Sonntag, 27. Mai 2018

Endlich

... kann man sich wieder dem widmen, was einem wichtig erscheint. Diese Datenschutzgeschichte hat uns alle ja schon ein wenig wuschig gemacht. Liebgewonnene Gewohnheiten wie die Bildervorschau der einzelnen Posts oder die Avatare aufgeben zu müssen, scheint mir eher ein Verlust als ein Gewinn zu sein. Aber wenn es denn sein muß ... An dieser Stelle möchte ich mich bei Klaudia bedanken, die mir privat noch wertvolle Hinweise zum Notwendigen gegeben hat. Ich hoffe, die Sache ist jetzt abgehakt.
Genäht habe ich in der Woche eher nicht. Das lag nicht an dieser Datengeschichte, sondern an meiner Unlust. Gestickt habe ich schon, draußen auf dem Balkon sitzend - allerdings erst am frühen Abend, sonst war es einfach zu warm. Der kleine Prinz hat es mir ja angetan. Nun ist er fast fertig, die schwarzen Rückstiche fehlen noch. Die werden das Bild wohl noch einmal komplett verändern.
 
 
Besonders groß ist die Stickerei ja nicht, ca. 15 cm x 15 cm. Ich habe noch so gar keine Idee, wie ich sie weiterverarbeiten könnte.
Dann hatte ich auch noch Atemprobleme. Nun geht es wieder besser und so habe ich heute drei Blöcke für das neue Projekt der QuilThuerer genäht. Traditionelle Blöcke sollen es sein. Während sich einige der Nähschwestern auf die kleinen Blöcke des Dear Jane stürzen, habe ich meine Stoffe nach Amish-Art herausgesucht. Die liegen schon eine ganze Weile hier und warteten auf ihren Einsatz. Für diesen Quilt habe ich sie schon einmal verwendet. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich die Stoffe vor über 10 Jahren in Rothenburg ob der Tauber gekauft.
So lange habe ich auch schon das Buch, in dem das Leben der Amish und vor allem ihre Quilts vorgestellt werden. Daraus habe ich auch die Anleitungen für die Blöcke. Zu jedem Muster ist ein Quilt gearbeitet, allerdings immer in unterschiedlichen Größen. So konstruiere ich mir meine Blöcke eben selbst.
 
Der Neunerblock, ich habe einen doppelten Neunerblock genäht, ist ein klassischer Resteblock. So auch bei mir. Für die bunten Rechtecke habe ich wieder einmal auf Aboquadrate zurückgegriffen. Verarbeitet sind die kleinen Quadrate 3,5 cm groß und der Block kommt ohne Nahtzugabe auf 31,5 cm.
 
 
Zu den bekanntesten traditionellen Amish-Mustern zählt der Streifenblock, der einen grundlegenden Wert der Amish verkörpert: Einfachheit. Die Streifen sind schnell zusammenzunähen. Auch dieser Block mißt ohne NZ 31,5 cm im Quadrat.


Als dritten Block habe ich ein Quadrat im Quadrat genäht. Auch diese Fläche ist aus einfachen Formen zusammengesetzt. Lediglich das Ausrechnen der Maße, damit die Größe von 31,5 cm erreicht werden konnte, war ein wenig aufwendig. (Und ich ein wenig unsicher, ob ich wohl richtig gerechnet hatte.)


Ein bißchen mehr Farbe hätte dem Block ganz gut getan. Aber ich will mit den Stoffen auskommen, die mir noch zur Verfügung stehen. Und das sind eben vorwiegend Blau in mehreren Abstufungen, Grau und Schwarz. Jeweils ein wenig dunkel- und Hellrot habe ich, wie auch einige Aboquadrate.
Insgesamt sollen es neun Blöcke werden. Einer davon soll "aus dem Rahmen fallen". Mal schauen, was sich so ergibt. In besagtem Buch werden zehn typische Amish-Muster vorgestellt.

So, morgen geht es wieder an. Ich wünsche Euch allen einen guten Wochenstart.

Petruschka

Montag, 21. Mai 2018

Beim jährlichen Schrankcheck

... stieß ich mal wieder auf aussortierte Jeanshosen mehrerer Familienmitglieder. Die kamen nun mit in mein Arbeits-/Nähzimmer, wo sie fein säuberlich erst einmal in nähbare Stücke zerlegt wurden. Eine Idee hatte sich festgesetzt und so nähte ich Stück für Stück zusammen. Nach jeder Naht habe ich die Nahtzugabe gleich abgesteppt, um lästiges Ausfransen zu minimieren. Denn unter den Jeans waren auch welche mit Stretchanteil und nicht alle Schnitte waren im Fadenlauf.
 
 
Das hat ganz gut geklappt, denn die Jeansstoffe waren relativ dünn, so daß auch die Nahtstellen leicht zu bewältigen waren. Ich habe dann bunt zusammengewürfelte Stücke von ca. 58 cm x 60 cm genäht und diese dann aneinandergenäht, bis sie eine Länge von ca. 1,80 m hatten. Für die Rückseite nahm ich Bettwäsche, die vom Ausräumen der Wohnung des Schwiegervaters stammt.
 
 
Füttern mußte ich nicht, denn die beiden großen Rechtecke sollen als Sonnenschutz für die Balkonstühle dienen. Der Balkon liegt auf der Südseite und der eine Stuhl hat schon ausgeblichene Stellen. Da dies auch für das Material nicht gut ist, habe ich eben diese zwei Sitzbezüge genäht.
 
 
Ein kleines genähtes Teil ist noch übrig, wie auch kleinere Stoffstücke. Die werden dann wohl zu einem Beutel umgewidmet. Die oberen Teile der Jeans werden nun in der Tonne versenkt, nicht ohne vorher noch die Reißverschlüsse herausgetrennt zu haben.
Reste im eigentlichen Sinne sind die Jeans wohl nicht. Aber da sie einige Zeit in meinem Schrank gelagert waren wie auch andere Stoffe, erkläre ich sie dazu. Und deshalb verlinke ich meinen Beitrag nun beim Restefest von Marion Kunzfrau.
Heute Nachmittag werde ich mich auf den Balkon setzen und eine mir sehr am Herzen liegende Arbeit fortführen.
 
 
Erkennt Ihr den kleinen Mann? Ich warte nun schon mit Ungeduld auf das Kreuzstick-Vorlagenbuch zum "Kleinen Prinzen" von Véronique Enginger, das ich mir nun endlich bestellt habe.
 
Zum Schluß gibt es noch einen kleinen Gruß aus unserem Garten, wo die Pfingstrosen genau zur rechten Zeit blühen. Gestern Nachmittag mit noch fast geschlossenen Blüten mitgenommen, entfalteten sie schon eine Stunde später ihre volle Blütenpracht. Und der Duft erst, herrlich!
 
 
Nun ist das Pfingstwochenende schon fast wieder um. Genießt die verbleibenden Stunden noch und habt einen guten Start in die verkürzte Woche.

Petruschka

Mittwoch, 16. Mai 2018

Immer zur Monatsmitte

... gibt es bei Klaudia und mir die getauschten AMC zu sehen. Nun sind wir schon weit über die Hälfte des Alphabetes zum Thema Natur hinaus. Wie sind  beim "P" angelangt. Heute lasse ich Euch einmal selbst überlegen, welche Begriffe mit "P" aus der Natur uns so zur Verfügung standen.
Mir war schon zeitig klar, daß es P wie Pfau sein sollte. Denn beim Monats-SAL hatte mir das Kreuzstichmuster unheimlich gut gefallen. Außerdem gefallen mir diese Tiere so unglaublich gut. Es sieht irgendwie majestätisch aus, wie sie mit aufgeschlagenem Rad daherstolzieren. Drei Meter beträgt der Durchmesser des Fächers, den kürzere schmucklose Federn unterhalb stützen wie ein Korsett.
 
 
Der Blaue Pfau ist eine Vogelart aus der Familie der Fasanenartigen. Er gehört zur Ordnung der Hühnervögel und ist neben dem Fasan und dem Haushuhn einer der bekanntesten Vertreter dieser Vogelgruppe. Das Männchen ist auch beim Pfau der Hahn. Er trägt einen verlängerten Schwanz, den man Schleppe nennt. Sie besteht aus etwa 150 Federn, die auf jedem Ende ein „Auge“ tragen. Damit will der Pfau Feinde vertreiben und die Weibchen beeindrucken, wenn er das Rad schlägt. Schon im April 2014 habe ich bei einem ersten AMC-Alphabettausch mit Klaudia eine Pfauenfeder als Motiv gewählt.


Im Nachhinein bin ich froh, daß ich das Farbverlaufsgarn, das ich für den ersten Pfau verwendet hatte, nicht mehr im Vorrat hatte. Denn das Türkis ist so schön kräftig, daß es mir sogar noch besser gefällt. Um die Karte zu füllen, gab es dann noch kleine Blumen und einen Strauch und natürlich den Schriftzug, ebenfalls im Kreuzstich.
 
 
Die Weibchen sind die Hennen. Sie tragen nur zurückhaltende Farben. Der Vorteil: Sie fallen weniger auf und sind dadurch beim Ausbrüten ihrer Eier besser geschützt. Vom Schnabel bis zur Schleppenspitze wird ein Hahn etwa zwei Meter lang und wiegt etwa vier bis sechs Kilogramm. Die Hennen sind deutlich kleiner und leichter. Pfauen fressen alles, was Hühner auch fressen: Körner, Kräuter, Würmer. Pfauen können fliegen, aber nicht weit.
 
Klaudia hat sich für Pilze entschieden. Für die AMC hat sie ein Stück Webband verwendet und den Schriftzug aufgestickt.
 
 
Des Weiteren hat Klaudia ganz viel Spitze verwendet. Ihr war nach Shabby, schreibt sie. Und so kann ich wieder eine zauberhafte AMC mein Eigen nennen.
 

 Momentan arbeite ich mich an Jeans-Resten ab und habe auch schon ein Teil fertig. Das zweite ist in Arbeit. Zeitnah sollte es ebenfalls beendet und dann wird es bei Marions Kunzfrau verlinkt, die ja seit Jahresbeginn ein Restefest feiert.

 
Seid Ihr da auch dabei?
 
Petruschka
 

Samstag, 12. Mai 2018

Schrift

... hieß das Thema, mit dem wir QuilThuerer uns zuletzt beschäftigten.
 
 
Keilschrift, Runenschrift kyrillische Schrift, chinesische Schriftzeichen, griechische oder doch arabische? Sollte eher ein Text geschrieben werden, oder nur ein paar Worte? Mir fiel sofort "Voyelles" - ein Gedicht von Arthur Rimbaud -  ein, wo den Vokalen bestimmte Farben und Eigenschaften zugewiesen werden. Aber nicht leicht zu verstehen - auch in der deutschen Übersetzung nicht.
Dann war da eine Auswahl an Aboquadraten mit Schrift, Schreibwerkzeugen, kleinen Texten und Zahlen, die man miteinander kombiniert in einem kleinen Quilt hätte verarbeiten können.

 
Auf jeden Fall ergeben sich aus

 
... längere oder kürzere; gut oder weniger gut aufgenommene; solche, die man gerne wieder liest oder solche, die man gleich entsorgt:

 
Rechnungen, Liebensbriefe, Zeugnisse, Wunschzettel und vieles Mehr. Einmal spontan nachgedacht, kamen der Mann und ich auf fast 30 Begriffe, von denen ich dann eine  Auswahl davon auf den Quilt brachte.
 
 
Die Vorgabe der Breite auf 30 cm setzte Grenzen, sodaß manche Wörter zeilenübergreifend gelesen werden müssen. Könnt Ihr sie lesen?
Die Buchstaben habe ich mittels eines Textilfarbstiftes aufgebracht. Sie sind 2,75 cm hoch. Die Konturen habe ich mit einer Schablone und einem Spezialstift vorgezeichnet. Die Schablone hatte ich noch von diesem Projekt da. Der Auftrag gestaltete sich bisweilen schwierig, denn die Farbe floß nicht immer gleichmäßig.


Schwierig gestaltete sich die Frage nach dem Quilten. Schließlich habe ich die Zeilen eines Heftes nachempfunden. Das Binding habe ich unsichtbar angebracht. So kommt der Quilt nun als Schriftrolle oder Plakat rüber.

Hier könnt Ihr die Quilts der anderen Gruppenmitglieder sehen.

Ich hoffe, Ihr könnt die freien Tage mit Euren Lieben genießen. Der Große ist aus München angereist, die Große aus Jena. Die Kleine/Jüngste ist sowieso noch da. So sind wir nach längerer Zeit wieder alle zusammen.

Habt eine schöne Zeit!

Petruschka

Sonntag, 6. Mai 2018

Eine Reisetasche

... selbst zu nähen schien mir bislang unnötig und unmöglich. Auf der Taschenspieler 4 allerdings steht man als letzter Herausforderung vor der JetSet - einer kleinen Reisetasche für das Wochenende. Nun habe ich ja bereits in neun Wochen acht (!!!) Taschen dieser CD genäht und mich so an verschiedene Schwierigkeiten herangetastet. Zum krönenden Abschluß habe ich dann doch diese Reisetasche genäht.
 
 
Zum Anfang, zusammengelegt, macht sie sich ganz klein und gibt nur wenig von ihrem Charme preis. Für den Korpus habe ich schwarzes und terrakottafarbenes Kunstleder verwendet, übrigens zum ersten Mal. Doch mit vorsichtigem Nähen und einer Jeansnadel ging es ganz gut.
Auf der Vorderseite habe ich eine eingesetzte Tasche genäht, deren Seitenränder unter dem Gurtband verschwinden.
 
 
Der hochgezogene Boden ist leicht geschwungen. Das gibt einen interessanten Effekt, der mir sehr gut gefällt.
Auf der Rückseite habe ich wieder eine Tasche eingesetzt. Mit dem dicken Kunstleder, das man ja nicht stecken kann, war es nicht so leicht, alles akkurat zu nähen.
 
 
Einen weiteren interessanten Effekt bieten die Seiten.
 
 
Eine Kombination aus Karabiner und D-Ring bietet die Möglichkeit, bei Bedarf den Stauraum der Tasche zu vergrößern. Dafür werden die Karabiner ausgehängt.
 
 
Wer mag, kann dann einen Schultergurt an die D-Ringe einhängen. Ich mußte hier improvisieren, da mir zwei weitere passende Karabiner fehlten. Ich hoffe, sie werden zeitnah nachgeliefert.
 
 
Den Boden habe ich mit 2 Lagen Dekovil light und einer Lage Stylevil recht stabil hinbekommen. Außerdem habe ich Bodennägel eingesetzt. Dadurch hat die Tasche einen wirklich guten Stand. Ich hatte die Tasche zum Pressetermin mit Stoffen und einigen Büchern befüllt.
Der Futterstoff ist aus einem ebenfalls terrakottafarbenen Stoff. Die Bodennaht ist allerdings noch nicht geschlossen. Denn um das schwarze Kunstleder abzusteppen, mußte ich auf meine Pfaff ausweichen. Diese hat im Gegensatz zu meiner Elna einen Freiarm. Nach einem kleinen Unfall allerdings läßt die Pfaff gern mal Stiche aus, was sie eben auch hier getan hat. Da werde ich wohl "Hand anlegen" müssen, um die fehlenden Stiche auszugleichen.
Insgesamt bin ich wirklich gut zurechtgekommen mit dem Schnitt und deshalb bin ich auch froh, diese Tasche genäht zu haben. Wann sie zum Einsatz kommen wird, steht noch nicht fest. Vor den Sommerferien ist jedenfalls keine Reise mehr geplant.
So, nun setze ich mich zum vorerst letzten Mal zu Emma, die alle JetSet Taschen sammelt und dafür ein großes Danke verdient hat. 
 
Petruschka