14 September 2021

Stich für Stich

 ... habe ich an meinem neuesten Applikationsblock gemacht. Andere kamen noch dazu, sodaß ich heute auch etwas zum Zeigen habe. 

So langsam geht es bei meinem Dauerprojekt der "Lieblingsdinge" voran. Nicht so schnell wie gehofft, aber doch so schnell, daß ein Ende planbar ist. Nach dem im von Maja in Leben gerufenen SAL sind nun schon drei Blöcke fertig geworden. Der Freundinnen-Block ist ein relativ großer.


Gefühlt ewig hat die Auswahl der Kleiderstoffe gedauert. Und meine Art der Applikation dauert vielleicht auch ein wenig länger. Ich füge nämlich erst einmal alle Teile zusammen, um sie dann in einem Rutsch zu applizieren. Hier sind das eben Kleid, Unterkleid und Kopf. Die rechte Figur ist komplett appliziert, die linke erst mal nur geheftet. Die umarmenden Hände werde erst am Ende appliziert. Die Wiese, die Schuhe und die Stickereien sollten bis zum Sonntag zu schaffen sein. 

Vor einigen Tagen erst konnte ich hier nachlesen, welche Farben nun für meine schrägen Sterne gebraucht werden. Seit Juli hing ich da in der Luft. Nun, für Oktober ist Orange vorgegeben. Gestern nun habe ich die entsprechenden Quadrate herausgesucht und heute Morgen die ersten Teile genäht.


Die Sternenteile sind schon getrimmt, die einfarbigen haben das noch vor sich. Reste ergeben sich auch durch das Abtrennen der Ecken.


Die werden alle fein säuberlich gesammelt und sicher bald auch verarbeitet. Auf dem Bügelbrett warten die nächsten Quadrate auf ihre Verarbeitung.


Innerhalb der vergangenen Wochen habe ich auch einen Kinderquilt begonnen. Das Zusammensuchen der Quadrate war schon zeitintensiv, das Nähen dagegen ging recht zügig voran. Das Quilten wird zeitnah geschehen - das Baby ist schon geboren. 


Ich habe auch etwas Fertiges zu zeigen 😊, nämlich die grünen Socken, die ich im Mai begonnen hatte.


In einer Handarbeitszeitung hatte ich das Lochmuster entdeckt. Das war jetzt keine Hürde, eher die Käppchenferse, die ich seit Ewigkeiten nicht mehr gestrickt hatte. Besonders schwer ist die ja auch nicht, aber ich mußte schon einige Male nachlesen. Mit diesem grünen Paar Socken unterstütze ich diese Aktion.

Alles in allem war ich schon fleißig, aber mit dem Fertigstellen hapert es. Auf der anderen Seite habe ich dann im Oktober auch wieder Stiche zu zeigen😁.

Ich verlinke den Post bei Doris, die wieder alle Eure getanen Stiche sammelt.

Petruschka

12 September 2021

12 von 12 im September

 ... sind gerade erst fertig geworden. Irgendwie nichts los hier am Sonntag. Es ist fast so, als würden wir uns von einem Essen zum anderen gehangelt haben.

Gestern waren wir außer Haus feiern und waren spät zurück. Da ich doch viel zeitiger wach war als gehofft, trat Plan B - außer Haus essen - zurück. Die Porreesuppe war noch vor dem Frühstück fertig.

Da ich seit gut anderthalb Jahren Intervallfasten praktiziere, gibt es erst zwischen 9.30 und 10 Uhr Frühstück. Heute gab es mal wieder Skyr mit Kefir angemacht und frischen Feigen. Obendrauf kam noch eine Portion Flocken.


10.30 Uhr war Abfahrt nach Weimar. Der Mann setzte erst mich, dann die Tochter ab und fuhr dann selbst in den Garten. Ich lief durch das sonntäglich leere Atrium, um am Ende die Stufen ins Lady-POM zu erklimmen.


Nach knapp 2 Stunden ging es zurück nach Hause, um dort gegen 13.30 Uhr Mittag zu essen. Clevererweise ist genug für das morgige Mittagessen des Mannes übrig geblieben. 


Schon gestern Vormittag hing ich Wäsche auf dem Balkon auf. Sie hatte genug Zeit trocken zu werden.


Anschließend ging es mit der gerade abgenommenen Wäsche ans Bügelbrett. Wer weiß, wann in den nächsten Tagen Zeit dafür sein wird.


Danach gönnte ich mir erst einmal eine Runde Lesen auf der Couch, die Beine hochgelegt. Ich habe ca. ein Drittel geschafft und mußte erst einmal vorblättern, um meine Neugier zu befriedigen.


Später saßen wir da und haben Fotos gesichtet. Die Große hat gestern ihre Hochzeit vom 12.12.2020 mit der Familie und Freunden nachgefeiert.


Zum Kaffee am Sonntagnachmittag gegen 17.00 Uhr gab es Rosinenstuten mit Johannisbeeraufstrich (sehr lecker) und einer neu entdeckten Erdnußbutter. Gern lösen wir das Kreuzworträtsel aus der Sonnabendzeitung.


Während der Mann das jüngere Tochterkind zum Zug nach Hannover brachte, schaute ich auf unserer digitalen Plattform nach, ob schon Aufgaben hochgeladen waren.


Es gab etwas zu tun, was ich bis zum Abendessen auch erledigte. Für die Vorbereitungen war ich heute zuständig. Das komplette Gemüse - Möhren, Gurke, Radieschen, Tomaten - stammt aus eigenem Anbau. Die Tomaten tragen nun zwar nicht mehr, aber alles andere ist noch reichlich zu ernten. 


Nach Absprachen zur kommenden Woche zog ich mich nun ins Arbeitszimmer zurück, um diesen Post zu schreiben. Um die 12 Fotos voll zu machen, gibt es noch eins von meiner derzeitigen Applikationsarbeit an den Lieblingsdingen. Ein wenig werde ich nachher noch daran arbeiten.


So das war's für heute. Nur noch das Verlinken bei Caro, dann geht es wieder auf die Couch.

Petruschka

10 September 2021

Wenn Rot und Blau

 ... gemischt werden, bekommt man Violett. Dies ist die letzte Farbe bei der Regenbogenchallenge auf Instagram, die aber auch auf einigen Blogs zu verfolgen ist. Ich habe mich von Nealundderdickeopa anfixen lassen und habe auch für diese Woche violette Dinge in nur 5 Minuten zusammengetragen. Ein wenig Schmu ist dabei, hatte ich doch im Vorfeld überlegt, wo im Haus Fadenspiele alles Dinge dieser Farbe stecken. Zusammengetragen habe ich sie heute Morgen. 


Ich habe tatsächlich viele Dinge bei mir im Arbeitszimmer, das gleichzeitig auch mein Nähzimmer ist, gefunden. Das Herz hängt an einem Regal und ist mit Lavendel gefüllt. Auch die Kerze im Glas hat einen Lavendelduft. Auf meinem Schulhefter - der violette ist für Seminarfach in der Oberstufe- liegen verschiedene Garne und Stoffe. Der Würfel oben rechts ist ein hübsches Spielzeug, was ich schon fast vergessen hatte. Darunter ein Glas mit getrockneten Lavendelblüten aus dem Garten. Ich bin völlig im Unklaren, wo die dänisch bezeichneten Ricola herkommen. Das Genähte ist der letzte Teil eines Wandbehanges, der die Farben des Regenbogens in ihrer Reihenfolge zeigt. Dies war ein Thema der QuilThuerer. Hier könnt Ihr noch einmal den Post dazu lesen. Ich mag Feigen gern und da ich gerade welche zu Hause hatte, mußte eine mit auf das Bild. Das kleine Label paßte gut in die Lücke. Immer wieder gern nähe ich aus Schokoladenpapier Täschchen. Upcycling nennt man das wohl. Das ungewohnte Format kommt daher, daß die Schokolade aus Frankreich mitgebracht wurde. Unten nun geht es mit einem Kohlrabi weiter, natürlich aus unserem Garten stammend. Schwarze Johannisbeerengelee oder Konfitüre esse ich als fast einzigen süßen Brotaufstrich - gern auch auf herzhaftem Käse 👌. Ein Aufsteller mit Sinnsprüchen in Französisch ziert die andere Seite des Arbeits-und Nähtisches, derzeit mit Lavendelbildchen. Die AMC war ein Probestück. Passend zum Lavendel im Glas, zur Kerze, dem Bild gibt es auch einen kleinen Stoffrest mit Lavendelmotiv. Und das Buch habe ich in kurzer zeit ausgelesen. allerdings geht hier nicht um Lavendel, sondern eine alte Platane, die gefällt werden soll. In diesem eher hellen Violett hatte ich mir im letzten Jahr ein Kleid genäht. Keine Angst, von diesem Anblick bleibt Ihr verschont. 

Schade, daß ich zu spät dazu gestoßen bin. Diese Collagen zusammenzustellen hat unheimlich Spaß gemacht. Am Gelb hätten die Sonnenblumen in unserem Garten einen großen Anteil gehabt. Zur Freude aller hatte ich wieder einen Strauß für das Wohnzimmer gepflückt.


Sie leuchten wirklich so wie auf dem Foto. Der Wochenspruch von Sokrates paßt sehr gut: In jedem Mensch ist Sonne. Man muß sie nur zum Leuchten bringen.

Zum schluß noch ein bißchen Farbe. Vorgestern Morgen gegen 6.30 Uhr konnte ich folgendes Foto schießen.


 Eine solche Wolke habe ich noch nie gesehen. Wie ein Sahnehäubchen schwebt sie über dem Ort. Und dann noch die aufgehende Sonne, die sich zwischen den Bäumen zart bemerkbar macht. Ich war fasziniert.

So genug geschwärmt von Farben. Spät ist es wieder geworden. Deshalb sage ich jetzt nur noch: Gute Nacht und habt ein schönes Wochenende.

Petruschka

05 September 2021

Der Sew Along

 ... von Maja organisiert, bringt mich allwöchentlich dazu, an den Applikationsblöcken meiner Lieblingsdinge zu arbeiten. Und so ist ein weiterer Block fertig geworden.

Zusammen einen Quilt nähen. Das haben sicher alle von uns schon getan. Wir QuilThuerer haben es getan und auch mit mir unbekannten Patcherinnen habe ich durch Swaps Blöcke erhalten bzw. an Round Robins mitgenäht. 

Das Nadelkissen hatte ich bereits beim letzten Mal fertig. Nun stecken auch einige Stecknadeln mit bunten Glasköpfen drin. Diese sind dreifache Knötchenstiche mit vierfädigem Garn. 

Natürlich wird auch das Lineal/Maßband gebraucht. Entgegen der Vorlage habe ich eine Einteilung in Zentimeter vorgenommen. Auch wenn viele Anleitungen in Inch gegeben sind, ich arbeite immer noch mit Zentimeter. Die Zahlen habe ich allerdings nicht gestickt, sondern "aufgemalt".

Drei kleine gepatchte Blöcke hat Anni Dawns in ihrem Quilt untenan gesetzt, bei mir sind es nur zwei. 

Der Windmühlenblock gefällt mir als Motiv immer gut, für meinen habe ich zwei Reststücke verwendet. Und den anderen Block habe ich beim Stöbern in meiner Kiste mit Probeblöcken gefunden. Leicht verkleinert hat er jetzt seinen Platz auf dem Applikationsblock. Und so ist wieder ein Motiv beendet. Das nächste habe ich bereits herausgesucht. Damit fange ich allerdings erst morgen an.

Gestern waren mein Mann und ich in unserer Kreisstadt. Schon seit längerem wollten wir uns die neue Ausstellung im Kunsthaus ansehen. 

Es werden Drucke in verschiedenen Techniken gezeigt, wie gewohnt farbenfroh, mit ein wenig Silber, vielen Augen und Fenstern. Ich fand es schön und bin immer wieder überrascht, wie mein Mann Kunst sieht. Es sind übrigens Leihgaben von privaten Sammlern - die wollen lieber nicht genannt werden. Deshalb durfte man auch keine Fotos machen. Wir haben uns einen großen Kalender mitgenommen. 

Morgen nun geht das neue Schuljahr los. Ich freue mich auf meine Klasse und bin gespannt, wie das alles am Anfang funktionieren wird mit dem Testen, den neuen/ alten Regeln und überhaupt.

Petruschka

03 September 2021

Fundstücke

Wie viele von Euch räume auch ich seit mehreren Jahren immer mal wieder aus. Da gibt es keinen Plan. Es ergibt sich aus Zufall und Laune, was als nächstes dran ist. Andere gehen es da energischer und planvoller an, machen sich Bingos (hallo, Valomea), haben es als Jahresprojekt deklariert oder holen sich jemanden Professionelles ins Haus.

Es ergab sich, daß ich die Karte vom Ilmtalradwanderweg suchte. In Vorbereitung unseres Wandertages zum Ende des vergangenen Schuljahres wollte ich schon mal vorplanen. Wir sammel(te)n diese Arten von Materialien im Schlafzimmerschrank in einer zwei Kisten. Leider kam ich erst nach dem Aufräumen auf die Idee, das Ganze zu dokumentieren. Deshalb fehlt das Ausgangsbild. 

Bis zur vergangenen Woche lagerten diese Kisten nun zwischen, in meinem Arbeits- und Nähzimmer. An einem nun verregneten Tag kam ihre Zeit. Was ich da so alles fand, rief bei mir nur Kopfschütteln hervor. 


Oben links seht Ihr die abgetrennte Briefmarke eines Briefes, bei dem das Porto noch 55 Cent betrug. Ein Faltblatt zu einem Schloß an der Loire aus dem Urlaub 2008, ein Faltblatt mit Preisen in DM für die Hamburg-Card folgen. Weiterhin jede Menge französischer Briefmarken, wo in weiser Voraussicht die Frankatur fehlt, durch das Motiv aber klar ist, aus welchem Jahr sie stammt - Mitbringsel aus den zahlreichen Frankreichurlauben. Dann fand ich eine Verwarnung, die wir Ostern 2003 in Binz für falsches Parken bekommen haben. Warum hat mein Mann die aufgehoben? Des Weiteren gab es viele Glückwunschkarten zur silbernen Hochzeit - in diesem Jahr feiern wir den 34.Hochzeitstag. Und zuletzt ein Stadtplan von Rostow-am-Don, wo mein Mann 5 Jahre und ich ein Jahr studiert haben. Das war in den 80er Jahren. Hier habe ich mal davon berichtet. Bei regelmäßigen Treffen ehemaliger Studenten war zu erfahren, daß sich dort sehr viel verändert hat - nicht unwahrscheinlich nach über 30 Jahren.

In einem sehr gut gefüllten Schuhkarton fanden sich Unmengen Postkarten, auch solche, die als "Ziehharmonikas" gekauft wurden, aber durch ihr kleines Format nie zum Einsatz kamen. Werbepostkarten, solche, die potthäßlich waren, dann welche, die schon beschriftet waren - kurz, auch da habe ich kräftig aussortiert. Ganz so mutig war ich dann aber doch nicht - einen 5 cm hohem Stapel habe ich behalten. Vielleicht komme ich ja doch noch mal nach Lissabon oder nach Zypern, Gräfenhainichen (Ferropolis) oder Jeßnitz (Irrgarten)? Obenauf landete eine Karten von Greifswald - das muß ein Zeichen sein, denn da habe ich studiert 😁.


Entsorgt habe ich ebenso die veralteten Kataloge der Fremdenverkehrsämter, diverse Atlaskarten verschiedener Feriengebiete, Infozettel in verschiedenen Sprachen zu Sehenswürdigkeiten, eben alles, was in den vergangenen Jahren nicht gebraucht wurde und voraussichtlich auch nicht mehr gebraucht wird. All dieser nun unnütze Krempel wog 5,8 Kilo.


Die Waage zeigt hier 6,2 Kilo an. Bei einem Eigengewicht von 400 Gramm bleiben eben die 5,8 Kilo übrig. In der Kiste sind nun aktuelle Wanderkarten, Stadtpläne und kleine nützliche Museumskarten. Ich bin noch am Überlegen, ob all das nicht besser bei unserer Reiseliteratur aufgehoben sei. Vorerst jedoch kam die Kiste an ihren alten Platz zurück. 


Ich habe so im Aufräummodus gleich noch die beiden Schuhschränke sowie die zwei Schuhregale ins Visier genommen und den Mann und Tochter genötigt, nicht mehr getragene/ kaputte/ ungeliebte Schuhe/Stiefel/Sandalen/Badelatschen ... rauszusuchen und gleich in die Container zu bringen. Als nächstes kommen die Garderoben dran! Was sich so alles angesammelt hat ...

Und, wo sind Eure Schrankleichen? Welche Fundstücke habt Ihr so aufgetan? Wie "plant" Ihr die Aufräumaktionen? Laßt es mich wissen.

Petruschka

01 September 2021

Heute mache ich Blau

 ... Eine Collage mit blauen Dingen, die innerhalb von 5 Minuten in der Wohnung gefunden werden, ist die Herausforderung in dieser Woche. Hier findet Ihr die Informationen dazu.

Hier hatte ich schon grüne Dinge gesucht und gefunden. Nun also Blau. Dies ist meine Lieblingsfarbe, wie auch die vieler Deutscher. Ich habe alle Dinge in meinem Arbeits- und Nähzimmer gefunden. Das ist prima, ist es doch leichter, alle wieder schnell an ihren Platz zurückzulegen.


Im blauen Körbchen sind verschiedene Nähutensilien versammelt. Ich habe in der kurzen Zeit alle sichtbaren blauen Garne und Spulen vom Nähtisch herausgesucht. Es gibt noch eine Dose mit ganz dünnen Stecknadeln, ein Kreidestift, ein Markierstift, eine klitzekleine Taschenlampe, ein Speicherchip, abgetrennte Hemdenträger und ein kleiner Roller, um Nähte flach zu machen.
Dann gibt es die nach einer Anleitung von antetanni genähte Maskentasche inklusive einer medizinischen Maske. In einer kleinen Schickschnackdose fand ich ein Armband. Mittendrin habe ich ein Paar Ohrringe platziert. Das Tool daneben hat eine kleine Bürste vornedran. Keine Ahnung, wo die herkommt und wofür sie benutzt wird. Die Briefmarke stammt wiederum von den aussortierten Dingen, von denen ich schon bei den grünen Dingen sprach. Die Dose mit dem blauen Dosenkleid beherbergt sonst Stifte und Lineale. Und im Brillenetui wartet die Sonnenbrille auf einen möglichen Einsatz.
In der hübschen blauen Dose mit dem Mond lagert ein Top eines Miniquilts (auch in Blau). Bei Quilt- und Textilkunst in München hatte ich einen Anhänger bekommen, und für Ausstellungen haben wir QuilThuerer einen Anstecker mit Namen. 
Zuletzt noch ein Buch mit blauem Einband. Das Buch wartet noch auf die Lektüre. Denn es gibt noch eine Vorgeschichte, die zuerst gelesen werden will. Doch da es prominent in meinem Gesichtsfeld liegt, war es der erste blaue Gegenstand für diese Collage.

Wahrscheinlich habt Ihr weniger vom Autor Frederik Backman als eher von seinen Buchtiteln gehört: "Ein Mann namens Ove", "Britt-Marie war hier" und "Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid". Wenn Ihr auch die Titel nicht kennt, ist dies eine Buchempfehlung 👍.

Und, habt Ihr heute auch schon Blau gemacht? Hier könnt Ihr nachlesen, woher der Ausdruck stammt.

Petruschka

30 August 2021

Das Warten

 ... auf eventuell schöneres Wetter als an den vergangenen Tagen hat sich nicht gelohnt. Heute bin ich nun doch in den Garten, um meinen neuesten kein-UFO-mehr-sondern-fertiger-Quilt zu fotografieren. 


Es regnete immer noch, wie schon in den vergangenen Tagen mal mehr, mal weniger. Der Gartenweg war schon ganz schön aufgeweicht. Auch das Licht war eher bescheiden. Dennoch schoß ich ein paar Fotos von den noch nicht gezeigten fertigen Blöcken.


Ich habe alle Blöcken im Abstand von einem Zentimeter zum Rand mit Blumengarn und einer dickeren Stopfnadel gequiltet.


Blumengarn ist ein dickeres Stickgarn, das einfädig gestickt wird. Es ist nicht so fein wie normales Stickgarn, aber auch nicht so grob wie Perlgarn. 


Es ist ziemlich glatt, aber durch die drei Lagen durch zu quilten, war schon eine Herausforderung.


Meine Finger haben jetzt erst mal eine kleine Pause verdient. Ansonsten habe ich mit der Maschine das Quadrat um die gemusterten Stoffe gequiltet. 


Da die Blöcke durch einen monatlichen Tausch entstanden sind und mein Thema "Frühling" war, sind einige Motive mehrfach vorhanden, so auch die Tulpen. 


Aber auch Ostern wird mehrfach ins Spiel gebracht. Das gehört zum Frühling einfach dazu. Und auch, wenn das Jahr schon fortgeschritten ist, habe ich den Quilt vorerst in meine Dekoecke gehängt. 


Jetzt passen auch alle Stickereien zusammen. Hach, was bin ich froh, daß ein weiteres UFO der Vergangenheit angehört. Ein nächstes habe ich noch nichts herausgesucht. Vorerst ist eine Babydecke in Arbeit. 

"Sommer, nimm das!" bin ich versucht, beim Anblick der Sonnenblumen in unserem Garten zu sagen. Ich habe einige Stängel abgemacht und erfreue mich nun im Wohnzimmer an diesen kleinen Sonnen.


Ich hoffe, auch Ihr trotzt dem Wetter und macht das Beste draus.

Ich verlinke meinen Post noch bei Valomea, die wieder die Beiträge der abgearbeiteten UFOs sammelt.

Petruschka

26 August 2021

Eine Collage

 ... mit grünen Dingen, die innerhalb von 5 Minuten in der Wohnung gefunden werden, ist die Herausforderung der Woche. Es ist eine Fotoaktion von Frau Rösi, eigentlich auf Instagram, aber von antetanni auch in die Blogs geholt. Bei nealichundderdickeopa bin ich gerade daran erinnert worden.

Diese Aktion geht schon in die 4.Woche, aber ich bin zum ersten Mal dabei. Gestartet im Arbeits- und Nähzimmer bin ich dort am meisten fündig geworden. Aber auch in anderen Zimmern bin ich fündig geworden.


Das Ganze ist unterlegt mit der grünen Schneidematte. Zucchini, Apfel und Flaschenöffner stammen aus der Küche, ein Ligretto-Spiel und ein Filzstift aus dem Gästezimmer, Kneipp-Öl und Handcreme aus dem Bad. Die Strickarbeit rechts ist ein Socken, dazu gehört der passende Stricknadelköcher links. Auch das Stickgarn ist aus dem Wohnzimmer. Kermit sitzt bei mir auf dem Regal, das Vogel-Lesezeichen, der kleine Prinz sind in meinem Gesichtsfeld, das Pons-Bildwörterbuch habe ich kürzlich gekauft. Mein Namensschild ist ein Geschenk einer Nähschwester, die einen Kalligraphiekurs belegt hatte. Zuletzt lag noch eine Metrokarte aus Rio de Janeiro herum. Das Tochterkind war 2016 mit dem Olympiagjugendcamp dort. Wieso sie dort lag, schreibe ich in einem anderen Post.

Die Aktion hat mir großen Spaß gemacht. Nächste Woche ist Blau die Farbe der Woche.

Petruschka

24 August 2021

"Frankreich

 ... das ist der Sehnsuchtsort." Das meine nicht nur ich, sondern auch im Speziellen Micky Beisenherz, dessen Kolumne im Stern erscheint. Im Nachgang unseres Frankreichaufenthaltes habe ich mich durch die Zeitungen und Zeitschriften gelesen und bin so auf seinen Beitrag gestoßen. Ich werde am Ende des Posts noch einmal darauf eingehen.

Sehnsuchtsort Frankreich - das stimmt definitiv für mich. Da fahre ich in den Urlaub hin, da bin ich entspannt, lasse mich treiben von meinen Wünschen, dieses oder jenes zu tun. Da kann ich Französisch sprechen, hören, einatmen - und muß nichts korrigieren 😏. (Da werde höchstens ich korrigiert.) Verschiedentlich habe ich auch hier über unsere Frankreichurlaube berichtet. Vor vier Jahren haben wir von unserem Urlaubsort in der Picardie zwei Tagesausflüge nach Paris gemacht (daher stammen die Aussichten vom Eiffelturm). Von Seiten der Schule hatte ich auch schon mehrere Aufenthalte in Paris.

Nun also Lyon und Paris mit der Jüngsten. Im vergangenen Jahr waren wir zuerst in Brüssel und dann in Paris. Von diesem Aufenthalt habe ich auch Fotos rausgesucht, aber nur von Orten, wo wir auch in diesem Jahr waren. Aber da wegen der Pandemie nur wenige Touristen in Paris waren, sieht man da einiges besser. Das Kind und ich waren ja schon mehrere Male in Paris, zusammen, aber auch getrennt, mit Schülergruppen. So hatten wir uns für dieses Jahr Ziele vorgenommen, die eher am Rande mal in den Fokus geraten waren.

Von Lyon aus fährt man mal gerade zwei Stunden mit dem TGV und das zu einem sehr moderaten Preis (wenn man lange genug vorher bucht). So waren wir schon 12.00 Uhr in unserem Hotel, wo wir ein Appartement mit Kleinküche gebucht hatten. Wir konnten glücklicherweise sofort das Zimmer beziehen, das war echt ein Glücksfall. Nach einem Mittagessen im Viertel sind wir ins Zentrum, ins Rodinmuseum. Das Museum befindet sich im Hotel Biron, in dem Rodins  zeitweilig sein Atelier hatte und zusammen mit seinem Sekretär Rainer Maris Rilke wohnte. Noch zu Lebzeiten veranlaßte er, daß nach seinem Tod der Staat das Haus als Museum einrichtet.

Die Sammlung präsentiert berühmte Plastiken bzw. Vorstufen dazu. Eine berührte mich besonders durch ihre Schlichtheit.

"La cathédrale" - ist das nicht ein schöner Name für diese Plastik. Diese Sanftheit, diese Zartheit, aber auch eine gewisse Bestimmtheit - hier sagt die Geste einfach mehr als Worte. Ich war hin und weg.        

Vor Ewigkeiten war ich mal mit der Schule im Rodin-Museum. Aber das wohl berühmteste Werk Rodins, "Der Kuss", war da gerade nicht ausgestellt. Nun aber konnten wir es bewundern. 

Zu den Konzepten moderner Museen gehört wohl auch, einen zweiten bzw. mehrere Künstler thematisch entgegenzusetzen. In einem Nebengebäude gab es eine temporäre Ausstellung. Hier war es unter anderem Picasso, dessen Kuß eben ganz picassomäßig ist.

Mit dem Kind war ich im vergangenen Jahr im Picassomuseum. Auch in Brüssel hatten wir im Magrittemuseum einige Werke von Picasso sehen können. Aber ein gewebter Teppich hatte meine ganze Aufmerksamkeit.

"Guernica" - in seinem Gemälde verarbeitet Picasso den furchtbaren Schrecken des spanischen Bürgerkrieges. Faszinierend, wie Original und Teppich dieselbe Wirkung auf mich haben.

Auch Edward Munch kam zum Zuge. Er hatte sich die Plastik "Der Denker" ausgesucht und als Gemälde verewigt.

Zum Museum gehört auch ein weitläufiger Garten, in dem weitere Plastiken ausgestellt sind. Von hier aus hat man einen Blick auf zwei ziemlich markante "Höhepunkte" der Stadt.


Im Vordergrund ist der Invalidendom zu sehen, links daneben, eher klein, der Eiffelturm. Auf der linken Seite der Seine waren wir in diesem Jahr gar nicht. 

Denn am nächsten Tag sind wir ins Musee des arts décoratifs, dem Museum für Kunstgewerbe und Design. Dazu mußten wir vorher ein Zeitfenster buchen. Das Museum selbst ist einem Flügel des Louvre untergebracht ...


... und beherbergt auch das Modemuseum und das Museum für Werbegeschichte, die beide eigene Wechselaustellungen zeigen. Es waren quasi drei Museen in einem, was sich natürlich auch auf unsere dortige Aufenthaltsdauer auswirkte.
Begonnen haben wir, und das war richtig so, denn da waren wir über ein Stunde, in einer Schmuckausstellung. Sooo schön, die einzelnen Stücke, aber schwer zu fotografieren, da sie natürlich alle hinter Glas ausgestellt waren.



Dann landeten wir in einer Ausstellung, in der Fotos vom Anfang der Fotografie bis heute ausgestellt waren. Sie führten uns von fernen Ländern über Modefotografie, Architektur, Landschaftsfotografie bis hin zur Werbung. 


Cyanotypie - der Blauton ist faszinierend.


Verfremdete Architektur - der Eiffelturm als Dino.


Modefotografie in Schwarz/ Weiß - präsentiert auf unverputzten Wänden. Ich vermute mal, daß das beabsichtigt war. Ich fand nirgends einen Hinweis darauf, wie dieser Umstand einzuordnen ist.

Dann sahen wir Wohnungseinrichtungen verschiedener Epochen. Ganze Wohnungsfluchten sind zu sehen, aber schwer auf einem Foto einzufangen. Fotomäßig beschränke ich mich auf diesen außergewöhnlichen Sessel. Ich habe leider die Bezeichnung vergessen. Ich meine mich zu erinnern, daß es mit "secrets" zu hat.


Ganz nach meinem Geschmack waren die Räume zum Jugendstil und Art déco. Ist das Wohnzimmer nicht schön? So viele Details bei den Möbeln, herrlich.



Als unser Hunger nach gut drei Stunden zu groß wurde, machten wir uns auf den Weg zum Ausgang. Um dann dort noch auf ein Urtier zu treffen.


Dieses Nashorn stammt vom Bildhauer und Graveur François-Xavier Lalanne und ist, wenn der Panzer geöffnet wird, als Schreibtisch konzipiert. Es besteht aus Messing, Messingdraht, Kupfer, Stahl.

Nach einem sehr späten Mittagessen, es war eher Kaffeezeit, sind wir zu den Galeries Lafayette - von der Dachterrasse hat man einen großartigen Blick auf Paris.


Links kann man die Hinterseite der Pariser Oper sehen. Und in der Ferne grüßt der Eiffelturm, von wo aus man sicher an diesem Tag eine tolle Sicht hatte. Natürlich haben wir auch einen kleinen Rundgang durch die Abteilungen gemacht. Ich habe auch ein kleines Geschenk mitgenommen. es ist etwas für meinen bald auf die Welt kommenden Enkel. 

Montmartre hatten wir auch im letzten Jahr besucht. Aber da ist einiges "liegengeblieben", das wollte ich nachholen. Doch vor einem Besuch steht der Aufstieg. Für mich war es motivierender, von oben herab nach unten die Stellen aufzusuchen, wo ich hinwollte.


Gestählt durch die täglichen 6000 Schritte bzw. Fitneßstudiobesuche kam ich gut mit den unzähligen Stufen zurecht. 129 Meter hoch ist der Hügel an seiner höchsten Stelle. In diesem Jahr wollte ich unbedingt in die Basilika Sacré-Cœur, anstelle nur davor zu stehen.


Und ein Besuch lohnt sich definitiv. Kirchen strahlen eine Erhabenheit und Schönheit aus, die auch mich als Nichtgläubige faszinieren. Im Inneren waren noch Informationstafeln zur Baugeschichte aufgestellt. 
Den "Espace Dalì" hatten wir schon mehrfach besucht, nun wollte ich ins Musée Montmartre, das nur wenige Schritte vom Place du Tertre entfernt liegt. Der Eingang ist ein wenig unscheinbar, das Museum allerdings nicht. 


Es zeigt mit Gemälden, Plakaten und Zeichnungen von Toulouse-Lautrec, Modigliani, Suzanne Valadon und ihrem Sohn Utrillo und anderen das Künstlerleben  in den Ateliers und Cabarets des Montmartre-Viertels von einst. Es sind eigentlich mehrere Häuser, jedes mit einem eigenen Schwerpunkt. Die aktuelle Wechselausstellung "Le Paris de Dufy" hat mir sehr gut gefallen. Auch hier gab es einen Bildteppich.


Wenn man in den Graten hinuntersteigt, kann man einen Blick auf den Weinberg erhaschen. Es gibt auch ein kleines Café. Aber wir hatten ein anderes Ziel für das Mittagessen.
Ein kleines Stück weiter hinunter steht das Maison rose, das rosafarbene Haus. Dieses war früher ein Künstlerkabarett.

Im 18.Jahrhundert standen auf dem Montmartrehügel noch zwölf Mühlen, die zum Mahlen von Mehl und Blumen sowie zum Pressen von Trauben gebraucht wurde. Heute sind es nur noch zwei. Eine davon ist die Moulin de la Galette.


Weiter ging es hügelab. Unerwartet stießen wir auf Häuser, die ich eher an der See erwartet hätte. Schick, oder?


Und auch das ist Paris, man muß einparken können. Hinter dem kleinen weißen Auto links auf dem oberen Foto blieb nicht viel Platz.


Es wird ja kolportiert, daß man in Paris lieber nicht die Handbremse anziehen sollte, damit der Vorder- oder Hintermann noch "schieben" kann. Beobachtet habe ich eine solche Aktion noch nicht, aber vorstellen kann man es sich bei solchen Situationen.
Mein nächstes Ziel war das "Café des deux moulins" - das Café, in dem Amélie Poulain arbeitet.


Ehrlich, im Inneren mag es genauso wie im Film aussehen, die Einbettung in die Straßenszenerie in echt hat mich ein wenig enttäuscht. 
Gelesen im Roman von Nicolas Barreau "Die Liebesbriefe von Montmartre" hatte ich von der "Mur des je t'aime". Die hatten wir schon im letzten Jahr besucht, aber auch in diesem Jahr statteten wir ihr einen Besuch ab. Das Foto stammt vom vergangenen Jahr, da war das Fotografieren viel einfacher, da ohne Touristen.


Es ist eine alte Hausmauer, in die eine riesige Tafel eingelassen ist, auf der angeblich in allen Sprachen der Welt "Ich liebe dich" steht.

"Ich sah sehr viele Menschen an diesem Tag, Menschen jeden Alters und aus ganz unterschiedlichen Ländern, aber eines hatten sie alle gemeinsam: Wenn sie sich umdrehten und von der Wand wegtraten, lag ein Lächeln auf ihrem Gesicht."

Unser Weg nach unten endete in einem Café in der Nähe der Moulin Rouge. Beabsichtigt war das nicht, aber so hatten wir noch ein Erlebnis der anderen Art.


Denn auf einmal tauchten in unserem Sichtfeld Polizisten in voller Montur auf. Erst zwei, dann sechs, zehn ... In der angrenzenden Gasse parkten  unzählige Mannschaftswagen. Da beschlossen wir, lieber zu gehen. Von links näherten sich auch schon Demonstranten. Wir schlugen die andere Richtung ein, dem Grünstreifen des Boulevard Clichy folgend. Das muß die Pariser Reeperbahn sein. Rechts und links davon gab es einen Sex-Shop am anderen. Das hätte uns auch klar sein können, schließlich war es Pigalle. Am Abend sahen wir in den Nachrichten, daß es frankreichweit wieder einmal Proteste gegen den Pass sanitaire, das Gegenstück zu unseren 3xG, gab. Apropos pass sanitaire. So ziemlich überall mußten wir ihn vorzeigen: in den Museen, den Restaurants, den Cafés, im Zug, im Boot auf der Saône. 

Nach einem Besuch auf dem Friedhof Père Lachaise in den 90ern und vor allem nach einer Kurzsequenz aus dem Film "Paris, je t'aime" wollte ich wieder einmal dahin. Sein morbider Charme begeisterte mich.


Dieser Friedhof ist der größte der Stadt. Inzwischen sind hier über eine Million Menschen begraben, darunter viele berühmte Persönlichkeiten aus dem künstlerischen Bereich. Gesucht und gefunden haben wir die Gräber von Jim Morrison, Edith Piaf und Oscar Wilde.


Begegnet sind wir ganzen Gruppen, die von Guides angeführt, eine Grabtour machten. Da, wo sich Menschen ansammelten, mußte ein Berühmter liegen. Gern wäre ich noch länger durch die Reihen spaziert, aber es war einfach zu heiß und kein Lüftchen ging. Also sind wir in Zentrum zurück, um ein wenig im Jardin des Tuileries zu entspannen. Am Nachmittag sind wir ins Geschäftsviertel La Défense gefahren, das von der "Grande Arche" dominiert wird.


Wenn ich das ausspreche, gibt es immer großes Gelächter, wird es doch Arsch ausgesprochen. Das hohle Innere des Kubus umfaßt mehr als 100 Meter, Notre Dame fände Platz darin. Ein großes Tuchsegel - Le Nuage , die Wolke genannt - lockert die strenge Geometrie auf. Bekannt ist das Viertel auch für sein Einkaufszentrum. Im FNAC, einem riesigen Laden für Bücher, Schulsachen und Unterhaltungselektronik, nahm ich mir CDs mit. 

Am nächsten Tag ging unser Zug erst gegen 15 Uhr. Nach dem Auschecken konnten wir unser Gepäck dort im Hotel lassen und machten uns auf den Weg zur Place de la Bastille, wo die Promenade Plantée ihren Ausgangspunkt nimmt. Die Promenade Plantée ist ein ehemaliger Bahnviadukt, der begrünt wurde.


Wir waren schon im letzten Jahr ein Stück gelaufen, aber da hat es geregnet, da haben wir ziemlich schnell aufgegeben. In diesem Jahr war es zwar kühl, aber wenigstens trocken. Es gibt belaubte Pergolen, Spaliere, kleine Wasserbecken und immer eröffnet sich ein Blick auf Seitenstraßen.


An diesen Kreuzungen kann man nach unten gehen und dem Fußweg unterhalb des Viaduktes folgen. In den Bögen sind Ateliers untergebracht. Wir aber sind oben geblieben. Uns begegneten viele Spaziergänger und auch Jogger. In kleinen Nischen kann man auch Zeitung lesen oder anderen entspannenden Tätigkeiten nachgehen.


Der gesamte Weg ist ca. 4,5 km lang, wir sind vielleicht 2 km gelaufen. Von der parallel verlaufenden Avenue hat man nichts gehört, so dicht ist der Bewuchs.
So schnell war unsere Zeit in Paris um. Ich habe wieder viel gesehen und gelernt, Französisch gesprochen. Und lecker gegessen. Das Tochterkind ist da ganz firm, die angesagtesten und interessantesten Lokalitäten aufzutun und dann auch dort hinzufinden 😂. Hier nur zwei Beispiele.


In Montmartre gibt es die "Crêperie de Brocéliande", eine bretonische Crêperie, die Galettes anbietet. Das sind riesige Eierkuchen aus Buchweizenmehl, die so wie meiner meist herzhaft gefüllt sind. Oder wie bei der der Tochter als Salatunterlage dient.

ALs es einmal zu spät war, um in einem Restaurant Mittagessen zu bekommen, sind wir in eine der Bäckereiketten gegangen, in denen man Menüs zusammenstellen kann. Ein Nachtisch war dabei: Biskuitteig mit Pistazien, Mascarponecreme und Himbeeren. Köstlich und definitiv eine Sünde wert. Naja, bei den Strecken, die wir täglich gelaufen sind, hatten wir uns das auch verdient. Den Namen dieses kleinen Törtchens habe ich mir nicht gemerkt.


Ich beende meinen Post mit einem längeren Zitat aus dem eingangs benannten Artikel.
" In keinem Land der Welt schämt man sich so sehr, nicht in der Landessprache zu bestellen, wie in Frankreich. (...) Ich möchte dazugehören. Und wenn ich dafür die Sprache lernen muss. Ich mein, ich bitte Sie: Es klingt einfach alles besser auf Französisch. Wirklich alles! (...) (E)in gravierendes Verkehrsdelikt heißt in Frankreich: "Le délit de grande vitesse" - das Vergehen der großen Geschwindigkeit. Da, wo eine Ordnungswidrigkeit klingt wie der Titel meiner zukünftigen Autobiographie - da möchte ich sein." 

Au revoir!

Petruschka