Samstag, 1. Juli 2017

Ein Tag in Paris

... durch die Augen des Mannes gesehen. Dieser war bisher der Idee einer Familienreise nach Paris nicht sehr gewogen. Nun, da die Hauptstadt Frankreichs gerade mal 50 km vom Urlaubsort entfernt ist, stand er der Idee eines Tagesausfluges dahin nicht mehr so abwehrend gegenüber. Und da das Kind und ich nur mittelgroße Handtaschen haben, bekam er den Fotoapparat. So zeigen die Fotos seinen Blickwinkel auf Paris.
Da ich die Verkehrssituation aus früheren Aufenthalten kannte, kam die Fahrt mit dem Auto nicht in Frage. So nahmen wir am Donnerstag den Regionalexpress, der uns innerhalb von 40 Minuten zum Bahnhof Paris-Nord brachte. Dazu muß man wissen, daß es in Paris sechs große Bahnhöfe gibt, die verschiedene Richtungen bedienen. Sie sind allesamt Kopfbahnhöfe und Endhaltepunkte der Züge. So kommen am Gare du Nord eben Züge aus dem Norden Frankreichs an. Reisende aus Deutschland kommen am Gare de l'Est an. Will man nach Marseille, muß man zum Gare de Lyon u.s.w. 
Vom Bahnhof nahmen wir die Metro in Richtung Notre Dame. Da wir eine Station zu zeitig ausgestiegen sind, kamen wir in den Genuß des Anblicks der Conciergerie, dem ehemaligen Gefängnis, in dem auch Marie-Antoinette, Danton und Robespierre saßen.
 
 
Hätten wir schon den 8 Uhr-Zug statt den um 9 Uhr genommen, wäre die Schlange vor Notre-Dame vielleicht nicht so lang gewesen.
 

Die Schlange von der Gegenseite gesehen.
 
 
So sind wir also am Seineufer weitergelaufen, immer noch auf der Ile de la Cité, einer der drei Seineinseln. Die angrenzende Ile Saint-Louis ist den meisten auch noch bekannt. Etwas weiter westlich vom Eiffelturm liegt die dritte Insel - l'Ile aux cygnes - die künstlich angelegte Schwaneninsel, an deren Ende eine kleinere Ausgabe der Freiheitsstatue steht. Am Ende der Ile de la Cité ist ein kleiner Platz mit dem Denkmal Heinrich des Vierten. Gehört hat man ja viel von den Liebesschlössern, aber das hatte ich wirklich nicht erwartet. Links ist noch ein Geländer und auch das ist voll behängt.
 
 
Links ging der Blick zu zahlreichen kleinen Booten, die am Ufer der Seine ankerten.
 
 
Rechts ist die verhüllte Fassade des altehrwürdigen Kaufhauses Samaritaine zu sehen. Nach Problemen mit dem Brandschutz wurde es 2005 geschlossen und nach langwierigen Verhandlungen zum Umbau soll es Ende nächsten Jahres wieder öffnen.
 
 
Wir wechselten auf das linke Seineufer und hatten ein guten Blick auf das gegenüber liegende langgezogene Gebäude des Louvre, das mit 10 Millionen Besuchern eines der meist besuchten Museen der Welt ist.
 
 
Zeitweise wurde das linke Seineufer zum Spielplatz. Hier hatten wir nun unseren Irrgarten.
 
 
 
Das Musée d'Orsay liegt gleich darüber. Wir passierten es und bogen ab.
 
 
Das Museum fotografiert von der Brücke, die über die Seine zum Jardin des Tuileries führt.  Das Kind hatte das Museum im April besucht. Ich selbst war schon zwei Mal drin, allerdings lag das letzte Mal schon 15 Jahre zurück. Dennoch verzichteten wir für einen eventuellen Eiffelturmbesuch. Im Tuileriengarten machten wir  eine kurze Pause, um die raren Momente im Sonnenschein auszunutzen.
 
 
Die Baumwurzel ist übrigens nicht echt, sondern ein Kunstwerk. Danach zog es uns zur Champs-Elysées, die ja unmittelbar nach dem Place de la Concorde beginnt. Der Himmel war da schon sehr bedeckt.
 

Zwischen dem Obelisken und dem Eiffelturm sind  schon die Tribünen für die Parade zum 14.Juli zu sehen. Sonst waren wir ja immer zu den Festlichkeiten zum Nationalfeiertag in Frankreich. Nun in diesem Jahr eben nicht.
Weiter ging es die Champs-Elysées hoch, wo der Mann nach dem Kreisverkehr folgende Eingangstür fotografierte.
 
 
Dahinter verbirgt sich nicht etwa ein Museum oder eine andere kulturelle Einrichtung, sondern eine Filiale von Abercrombie & Fitch, einem Einkaufstempel.
Weiter ging bis zum Arc de Triomphe. Für das Foto wagte sich der Fotograf auf die kleine  Insel in der Straßenmitte. Der Himmel zog sich immer mehr zu.
 
 
Zu diesem Zeitpunkt waren wir schon 16000 Schritte gelaufen. So beschlossen wir, mit der Metro bis zum Eiffelturm zu fahren.
 
 
Und weil die Wartezeit mit ca. 45 Minuten angekündigt war, reihten wir uns in die Warteschlange ein, auch wenn die höchste Etage gesperrt war. Als wir dann kurz vor dem Einstieg in den Fahrstuhl waren, fing es an zu regnen.
Dennoch war der Ausblick auch nur von der zweiten Etage sehr beeindruckend. Häuser über Häuser, aber immer wieder auch Grünflächen dazwischen. Ganz hinten läßt sich die Silhouette der Kirche Sacré Coeur entdecken.
 
 
Auf dem Marsfeld und vor dem Armeemuseum waren ebenfalls schon die Vorbereitungen zum 14.Juli im Gange. Die/der Tour Montparnasse ist nun verhüllt, um für die Olympischen Sommerspiele 2014 zu werben. Nun blies der Wind ganz schön heftig und ein kräftiger Schauer ging nieder.
 
 
Nun standen noch die Galeries Lafayette an, ein Vorschlag der Tochter. Und wieder stürzten wir ins Abenteuer Metro. Am frühen Abend war es da schon ein wenig voller. Und beim Umsteigen von einer Linie in eine andere sind da schon mal längere Wege zurückzulegen.
 
Die Kuppel der Galeries ist ja ein Meisterwerk des Jugendstils.
 
 
Daß es eine Terrasse gibt, wußte ich bis dahin nicht. Die Tochter war im April oben und so fuhren wir hoch. Während wir die Umgebung nach den Sehenswürdigkeiten absuchten, machte der Mann Fotos. Und zwar von der Kuppel,
 
 
Etwas ernüchternd, finde ich. 
Und gerade vom Eiffelturm kommend, wird er wieder zum Fotomotiv.
 
 
Sehr interessant finde ich die Dachbegrünung. Ideen dazu existieren ja auch für Hochhäuser.
 
 
Der Blick in den Einkaufsbereich ist ganz hübsch. Aber zum Einkaufen waren wir nicht hergekommen. Trotz soldes (Schlußverkauf) sind die Preise immer noch recht hoch.
 
 
Wir spazierten noch ein wenig den Boulevard Hausmann hinunter, um bei der Passage Le Havre eine  Kaffee zu genießen und ein wenig im FNAC zu stöbern, Ich suche ja die Originalversion des letzten Buches von Marie-Sabine Roger. Leider bin ich da noch nicht fündig geworden.
Gegen 19.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Gare du Nord und kamen mitten in den Berufsverkehr. Die Franzosen beginnen später als wir und haben demzufolge erst später Feierabend. Auch hier mußten wir die Linie wechseln. Und waren gar erst 10 Minuten vor Abfahrt auf dem Bahnhof. Zum Glück kannte sich das Tochterkind von ihrem Aufenthalt in den letzten beiden Jahren aus. Schnell noch zwei Baguettes gekauft und dann ab. Gegen 20.45 Uhr waren wir wieder zurück und ein langer und interessanter Tag lag hinter uns. Gut 22000 Schritte sind wir gelaufen, das sind ca. 16 km.
Auf jeden Fall war der Mann so begeistert, daß er nun vorschlägt, nächste Woche noch einen Tag in Paris zu verbringen. Naja, so einiges hat er ja noch nicht gesehen und vielleicht schaffen wir es auch in ein Museum ;-).
 
Gestern waren wir in Aéroville, einem gigantischen Einkaufszentrum vor den Toren der Hauptstadt. Das Wetter war nicht viel besser als am Donnertag und für genau so einen Fall hatte der Freund der Eigentümer das vorgeschlagen. Man kann dort fünf Stunden kostenfrei parken und diese haben wir auch voll genutzt. Das Kind hat ein paar Klamotten, ich eine CD von Amir (aber nicht das gesuchte Buch) sowie typisch französische Küchenutensilien und der Mann hat ebenfalls etwas zum Anziehen gefunden.
 
Das war wieder einmal ein sehr langer Post. Ich hoffe, Ihr habt durchgehalten. Ich hatte heute Morgen Zeit zum Posten, weil es wie aus Eimern schüttet. Jetzt hat es sich beruhigt, aber der Himmel ist immer noch einheitlich grau. Nun denn, dann machen wir einen  ruhigen Tag.
 
A bientôt Bis bald! Et bonne journée! Habt einen schönen Tag!
 
Petruschka

Kommentare:

  1. Liebe Petra,
    es muss ein toller Trip nach Paris gewesen sein....dein Bericht ist jedenfalls klasse....beim Lesen kam mir usere Tour, vor Jahren, wieder in den Sinn;-)
    Die Motive des Fotografen;-) ...sind teils malerisch und sehr gut getroffen. Habt weiterhin Spaß und lasst euch vom Regen nicht einschüchtern...

    Liebe Grüße
    Klaudia

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  2. Hallo Petra, habe eben deinen schönen Paris-Bericht gelesen. Vielen Dank - auch an den Fotografen. Wir haben heute in Büssleben ein Glas Geburtstagssekt getrunken, deines habe ich geleert.Es würde "wenig" geredet und "viel" genäht. Viele Grüße von Rela

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  3. O ja, ich habe durchgehalten, denn Paris steht uns im August bevor für ein, zwei Tage.

    Nana

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  4. Liebe Petra,
    ich war noch nie in Paris, bin immer nur außen drum rum gefahren. Da ist Dein Reisebericht ganz interessant, kennt man die Gebäude doch sonst nur dem Namen nach...
    Hier ist es heute auch windig und wolkig und ein bisschen regnet es auch.
    Einen schönen Urlaub noch!
    Valomea

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  5. Also liebe Petra, ich hab sehr gerne durchgehalten, du schreibst so schön, da möcht man sich grad ins Auto setzen Richtung Paris...
    Warum war ich eigentlich noch nie dort?!
    Dankeschön für die schönen Posts
    Sabine

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  6. Ich war noch niemals in Paris, aber jetzt mit dir schon...hat mir sehr gefallen...
    herzlichst Steffi

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  7. Na klar habe ich durchgeahlten. Etliches deiner Strecke bin ich auch schon abgelaufen und vor ganz ganz vielen jahren bei meinem ersten parisbesuch war ich auch auf der zweiten etage des Eifelturms. War schon ganz schön hoch!
    Und fahrt mal noch ein zweites Mal. Dann gibt es noch mehr Bilder.

    Gruß Marion

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  8. Ach wie schön!
    Bei deinem Beitrag musste ich wieder daran denken wie nett es in Frankreich doch war!
    Susanne

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  9. Liebe Petra
    Danke für deinen Bericht, ich war noch nie in Paris und Umgebung, schön das ich durch deine Berichte ein wenig Einblickk bekam.
    Einen schönen Sonntag und ganz liebe Grüsse Marie-Louise

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  10. Liebe Petra,
    mein letzter Paris-Besuch ist schon sehr lange her - 1985 war ich da. Es hat mir sehr viel Freude bereitet Dir durch die Stadt zu folgen. Schön, dass Dein Mann auch seinen Spaß hatte. Für´s nächste Mal weisst Du ja nun wie es geht: gebe ihm einen Fotoapparat und los geht´s.
    Liebe Grüße Anke

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  11. Liebe Petra,
    ein schöner Bericht aus Paris. Ich war schon diverse Male dort, letzten Herbst das letzte Mal, und sehr mir immer wieder gerne Fotos dieser schönen Stadt an. in der Gallerie Lafayette war ich alledings vor 15 Jahren das letzte Mal und habe mir auch eine Kleinigkeit als Erinnerung gegönnt.
    Geniesst weiterhin euren Urlaub,
    liebe Grüße, Britta

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  12. Liebe Petra,
    natürlich habe ich durchgehalten und das war auch nicht schwer bei diesem interessanten und informativen Reisbericht sowie den schönen Bildern.
    Herzliche Grüße
    Gudrun

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  13. Was für ein schöner Bericht. Nach Paris möchte ich auch einmal. Ich wünsche Euch noch ein paar schöne Tage!
    Herzliche Grüße
    Heike

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