Freitag, 26. April 2013

A nous deux, Lille

... Heute kommt mein Post ein wenig französisch daher ;-)). Habe ich Euch jemals gesagt, daß ich soooo gerne französisch spreche, und höre, und lese, und singe. Ich wollte es nur mal in Erinnerung gebracht haben und so elegant überleiten auf meinen jetzigen Aufenthaltsort, nämlich die nordfranzösische Stadt Lille- Hauptstadt der Region Nord-Pas-de-Calais.
 
Die Oper von Lille
 
 Gestern Abend kurz nach 20 Uhr startete ein vollbesetzter Reisebus von Weimar in Richtung Frankreich. Irgendwie muß sich das Reisebüro bei der Planung mächtig vertan haben, denn wir waren schon 4.50 Uhr da. Wir, das sind 43 Schüler zweier siebenten Klassen (in einer davon lernt meine Jüngste), deren französische Französischlehrer und ich. Meine Tochter war und ist ganz zwiegespalten bei dem Gedanken, die Mutter dabei zu haben. Aber immerhin bin ich ja finanzkräftiger als sie ;-). Vielleicht fällt ja etwas ab für sie.
 
Die ehemalige Börse von Lille
 
Nun waren wir also schon kurz vor 5 Uhr da. Zum Glück konnten wir in die Jugendherberge, allerdings nur in einen kleinen Aufenthaltsraum und auch nur bis 7 Uhr. Und so ging es dann gegen 7 Uhr in die Stadt, wo in enger Zeitfolge individuelles Früstück, eine Stadtralley, eine kurze Aufwärmpause in einer Art Mediamarkt, der Fußmarsch zum Zoo, der Besuch dessen, der Rückweg in die Stadt, Mittagessen und zwei Stunden Freizeit standen.
 
 
Kurz vor 15 Uhr durften wir dann in die Zimmer. Da ich ja nur begleitendes Elternteil bin, habe ich mit organisatorischen Dingen nichts zu tun. Seitdem wurden Zimmer eingerichtet, die im Übrigen sehr spartanisch sind, individuell eingekauft und gegessen und andere lustige Dinge wie Jungen schminken und diese als Mädchen anziehen gemacht. Es sind eben 12- und 13jährige.
 
Morgen geht es nach Dunkerque. Dort werden wir das Hafenmuseum besuchen und den Belfried besteigen. Lille hat übrigens auch eine sehr bekannten. Den werde ich bestimmt auch noch ablichten. Allerdings war das Wetter heute alles andere als schön. Immer wieder regenete es und es waren gute 10 Grad kälter als gestern,also um die 9 Grad.  
 
Und wenn man es nicht besser wüßte, könnte man folgenden Straßenschmuck ernst nehmen.
 

Für diejenigen, die nicht des Französischen mächtig sind : das (unbeleuchtete) Band bedeutet im Deutschen Weihnachtsmarkt.

Trotzdem sahen wir die Zeichen des Frühlings, nämlich im Zoo. Ein wunderschön blühendes Beet zog meine Aufmerksamkeit auf sich.


Handarbeitstechnisch mußte ich auch in den vergangenen Tagen kleinere Brötchen backen. Da wir erst am 1.Mai wiederkommen, mußte ich den Aprilblock für die Hasenbach-Challenge nähen. Und im letzten Moment ist auch die AMC für das PQF fertig geworden, allerdings habe ich das Kunststück fertggebracht, die Karte bzw. den Brief mit nach Frankreich zu nehmen. Briefmarken hatte ich, da von vergangenen Aufenthalten übrig, mitgenommen. Nun darf in die französische Post nach Deutschland befördern.

So langsam werden meine Augen schwer. Wie Ihr Euch sicher vorstellen könnt, kann man erstens in einem Reisebus nicht wirklich gut schlafen und zweitens mit einer Horde Siebtklässler noch weniger. Und so bin ich doch schon ein wenig müde. Die lieben "Kleinen" übrigens eher nicht. Lange ist es her- ich glaube 23 Jahre-, daß ich mit dieser Altersklasse auf Tour ging.
 
Also dann erst einmal: Gute Nacht. Zum Lesen der Blogs werde ich doch morgen mal ein wenig Zeit finden. Bin  schon gespannt, was sich so in den letzten Tagen getan hat.
 
Petruschka

Donnerstag, 18. April 2013

D wie Dora, Dänemark oder Dahlie

... waren erste Überlegungen zum Monatsmotto D wie... im Tausch mit Klaudia. Da sind auch  noch D wie Daina, was ein lettisches Volkslied ist oder die Darabukka, was eine arabische Trommel darstellt. Interessant fand ich D wie Dadaismus - aber mir fehlten die Möglichkeiten, die Ideen dazu umzusetzen. Noch ein paar Anregungen wären Didgeridoo, ein fantastisches Blasinstrument der australischen Ureinwohner; Diseur oder Dideuse, Wörter aus dem Französischen, die ich bisher nie verwendete und einen/eine Vortragskünstler/in insbesondere im Kabarett bezeichnen bzw. Druide, was mir auch gut gefallen hätte, denke ich da doch an den Druiden bei Asterix und Obelix. Wieder so viele Eingebungen, aber die eine zu finden, ist schwerer, als ich es mir dachte. Aber egal, die Karten sind getauscht und die D wie ... will ich Euch nicht vorenthalten.

Am Ende machte ein altes Kinderspiel das Rennen. Ich selbst verwende das Prinzip im Unterricht, um verschiedene Wendungen spielerisch üben zu lassen. Dann und wann spielen wir - Domino.


Die Spielfelder sind aus Evolon. Den Umriss habe ich mit Hilfe von Vliesofix auf den grünen Stoff aufgebügelt. Die Felder sind mit schwarzem Garn dünner und dicker genäht und die Grenzfelder zusätzlich mit schwarzem Stift hervorgehoben. In die Felder habe ich je zwei passende Knöpfe aufgenäht - meine Knopfkiste bot reichlich Auswahl.
 
Klaudia brauchte auch ein wenig Starthilfe und hat sich letztendlich für D wie Dose entschieden. Und das ist ihr dazu eingefallen.
 

Ich mußte schon schmunzeln, denn ich bin bekennende Dosen-, Boxen- und Kartonsammlerin. Und ist es nicht lieb, daß sie eine Dose in meiner Lieblingsfarbe gebastelt hat? In die Dose kann ich all meine Gedanken, Träume, Schätze und andere schöne Dinge hineinlegen, schreibt sie. Eine schöne Vorstellung, finde ich.
 
Ausgebremst in meinem Tun wurde ich durch eine plötzliche Erkrankung meiner Mutter, die seit anderthalb Wochen  im Krankenhaus liegt. Am Wochenende war ich nun dort. Zudem stehen die Zeugnisse der 12.Klassen an und da wurde es noch einmal arbeitsintensiver für sie und damit auch für mich. Am Wochenende sollten dann aber doch  eine paar kreative Minuten für mich abfallen.

Danke sagen möchte ich zu den Kommentaren zum letzten Post. Es sind immer so viele nette Worte. Nun hat sich auch Valomea als neue Leserin eingetragen. Herzlich willkommen und ich freue mich auf einen weiteren netten Austausch.

Einen weiteren sonnigen Tag wünsche ich Euch.

Petruschka

Dienstag, 9. April 2013

Quilten mit der Hand

... mag ich viel, viel lieber als mit der Maschine. Kann ich auch besser. Und deswegen dauert es eben auch, bis ein gutes Stück fertig ist. Nein, nein, einen fertigen Quilt bekommt Ihr jetzt nicht zu sehen. Es ist nur die Erklärung dafür, daß momentan nichts Großartiges zu zeigen ist. Immerhin, an Kleinigkeiten ist einiges fertig und überreicht worden.

Eine Nähschwester unserer QuilThuer-Gruppe hatte im März Geburtstag und da gab es am vergangenen Sonnabend Geschenke. Im Zuge der blauen Collage hatte ich eben blaue Reste liegen und daraus entstand eine AMC.
 

Dazu gab es ein kleines Nadelkissen, passend zu unserem Hobby mit "Nähstoff".


Das Motiv in der Mitte ist eine Mogelpackung. Es ist nicht gestickt, nur aufgedruckt.

Auf einer Ferien-Einkaufstour mit dem jüngeren Tochterkind fiel ihr ein kleines Buch ins Auge. Vielmehr die süßen kleinen Glücksbringer auf dem Cover.


Gegen eine kleine Selbstbeteiligung ihrerseits landete es dann doch im Einkaufkorb (neben 2,20 Meter Vlies, Stickgarn und Knöpfen). Sicher könnte man diese Monster selber zeichnen (kleiner Wink rüber zu Rela), aber wir  nicht (ich zeichne noch schlechter als ich gut singen kann).
Und da das Kind dann am vergangenen Wochenende einen Wettkampf hatte, habe ich ihr gleich einen Glücksbringer genäht.


Den kann sie auch brauchen, denn sie startet jetzt in der nächsten Altersklasse, da in Deutschland meist nach Jahrgängen gemeldet wird. Und da sie im Dezember geboren ist, ist sie eben immer die Jüngste. So muß sie sich erst wieder erst durchkämpfen. Aber da sie den Willen und den Biß hat, wird das schon werden.
Und am Samstag ist dann beim Warten auf die Rückkehr ein zweiter Glücksbringer fertig geworden.
 


Und nun beide schwesterlich vereint. Irgendwie setzte sich da mein Wunsch nach Frühling durch ;-)).


Sie sind beide nur knapp 10 cm groß und das Nähen sowie Wenden waren ganz schön fummelig. Das Tochterkind wird einfachere Formen nehmen - sie will für ihre Freundinnen welche nähen. Ich werde berichten.

Vor einiger Zeit ließ ich Euch Teil haben an einem noch geheimen Projekt. Dazu gab es dieses Foto.


Nun, es ist ein Ausschnitt meines Quilts für den Wettbewerb "La France" (das war eine Frage der Ehre), der von den Berner Quilters organisiert wurde. Schon am 24.12.12 - das war ein tolles Weihnachtsgeschenk - kam die Nachricht, daß der Quilt angenommen ist. Von 91 angemeldeten wurden 57 angenommen, vorbehaltlich einer endgültigen Entscheidung der Jury. Nun werden  alle 57 vom 3.-5. Mai in Veldhoven/NL ausgestellt und danach vom 9.-12.Mai in Bern, also auch meiner. Dazu kam am Samstag eine Einladung.


Und wenn ich die auf der Karte abgebildeten Quilts sehe, werde ich ganz einerseits ganz klein angesichts meines Quilts und andererseits auch stolz, daß er angenommen wurde. Doch dann kam der Knaller - die Quilts gehen mit nach Houston/USA. Der Quilt wird ein wahrer Weltenbummler.
 
Mit dieser tollen Nachricht will ich mich für heute verabschieden.
 
Petruschka

Dienstag, 2. April 2013

Ganz in Rot

... gehalten ist meine Collage, die im Rahmen unseres monatlichen QuilThuer-Treffens entstand. Kurz vor dem Kurzurlaub in meiner alten Heimat ist sie fertig geworden. Und so sieht sie nun fertig aus.
 
 
Mindestens fünf verschiedene Elemente sollte sie enthalten, in einem Farbton gehalten  und am Ende auf einen 30 x 30 cm Keilrahmen zu befestigen sein - das waren die Vorgaben.
Ich hatte im Vorfeld verschiedene Materialien mit Textilfärbepulver eingefärbt. Das war schon spannend, da die einzelnen Stoffqualitäten die Farbe verschieden annahmen. So mußte ich einige Stücke aussortieren, weil sie zu hell waren und eher rosa aussahen. Der Untergrund ist ein dunkelroter Dekostoff von etwas schwerer Qualität. Von ihm ist nicht viel zu sehen. Darüber kam dann eine Lage Mull, auf die die meisten Teile befestigt sind. Doch nun einige Details.
 



Zentrales Motiv, wenn auch unter dem Mull verborgen, ist eine Blume aus Spitze. Befestigt habe ich sie mit Rückstichen, die die einzelnen Blütenblätter voneinander abgrenzen.




 

 
Unten rechts habe ich auf ein Stück geschwungen geschnittenen Filz ein weiteres Stück Spitze genäht. Daneben  habe ich  ein geflochtenes Band aus Mullstreifen gesetzt. Zusätzlich habe den überstehenden  Rand des Filzbandes mit Perlen verziert.
 
 

Die Mitte der Blume ist ein aus Mull mit festen Maschen gehäkelter Kreis. Drumherum wurden längliche Perlen als Blütenblätter gesetzt.


 
Im Uhrzeigersinn weiter geht es mit den ausgestopften Jojos, die mit einigen Stichen auf dem Untergrund besfestigt wurden und mich sehr an Mohnkapseln erinnern. Durch das Annähen wurde der Mull ungleichmäßig zur Seite gedrückt. Oft bin ich auch mit der Nadel daran hängengeblieben. So entstanden dann kleine Löcher.


Das Blatt unten links habe ich mit Langettenstichen befestigt. Im Nachhinein denke ich, einfache Rückstiche in den Blattadern hätten genügt und wären wirkungsvoller.


Oben links habe ich das verborgene Innenleben freigelegt. Es sind quasi 4 Textilschichten. Hier sieht man auch mal den Unterstoff. Locker gelegte Seide umhüllt einen gröberen Hemdenstoff, auf den ich vorher Maulbeerseidefasern aufgefilzt hatte. Dieses kleine Stück kam dann unter den Mull, den ich dann später aufschnitt, wie die Seide auch, und mit kleinen Rocailles bzw. Hexenstichen befestigte.


Hier ein größeres Detailfoto.


Weiter geht es mit kleinen Verbindungsstegen, die ebenfalls Teil einer Spitze waren. Aneinander gelegt und mit kleinen, unsichtbaren Stichen befestigt, bilden sie eine Verbindung zu den aufgefilzten Teilen, die von rechts beginnend über die Collage zu schweben scheinen und die einzelnen Teile optisch miteinander verbinden.


Die "Linien" und die Kreise sind wieder aus Mull, den ich in sich gedreht aufgefilzt habe. In die Mitte der Kreise habe ich kleine vorgefertigte Röschen genäht, um den Eindruck von Blumen zu verstärken.


Und ganz zum Schluß habe ich in die mir noch zu kahl erscheinenden Flächen kleine Sternenknöpfe aufgenäht.
Ich bin ganz zufrieden mit der Collage. Die Effekte, die sich durch den verschobenen Mull ergeben, finde ich sehr reizvoll. Überhaupt ist das ein interessantes Gewebe, mit dem sich vieles machen läßt.
 
Für unser Treffen am Samstag habe ich eine zweite Collage geplant. Einiges habe ich schon vorbereitet. Dieses Mal wird es etwas geometrischer. Und ich mache blau ;-)).
 

Ich liebe Blau! Und am kommenden Samstag wird sie fertig sein, denn da treffen wir uns wieder. Ich bin schon gespannt auf die Collagen der anderen Mädels.

Bis dann!

Petruschka