Dienstag, 22. Februar 2011

Mug Rugs

haben meinem jüngsten Bruder gefallen, als er Weihnachten zu Besuch war. Und so habe ich ihm versprochen, daß er zu seinem morgigen Geburtstag auch welche bekommt. Diese zwei habe ich neben meinem kleinen Klimt-Quilt am Wochenende genäht. Die verwendeten Stoffe sind bei beiden gleich, aber durch die verschiedene Anordnung der Streifen ergibt sich ein interessanter Effekt.

Da ich noch einigen Stoff mit Kaffeehausmotiven zu liegen habe, werde ich sicher noch welche nähen. Als kleines Mitbringsel sind diese Becherteppiche ideal. Und selber benutze ich sie auch regelmäßig. Keine häßlichen Flecken mehr, alles bleibt sauber. Na ja, bis auf den Mug Rug natürlich, aber dafür ist er ja auch da.

Mein kleiner Quilt im Rahmen des UFO-Abbaus ist fast fertig. Heute abend will ich noch die Schlaufen festnähen, dann kann ich ihn morgen zeigen.

Im nächsten Bild seht Ihr einen Quilt, den ich schon von März 2007 bis April 2008 angefertigt habe. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit hatten sich drei Schülerinnen mit dem Thema Beschneidung auseinandergesetzt. Es ist nicht zu glauben, in wie vielen Ländern der Erde diese auch heute noch praktiziert wird. Es gibt verschiedene Arten von Beschneidungen, von ganz leichten bis zu einer solchen Art, daß die Mädchen Stunden brauchen, um ihr Wasser zu lassen, weil die Öffnung so winzig ist.
Ich habe versucht, diese Unterschiede durch eine verschiedene Anzahl von Schnitten und unterschiedliche Stoffqualitäten deutlich zu machen. In die weißen Zwischenteile, die jeweils aus neun verschiedenen Teilen bestehen, habe ich ein Federmuster gequiltet. Auch dieses soll die Zartheit der Mädchen, die zum Zeitpunkt der Beschneidung teilweise erst 8 Jahre alt sind, teilweise sogar noch jünger, zum Ausdruck bringen. In den Rand habe ich mit der Maschine die Namen der Länder, in denen die Bescheidung teils zur Kultur, teils zum Glauben, aber fast immer zum Überlegenheitsgefühl der Männer gehört, gestickt. Einige Länder fehlen, die Namen haben nicht in die Felder gepaßt. Aber ich hatte mir eine Liste geben lassen, es waren 38 Länder. Allerdings nicht nur (in unseren Augen) rückständige Länder. Daß es selbst in Deutschland Fälle von Beschneidung gibt, hat mich dann doch erschüttert. Jedenfalls hatte mich das Thema gepackt und so wurde dann der Quilt draus. Ich habe ihm den Titel "Geraubte Unschuld" gegeben. Aus einem gezeigten Videoausschnittt in Erinnerung geblieben ist mir der Satz eines beschnittenen achtjährigen Mädchens, das seine Eltern fragt: "Wenn ihr mich liebt, warum habt ihr mir das angetan?" Berührt war ich auch, weil meine jüngere Tochter zum damaligen Zeitpunkt fast im selben Alter war. Im Folgenden ein Ausschnitt mit einigen Ländernamen.

Mit meinem Quilt ist wohl auch das Klischee, daß wir nur Topflappen nähen, einmal mehr widerlegt.

Auch heute kann ich eine neue Leserin begrüßen. Sei herzlich willkommen, Manu, und freue Dich an meinen Arbeiten.
Arbeiten ist ein gutes Stichwort. Denn ich muß noch Hausaufgaben machen und einige Arbeiten kontrollieren. Leider gilt auch hier: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Liebe Grüße und bleibt gesund.
Petruschka

1 Kommentar:

  1. Liebe Petruschka, das ist eine wundervolle Arbeit und ich danke Dir, daß Du sie mir im Zuge meines Frauenrechtsquilts gezeigt hast. Es ist eine fabelhafte Arbeit und ein großartiger Beweis für das, was Patchwork heute auch sein kann. Ganz wunderbar!

    Nana

    AntwortenLöschen