Sonntag, 17. Februar 2013

Nur ein Zimmer weiter

... bin ich in den letzten beiden Tagen gezogen. Die Idee reifte langsam heran und nun war der Zeitpunkt gekommen. Ich ziehe mit meinen Schul- und den Nähsachen in das vormalige "Gästezimmer", wie wir das Kinderzimmer des großen Tochterkindes nennen. Da sie ja studiert und ein großes Zimmer in einem Studentenwohnheim hat, ist sie sehr selten da. Also wurde der Tausch beschlossen und kurzerhand durchgeführt. Mein neues Arbeitszimmer ist quadratischer und bietet ca. 1,5 m² mehr. Noch stehen nur die Regale mit den Schulsachen und zwei Schränke mit Nähsachen. Der Nähtisch ist noch völlig nackt, denn es müssen noch Kabel gezogen werden, Regale angebracht, ein weiterer Schrank aufgestellt und mehrere Kisten mit Kleinkram ausgepackt werden. Und da ich nähtechnisch also gehandicapt bin,  habe ich mit einer Boshi für das Tochterkind begonnen.
 
Nach den vielen Vorzeugnisaktivitäten hatte ich auch mal ein wenig Zeit zum Kreativsein. Ab September hatten wir zwei Praktikantinnen, die ein halbes Jahr Erfahrungen im Schulbetrieb sammeln sollten. Eine der beiden studiert Lehramt für Französisch und Kunst. Ach, was habe ich mich da an meine ersten Lehrversuche erinnert. Die viele Schreiberei: jede Minute, jede Anweisung, jeder Satz, jedes Wort an der Tafel durchgeplant. Und dann immer die strenge Auswertung. Einige Gewohnheiten habe ich mir beibehalten. So skizziere ich mir oft die Tafelbilder und auf jeden Fall schreibe ich mir auf, an welche Tafel ich was schreibe (ich schreibe sehr oft und viel an die Tafel). Die Studentin jedenfalls hat ihre Sache prima gemacht. Mit unseren erwachsenen Schülern ist ja so weit nicht auseinander - trotzdem wurde sie respektiert. Am vergangenen Donnerstag nun war sie das letzte Mal bei uns und so gab es im Französischunterricht ein kleines Abschiedsessen, natürlich mit selbsgemachten Crêpes. Am 2.Februar war ja Lichtmeß - Chandeleur - und so boten sich Crêpes an, die man an diesem in Frankreich Tag backt. Wir haben in der Schule eine kleine Cafeteria - die Cafete - die von den Schülern eigenständig betrieben wird. Und so durften wir die Küche benutzen. Jeder hatte etwas mitgebracht und es waren verschiedene Eierkuchen, wie sie bei uns heißen, zu verkosten. Ganz lecker war die selbstgemachte sauce au caramel - ein Gedicht. Ich nun  hatte für die Studentin wieder einmal eine Notizbuchhülle inklusive Notizbuch angefertigt. Natürlich nicht, ohne den Bezug zu beiden Fächern herzustellen. Und so fing es an:
 



Ein hübscher s/w Stoff mit französischen, englischen und italienischen Aufschriften und s/w Streifen. Klar, ich wollte wieder flechten. Das Flechtwerk sollte dann in die Vorderseite integriert werden.


Diese Mal habe ich die schwarzen Streifen mit einem Vlies hinterbügelt und alle auf ein Stück Styropor aufgesteckt. Nach den schwarzen kamen die gemusterten und zum Schluß die weißen Streifen. Nach der schon mehrfach erwähnten Anleitung aus den älteren Heften der "Patchworkideen" wurden die Streifen miteinander verflochten. Und so sahen sie am Ende aus :
 

Geflochtene Babyblocks, die ein wenig an Vasarely erinnern. Zurechtgeschnitten kamen rechts und links noch Stoffstücke des s/w Stoffes dran.


Und am Ende war wieder eine kleine Notizbuchhülle entstanden.


Und sozusagen als kleinen Gag legte ich ein Milkatäschchen dazu, in das ich Traubenzucker und eine kleine Schokolade gesteckt hatte.


Wie die kleinen Aufmerksamkeiten angekommen sind, konnte ich noch nicht hören, da wir nach der Stunde verschiedene Stunden hatten. Aber die Studentin kommt zum Tag der "Offenen Tür" am 16.März und da werde ich mal nachfragen.

Nachdem ich Euch anfangs zugetextet habe, hoffe ich, daß die Fotos Gefallen gefunden haben. Ich habe gleich ein paar Streifen mehr geschnitten, da ich mir auch einen geflochtenen Umschlag herstellen will. Mal schauen, wann ich dazu komme ;-).
 
Im Moment ärgern wir uns wieder mit einer nicht funktionierenden Internetleitung rum. Wir überlegen  uns ernsthaft, den Provider zu wechseln. Denn es ist mehr als nervig, alle drei Tage von außerhalb, weil ja unsere Leitung nicht funktioniert, wiederholt beim jetzigen Provider anzurufen, um das Problem zu melden und dann als Krönung zu hören, daß sie ja eine Mail geschickt hätten, um sich nach bestimmten Daten zu erkundigen. Ja super auch! Zum Glück habe ich einen Internetstick. Allerdings ist das auch nicht immer die wahre Freude.
 
Aber wie es auch sei. Morgen wartet eine weitere Runde Umräumen auf mich. Desweiteren habe ich einen Termin in der Bibliothek der Bauhaus-Uni und was ich dann so noch schaffen sollte - schauen wir mal.
 
Euch allen da draußen wünsche ich einen schönen Wochenbeginn.
 
Petruschka

Kommentare:

  1. Die Buchhülle mit dem Meshwork ist wunderschön! Und auch das kleine Täschchen gefällt mir gut!
    Ich drücke die Daumen, dass Dein Nähzimmer bald fertig ist und freue mich mit Dir üben den dazu gewonnenen Platz.
    LG Grit

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Petra,

    supeschön sind beide Geschenke geworden!!
    Das Milka-Täschli finde ich echt interessant......muß ich doch mal wieder Schokolade essen und die Verpackung wiederverwerten..........
    Schön, daß du bald für Hobby und Beruf eine größere Arbeitsfläche zur Verfügung hast......mehr Platz ist "Gold wert".
    Liebe Grüße
    Angi

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Petra, Deine Buchhülle sieht wunderschön aus und die Studentin wird sich über beide Geschenke sehr gefreut haben. Ist es doch eine schöne Erinnerung an eine wichtige Zeit. Ich drücke Euch die Daumen, dass Eure Internetprobleme bald behoben sind. Bei uns war es auch nicht der Router, sondern ein defekter Port, aber das ist nun zum Glück behoben.
    Liebe Grüße Viola

    AntwortenLöschen
  4. Mir gefallen Deine Flechtmuster sehr gut. ich hab auch schon mal dabei zugeschaut, aber so ganz verstanden hab ich das damals nicht.
    Ich wünsch Dir viel Spaß mit dem Einrichten des neuen Zimmers!
    LG
    KATRIN W.

    AntwortenLöschen
  5. Langweilig ist´s bei Dir nie. (Hast Du Deine Post schon in die Schweiz geschickt?)

    Toll ist Dein Geschenk für die angehende Lehrerin. Da steckt viel Arbeit drin und das wird sie bestimmt sehen und zu schätzen wissen. Sie wird was Tolles dadurch mit in ihre Heimat nehmen.

    Nana

    AntwortenLöschen
  6. Hallo Petra,

    das tolle Flechtmuster hast du super zu einer Buchhülle verarbeitet...und die Beschenkte, wird eine tolle Erinnerung an ihre Praktikunszeit haben.Die Farbwahl in Schwarz-Weiss ist total klasse!
    Ich wünsche dir auch viel Spass , beim Einrichten deines neuen Nähzimmers...

    Liebe Grüße
    und einen schönen Wochenstart, wünscht dir
    Klaudia

    AntwortenLöschen
  7. So eine schöne Notizbuchhülle!!! Die angehende Lehrerin wird sich bestimmt gefreut haben und kann darin ja auch gleich die Erinnerungen an das Praktikum einschreiben .... Einfach Klasse.
    Liebe Grüße von mir

    AntwortenLöschen
  8. Liebe Petra,
    dieses Flechtmuster ist der Hit, das machst du meisterlich. Und dann noch das witzige Täschchen, was für eine nette Idee! GlG, Martina

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Petra,
    ich habe dein Blogpost sehr gerne gelesen.
    Toll etwas aus deinem Schulalltag zu erfahren, die Notizbücher sind super schön geworden, großartige Geschenke!
    Ich wünsche dir viele schöne Stunden in deinem neuen Zimmer,
    1,5 m² mehr könnte ich auch gut gebrauchen ☺
    Bezüglich des Internets, bloß nicht die Hoffnung aufgeben, sogar bei uns soll es bald schneller gehen, ich bin gespannt ;-)
    Liebe Grüße
    Bente

    AntwortenLöschen
  10. Liebe Petra,
    sehr interessant von der Farbgebung, Dein Flechtmuster.
    Meistens bekomme ich von einer Nähfreundin Felchtmuster-Stücke geschenkt und verarbeite sie dann zu Bucheinbänden. Viel Freude in und mit Deinem neuen Atelier!
    Liebe Grüße
    Sigrid

    AntwortenLöschen
  11. Liebe Petra,
    ich freue mich mit dir, dass du in deinem neuen Zimmer bist, vielleicht zeigst du uns ja auch mal Fotos davon?
    Dein Flechtmuster gefällt mir gut, übrigens könnte ich auch mal eine Runde Umräumen ;-)
    Liebe Grüße an dich, deine Jutta

    AntwortenLöschen