Mittwoch, 16. Juli 2014

S wie

... Sakko, Sansculotte (Ihr wißt schon, die aus der Französischen Revolution: ohne Kniehose) oder Saphir. Und da es ja ein Buch benannt nach dem Edelstein gibt, wißt Ihr sicher, daß ein Saphir blau ist. Dann wären da noch Schafott (siehe Frz. Revolution), Serenade, Sombrero und Sputnik. Viele schöne Wörter stehen drin, im Fremdwörterbuch. Aber nachdem das August-Thema für dieses Projekt  bekanntgegeben wurde, stand für mich fest, es wird S wie Seide.
 

Zum Einen, weil ich die Struktur und den Glanz von Seide sehr mag und zum Anderen, weil ich passende Stücke im Hause habe. Vier Rechtecke Dupionseide sind die Grundlage der AMC. Die türkisfarbene und die dunkelgrüne Seide habe ich schon bei meinen Blöcken zur Oberflächengestaltung verwendet. Die hellen Stoffe sind Reste, die ich von einer QuilThuer-Nähschwester abgestaubt habe. Sie näht viel Kleidung, eben auch aus Seide. Diese Stoffe habe ich auf helle Dupionseide genäht und die Muster der Stoffe nachgequiltet bzw. weiter verziert.
 


Aus weiteren Resten habe ich kleine Jojos hergestellt und aufgenäht.
 

Und nicht zuletzt kam der Schriftzug zum Buchstaben des Monats, dieses Mal komplett freihand gestickt. 

Gerade vorhin, als ich von unserem Wandertagausflug auf den Spuren der Antike durch Weimar zurückkam, konnte ich Klaudias Alphabet-AMC aus dem Briefkasten nehmen. Und ihre AMC kommt ganz lecker daher. Denn sie hat sich für S wie Schokolade entschieden.
 
 
Sie meint, es läge daran, daß sie zum Zeitpunkt, als sie sich für einen Begriff entscheiden mußte, gerade ein Stück Schokolade genascht hätte. Und tatsächlich, an der Tafel hat schon jemand geknabbert.

Hmm, Klaudia hat ganz bittere Schokolade (85% Kakaoanteil) für mich ausgesucht. Die esse ich tatsächlich am liebsten (wie auch das Eis). Die Verpackung gab es auch noch dazu. Echt verführerisch.


Und da ja Schokolade bekanntlich glücklich macht, gibt es auch einen Smiley. Und ein Lächeln im Gesicht habe auch ich.
 
 
Das war wieder ein schöner Tausch. T wie ... Tausch? Danke, Klaudia!!
 
Nun geht es wieder ins Arbeits-/ Nähzimmer, denn das Kreativprojekt wartet.
 
Petruschka

Montag, 14. Juli 2014

Nach 15 Blöcken

... des Tula Pink Samplers ist ein Kapitel, nämlich das der Kreuze, abgeschlossen. In den letzten drei Blöcken kamen Kreuze noch einmal stark zum Ausdruck.

 
Im Original gibt es nur einen gemusterten Stoff. Das war mir dann doch zu fad und so habe ich einen zweiten, dezent gemusterten, genommen. Und das Paisleymuster sieht doch auch ein wenig nach Käfern aus, oder ;-)) ??

 



Als ich die Stoffe für diesen Block auswählte, ahnte ich nicht, daß der gemusterte Stoff einen solche Wirkung haben würde. Mich erinnert das Muster an Fliesen, die ich in Portugal gesehen hatte.






Und nun noch alle drei Blöcke dieser 7.Woche zusammen.


Zum Schluß dieses ersten Kapitels  gibt es eine Linkparty, wo man, wenn man alle Blöcke genäht und das entsprechende Bild dazu auch verlinkt hat, Stoffe gewinnen kann.  Also hier das Bild aller Blöcke zum Thema "Kreuze".

 

 
Ich mache auch weiterhin "Blau". Die nächsten vier Blöcke sind schon genäht. Denn wir fahren am Sonnabend in den Urlaub - ohne Nähmaschine. Und so kann ich dann doch an den Montagen neue Blöcke zeigen.
 
Im vergangenen Post zeigte ich Euch ja Fotos vom Park-Platz. Auf der einzigen Lokalseite heute, die ich außerdem noch ewig suchen mußte, weil der andere Platz auf zusätzlichen Sportseiten vom Fußball eingenommen wurde, war dann auch ein Bild vom Siegergarten der Besucher. "Gartengemurmel" holte die meisten Stimmen. Der Sieger ist Student an der Fachhochschule für Landschaftsbau in Erfurt. Und bei der Fachjury erreichte diese Installation den zweiten Platz.
 
 
Den ersten Platz vergab die Fachjury an das Heckentheater "Bäumchen, wechsle dich", welches von Erfurter Landschaftsarchitekten konzipiert wurde.
 

Ein glückliches Händchen hatten wir, daß wir schon am Sonnabend die Gärten besichtigt haben. Denn gestern hat es den ganzen Nachmittag geregnet, zum Teil richtig stark. Wir waren gerade fertig mit dem Grillen, als es losging.
 
Und nun schaue ich mir die Tula Pink Blöcke der Mitstreiter an und drehe eine kleine Blogrunde. Bis bald!

Petruschka

Samstag, 12. Juli 2014

Wenn ein Parkplatz

... mitten in der Innenstadt zu einem Park-Platz wird, können fantasievolle  Garten-Installationen auf dem Weimarer Rollplatz besucht werden. 25 m² stehen jedem zur Verfügung, sich dem jeweiligen Motto zu nähern. "Was Ihr wollt ..." hieß es in diesem Jahr. Wir waren heute Nachmittag da und nun könnt Ihr die teilweise nüchternen, manchmal skurrilen, aber meist sympathischen kleinen Gärten bestaunen.
 

Das Parkplatzzeichen ist abgeklebt und Absperrungen verdeutlichen, daß hier erst mal nicht geparkt werden kann. Irgendwie ist es mir entgangen, warum der "Baum" nur Blätter aus Papier hat - Wunschbaum oder Anspielung auf künstliche Bäume?
 

Diese Installation war der Liebling aller Kinder, konnte man hier doch Hebel in Bewegung setzen, die wiederum andere Teile zum Drehen, Kippen und Fallen brachten.
 

Einen Garten zum Mitnehmen wird hier präsentiert. Morgen, wenn der Sieger gekürt ist, wird alles abgebaut und die Pflanzen versteigert. Von daher hat diese Installation gute Chancen ;-)).

 
 
"Was Ihr wollt & Dürft" heißt es hier, frei nach Shakespeare. Der Titel steht in krassem Widerspruch zu den vielen Verbotsschildern.
 

Die vielen Absperrbänder hielten jedoch die Leute nicht ab, auf den Stühlen Platz zu nehmen.


Hier ging es um die Herkunft und Verbreitung der Blumenpflanzen. Auf die Paletten waren viele Namen gedruckt.
 

Warum nicht einmal Blumentöpfe anstelle Steinen nehmen, um Mühle zu spielen? Man beachte auch die Zuschauerbänke rechts und links des Feldes.
 
 
 

"Der ewig unvollendete Garten" zieht bestimmt viele Blicke auf sich. Aussprüche von Karl Förster zieren den Garten wie auch eine Bank mit einem Herren, der den Zuschauern seinen Rücken zuwendet.
 

Mein Mann hatte keine Skrupel, diesem Gartenbesitzer Hasenohren aufzusetzen. Ich sag ja immer wieder: das Kind im Manne.
 
 
In Belvedere gibt ein Heckentheater. Daran angelehnt war sicher die nächste Installation, bei der Büsche Tütüs, Brillen und Hüte aufgesetzt bekamen.
 


Wenn ich mich recht erinnere, war der Name der folgenden Installation "Gehacktes mit Beilage und Deko" und ist kulinarisch inspiriert.


Eine folgende kleine Grünfläche lud zum Ausruhen ein, so interpretierte ich zumindest die Decke und der Picknickkorb. Aber die kleine Sandfläche und der Stab sollen wohl auch an einen Golfplatz erinnern.
 
 
Die Wüste mit Kakteen hatte gestern Nachmittag und Abend unter den sintflutartigen Wassermassen arg zu leiden.
 
 
Bei einer weiteren Installation konnte man in Hängematten so richtig abhängen. Und diese Möglichkeit wurde auch gut genutzt. Deshalb hier keine Fotos. Doch über der Fläche gab es ein Stoffdach, auf dem Blumen und Kräuter lagen.
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Unser Favorit ist ein Garten mit einem Holzschaf und dem Motto "Wie aus Wiese Wolle wird".
 
 
Ganz rechts im Bildrand kann man eine junge Frau sehen, die mit einer zweiten zusammen mit den Fingern bunte Bänder "strickten".
 
 
 
Das Schaf trägt im Übrigen Wollsocken und in einem Korb liegen Wollknäuel. Die, die man hier sieht, sind nicht aus Wolle. Am meisten überrascht war ich allerdings von einem Baum mit Zieräpfeln, der die Installation vervollständigte.
 

Wie mir auf Nachfrage erklärt wurde, kam der Baum im Kübel und wurde dann mit Rasenplatten in eine "natürliche" Umgebung gesetzt. Der Baum ist gemietet - ja, Ihr lest richtig: gemietet. Und zwar von einer Firma "Rent a tree". Was es nicht alles gibt.
 
 
Tja, wie stellt man sich ein stilles Örtchen auf einem öffentlichen Parkplatz beziehungsweise kurzzeitigen Park-Platz vor?
 
 
Nicht einmal das Tellerchen für das Geld durfte fehlen. Toilettenpapier war auch da. Es wurde wirklich an alles gedacht ;-)).
 
Da war der nächste Garten doch viel romantischer, ist es doch ein Platz für Liebende. "Paarzelle" heißt die Installation.
 
 
Rosen sind es nicht, auf die man hier gebettet werden kann, aber Blumen allemal. Gefiel mir ganz gut.
 
 
Die nächste Installation faszinierte die Kinder, konnten sie doch selbst entscheiden, aus welcher Düse als nächstes Wasser herauskäme.
 
 
Die Wasserspiele "Rule the waves" ist dem Weimarer Stadtplan nachempfunden. Die Spritzdüsen sind an den Brunnenstandorten, es sind immerhin 28, platziert und können unabhängig voneinander ausgelöst werden.
 
 
Bei den Wassermassen, die gestern runterkamen, hat sich dieser Meeresbewohner sicher wohl gefühlt ;-).
 

"Brasilia" spielt mit der Fußball-WM und Zuckerhüten, die die Spieler darstellen sollen. Ein Spielfeld ist eingezeichnet. Es gibt die argentinische und die deutsche Flagge. Kleine Obstkisten sind die Tore. Und die Ersatzbank darf natürlich nicht fehlen.


Hmm, dazu fällt mir nichts ein.


Lauschig kann es hinter diesen Hecken zugehen. Und wer will da wissen, wie dahinter aussieht? Na klar, mein mir Angetrauter.


Schöne Stauden, nicht wahr? Fast alle Blumen wurden den Landschaftsarchitekten von der Stadtgärtnerei zur Verfügung gestellt. 

Insgesamt gab es 24 Gärten zu bestaunen. Zwei sind mir wohl entgangen. Diese Aktion des Park-Platzes nahm 2004 seinen Anfang, als die Stadt Weimar sich zur Entente Florale bewarb und findet seitdem alle zwei Jahre statt.
Neben den kleinen Gärten gab es noch einige schöne Installationen und Ausstellungsstücke zu bestaunen. Zum Beispiel die vielen bunten Regenschirme.
 


Oder diese beiden Stühle auf der Rückseite des unfertigen Gartens.

 

Oder auch das bunte Fahrrad, das eine wunderbare Verwandlung durchmachte.


Natürlich konnten sich die vielen Besucher auch über das Projekt informieren.


Und als ich so beim Lesen der  Informationen war, fiel mein Blick auf einen Spruch an der Hauswand nebenan.
 

 
"Das wirkliche Leben verliert oft dergestalt seinen Glanz, dass man es manchmal mit dem Firnis der Fiktion wieder auffrischen muss." aus: Dichtung und Wahrheit, Johann Wolfgang von Goethe

Besser kann ich meinen Post zu dieser schönen Idee des Park-Platzes nicht schließen. Denn die meisten Ideen zu den kleinen Gärten zauberten ein Lächeln in mein Gesicht. Und in Eures hoffentlich auch.

Petruschka