Donnerstag, 13. August 2015

Im Loiretal

... gibt es so viele Schlösser wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Und auch wenn wir schon zum 4.Mal seit 2004 dort weilten, haben wir nur eine kleine Zahl der Schlösser besucht. Das kommt auch daher, daß wir meist dieselben Schlösser besuchen, eben die Klassiker, wie zum Beispiel Chambord.
 

Es wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter König Francois I als Prunk- und  Jagdschloß im Renaissancestil errichtet und gilt als das prächtigste aller Loireschlösser. Es liegt nur 5 km von unserem Ferienhaus entfernt und so mußte folgendes Motiv sein.
 

Wir sind gleich am ersten Tag mit dem Fahrrad hingefahren. Auf dem Hinweg entdeckte das Tochterkind zwei Wildschweine im Unterholz. Das hat sie mächtig beeindruckt.  Das Gelände wird ja  auch zur Jagd genutzt. Dem Vernehmen nach wurden schon hohe Herrschaften gesichtet. Einer Runde im weitläufigen Gelände, das mit einer 35 km langen Mauer umgeben ist, folgte ein Besuch auf dem kleinen Markt. Dort nahmen wir hausgemachte Macarons und Konfitüre mit. Lecker! Das Schloß selbst haben wir dieses Mal nicht besichtigt. Die von Leonardo da Vinci konstruierte gegenläufige Treppe, der Blick von den Dächern und der Kutschenfuhrpark sind sehenswert.
 
Unweit von Blois, das auch nur knapp 20 km von unserem Ferienort entfernt liegt,  befindet sich ein für die Jagdhundezucht bekanntes Schloß : Cheverny.
 
 
Es wurde zwischen 1620 und 1630 im frühen und strengen klassizistischen Barockstil errichtet Das Schloss diente dem Comiczeichner  Hergé als Vorbild für den späteren Wohnsitz von Kapitän Haddock in den Geschichten von Tintin und Milou, wie Tim und Struppi auf Französisch heißen. Seit 2001 gibt es eine Tim-und-Struppi-Ausstellung in einem Nebengebäude. Dieses Mal haben wir uns das Schloß wieder angesehen. Die Innenausstattung des Schlosses ist eine der bedeutendsten aus der Zeit um 1640.
 


Das ist das Hochzeitskleid der jüngsten Schloßherrin. Das Schloß selbst wird auch heute in Teilen immer noch von den Eigentümern bewohnt. Überhaupt ist ein nicht unbeträchtlicher Teil der Schlösser in Privatbesitz.


Komfortabel reisen sieht für mich anders aus.


Die Orangerie ist heute ein zauberhaftes Café.
 
 
In der Hitze des Tages ließ es unter den Bäumen wunderbar flanieren. Hier durften wir sogar durch ein "Tor" gehen.

 
Geregnet hatte es im Juli längere Zeit nicht. In den großen Gartenanlagen kann man da nichts bewässern. So war auch das ehemalige Tulpenfeld vollkommen vertrocknet. Im Frühjahr sind, wie das Schild verkündet, hier 100000 Tulpen zu sehen.
 
 
Im Nachhinein romantisierend fand ich die Idee, den Jagdhunden bei der Fütterung zuzuschauen.
 
 
Letztendlich tat ich es nicht und schlenderte stattdessen durch den angrenzenden Garten.
Zum Ende unseres Rundganges trafen wir noch auf diesen beeindruckenden Riesenmammutbaum.
 
 
Das Schloß der Damen, Chenonceau, wollte das Tochterkind unbedingt wiedersehen. Vom Urlaub vor vier Jahren war ihr das Schwarze Zimmer in Erinnerung geblieben. So weit weg ist es nicht und da taten wir ihr den Gefallen.
 
 
Alljährlich besuchen rund 800.000 Touristen die Anlage und machen damit Chenonceau nach  Versailles zum meistbesuchten Schloß Frankreichs. Für viele ist Chenonceau das feinste und originellste der Loire-Schlösser. Aber der Fluß, an dessen Ufer der Hinterausgang liegt, ist nicht die Loire, sondern die Cher.
Doch bevor man überhaupt dorthin gelangt, passiert man weite Teile des Geländes, wie zum Beispiel den Gemüse- und Blumengarten. In vielen Schlössern findet man solche anlagen. Den berühmtesten Garten, den von Villandry,  haben wir in diesem Urlaub aus Zeitgründen leider nicht besucht.
 
 
Es ist das Schloß der Damen,  denn es waren fast immer Frauen, die seine Geschichte und sein Schicksal bestimmten. Zwei davon sind Maria von Medici und Diane von Poitiers, die die Geschichte im 16. Jahrhundert zusammenbrachte. Die eine als rechtmäßige Gattin von Henri II., welche die andere, die Nebenbuhlerin, ertragen mußte. Beide ließen sind Gärten anlegen
 

 
Der Medici-Garten


Der Garten von Diane de Poitiers
 

Prachtvolle Blumenbouquets zierten die Tische und Kommoden.


Überall an den Wänden und Decken finden sich die Zeichen der früheren Besitzer.



Zur Führung gibt es Audioguides in allen möglichen Sprachen. Wir allerdings nahmen uns die Prospekte mit, in Deutsch (Tochterkind), in Französisch (ich) und in Russisch (Mann) und amüsierten eins um das andere Mal über die verschiedene Länge der einzelnen Artikel und die Ausdruckskraft der Übersetzungen.
Im Park machte das Tochterkind dann noch diese Aufnahme eines Schildes, auf dem man sich bedankt, wenn die Besucher den Rasen nicht  betreten.


Das an sich ist ja nichts Besonderes, weil man diese Aufschriften wohl überall findet. Aber im Park des Schlosses Beauregard (schöner Blick - Schönblick) wurden wir explizit gebeten, auf dem Rasen zu wandeln .


Beauregard liegt auch in erreichbarer Weite und so beschlossen wir, den zweiten Sonntagnachmittag dort zu verbringen. Bislang war es unserer Aufmerksamkeit entgangen. Wie bei anderen Schlössern auch kommt man erst nach einem  kleineren Spaziergang zum Schloß. Wir passierten also den Garten, in dem Pflanzen, vor allem Blumen, aber auch Sträucher und Bäume, nach Farbgruppen angeordnet sind. Auf kleinen Schildern wird die Bedeutung der Farben erklärt.
 
 
Hier sahen wir auch folgende interessante Pflanze.
 
 
Nach dem Absolvieren eines Pfades des Wissens zu den Ereignissen und Persönlichkeiten des 16.Jahrhunderts - wo wir den Schatten genießen konnten - kamen wir dann am Schloss an.


Das Anwesen wurde im 16. Jahrhundert als Landschloss erbaut, von seinen späteren Eigentümern aber stark verändert. Im Privatbesitz, werden im Inneren so nach und nach die Galerien erneuert. Die Galerie des Illustres zeigt 327 Porträts bedeutender Persönlichkeiten aus der Geschichte Frankreichs. In zwei weiteren Räumen hängen Fotografien von Hunden  berühmter Leute (???). Leider gibt es davon keine Fotos, denn der Akku war leer. Daß das mal meinem Mann passiert ... Das Tochterkind und ich hatten Spaß an einem überdimensionalen Würfelspiel, in dem Wissen zur Natur, Geschichte und Geographie abgefragt werden, natürlich in Französisch.
Am letzten Urlaubstag machten wir noch einen kleinen Abstecher nach Talcy, einem Ort mit gleichnamigem Schloß. Wir hatten es schon an einem anderen  Tag versucht, aber nicht bedacht, daß es bei kleineren Museen eine Mittagspause gibt. Auch dieses Schloß hatten wir schon gesehen. Aber meine beiden wollten ja unbedingt schauen, ob die Mirabellen, die im anschließenden Obst- und Gemüsegarten wachsen, schon reif waren. Waren sie nicht. Auch die Artischocken brauchen noch ihre Zeit.
 
 
 Das Getreide allerdings war erntereif.
 
 
Auch die passende Mühle dazu gibt es.
 

Bis hierhin habe ich Euch fünf Schlösser vorgestellt. Wir haben sogar noch ein sechstes besucht,  doch das hebe ich für den nächsten Post auf. Da erzähle ich Euch auch, was wir an den anderen, schloßfreien, Tagen gemacht haben.
 
Petruschka

Kommentare:

  1. Wie wundervoll war denn dieser Schlossrundgang!!!!!! Toll und in jedem würde ich gerne mal eine Woche leben.

    Nana

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  2. Danke fürs Zeigen, das sieht nach einem rundum gelungenen Urlaub aus.
    LG
    KATRIN W.

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  3. Liebe Petruschka,
    das sind ja prachtvolle Bilder von noch prachtvolleren Bauten. Ihr habt ja richtig viel gesehen und erlebt.
    Toller Bericht,
    liebe Grüßle,
    Sylvia

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  4. Was für eine schöne Bilderreise!
    LG Angelika

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  5. Was für wunderschöne Bilder. Wie Urlaub... auch für die Zuhausegebliebenen ;-)
    LG Sabine

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  6. Genau diese Schlösser habe ich auch vor vielen Jahren besucht und denke immer noch gerne daran zurück. Die Schlösser der Loire sind einfach zu schön.
    LG, Britta

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  7. Vielen Dank für deinen so bildreichen Urlaubsbericht.
    LG, Astrid

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  8. Liebe Petra,
    das Foto deiner Tochter auf dem Fahrrad ist genial, aber bitte verrate mir doch, wie ihr es angestellt habt, Chambord ohne Touristenmassen zu besuchen! Dasselbe bei Chenonceau und Beauregard, da höre ich gerne deine Tipps, denn wir machen und in 10 Tagen ebenfalls auf in die Ferien mit einem Zwischenstop an die Loire ;-) Liebste Grüße von Martina

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  9. Danke für die schönen Fotos, liebe Petra, heute habe ich mir die Zeit genommen, alle Fotos in Ruhe und mit Genuß zu betrachten. Wundebar, danke für's Mitnehmen!
    Liebe Grüße an dich, Jutta

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