlauf nur unter.
 
Die erste Schulwoche ging übrigens ohne meine Beteiligung vorbei. Ich bin immer noch stimmlos  und der Husten ist auch noch da. Allerdings tut mir nichts weh. Das ist auch der Grund, warum ich zur Abklärung der Hustenattacken und der Stimm- und damit Sprachlosigkeit erst für Mitte November  !!!  einen Termin beim Pulmologen bekommen habe. Ja, wenn ich Schmerzen hätte... Für Montag bin erst mal wieder mit dem Hausarzt verabredet.
 
Also, bleibt lieber gesund ;-)). Einen schönen Start ins Wochenende wünscht Euch
 
Petruschka

Sonntag, 2. September 2012

Spielerisch haben wir

... QuilThuerer gestern unsere monatliche Nähzeit verbracht. Wir haben Teile für ein Memory genäht. Sie sollen dem Kindergarten des Erfurter Stadtteils, in dem das Bürgerhaus steht, wo wir Unterkunft finden,  übergeben werden. Dadurch sparen wir zwei Monatsmieten. Wir haben schon Taschen, Kissen und kleine Decken genäht. Unter dem Label QuilThuer findet Ihr mehr. Und so sehen die Teile aus, die ich genäht habe.


Die Teile sind quadratisch und haben eine Seitenlänge von 15 cm. Die Rötkäppchenmotive stammen von einem Paneel, das ich vor längerer Zeit gekauft habe. Da mußte ich allerdings noch einen kleinen Rahmen ergänzen.

Natürlich haben wir zu Hause natürlich gespielt ;-)). Das Tochterkind hat es probiert und leider nicht gleich auf Anhieb geschafft.




 

Das erinnert mich mal wieder an meinen Mathematikunterricht, wo man es auszurechnen galt, wie oft man höchstens ziehen muß, bis man alle Paare gefunden hatte. In den Aufgaben war dann immer von schwarzen und weißen Murmeln, wahlweise schwarzen und weißen Socken, die Rede. Wie gut, daß ich das nicht mehr machen muß ;-)).
Die Teile sind verstürzt und in der hinteren Mitte durch eine offene Naht dann gewendet. Das Zunähen mußte ich dann zu Hause erledigen. Da einige fehlten, wollen wir das nächste Mal noch einige Teile nähen, um noch eine zweite Gruppe zu überraschen. Und dann habe ich hoffentlich auch die Knipse mit. Denn zu Beginn unserer Zusammenkunft haben wir unsere fertigen Arbeiten gezeigt und da hatten doch schon einige ihren Artquilt vom Juli fertig. Da gab es ganz tolle Sachen zu sehen und ich habe mir einige Ideen mitgenommen.
 
Ganz untätig war ich ja auch in der letzten Ferienwoche nicht. Neben den Vorbereitungstagen habe ich zum Beispiel noch einen kleinen Becherteppich genäht.
 
 
Er geht an eine Kollegin, die nächste Woche Geburtstag hat. Dazu noch ein kleines Päckchen Kaffee und schon kann er benutzt werden. Ich habe dafür schon fertige Teile eines früheren projektes verwendet und einfach die Viererstücke zusammengesetzt. dadurch bleiben nicht viele Variationsmöglichkeiten offen ( siehe meine Bemerkungen oben ;-).
 
Auch die zweite Socke ist nun fertig und könnte angezogen werden, aber dafür ist es heute bei uns zu warm. Und hier nun beide Socken an den Füßen der Trägerin und Strickerin. Ich könnte mich glatt selbst loben dafür, daß ich den Farbverlauf fast exakt hinbekommen habe.
 

Zusammen wiegen die beiden gerade mal 64 Gramm. Und da ich ja 200 Gramm gekauft habe, kann ich da noch 2 Paar von stricken. Da könnt ich glatt tanzen zu.

 
 

Das habe ich auch schon irgendwo animiert gesehn. Aber dafür reichen meine bescheidenen Programme und Kenntnisse nicht aus ;-)).
 
Und damit habe ich mich auch noch in der vergangenen Woche beschäftigt.
 
 
 
 
Morgen Früh begrüßen wir die neuen Schüler. Es ist jedes Mal spannend, sind wir doch nicht minder neugierig und gespannt wie sie. Also, meine Tasche ist gepackt, es kann losgehen.
 
Nun werde ich mir noch eine Tasse Kaffee kochen und dann bei einigen von euch noch vorbeischauen, um zu sehen, was es so Neues gibt. Kommt gut in die neue Woche.
 
Da habe ich glatt vergessen, meine neuen Leserinnen zu begrüßen. Asche auf meine Haupt. Also, damit sei das nachgeholt. Heike und Gaby, seid herzlich willkommen.
 
Petruschka