Dienstag, 18. Februar 2014

Lissabon

... ist die westlichste Hauptstadt des europäischen Festlandes und die zweitwestlichste Europas. Sie liegt am Tejo, der in einem langen Delta in den Atlantik mündet. Und ich habe immer geglaubt, die Stadt liegt direkt am Atlantik. Die Gezeiten machen sich wohl schwach bemerkbar und auch das Wasser ist schon teilweise salzig. Von unserem Hotelzimmer im 11.Stock hatten wir einen guten Blick auf den Tejo und den 145 Meter hohen Vasco da Gama Turm sowie die gleichnamige 18 km lange Brücke.
 
 
Ringsherum waren nur Türme aus Stahl und Glas, entweder Bürotürme oder Hotels. Das war übriges die beste Aussicht, die wir bekommen konnten, denn das Wetter war typisch für den Februar: regnerisch und sehr stürmisch. Was wir an kaputten Regenschirmen überall gesehen haben ... Bis zum Tejo sind wir nur für kurze Zeit gekommen, dann erwischte uns ein mächtiger Regenguß.
Nicht weit entfernt vom Hotel war auch die Wettkampfhalle, die MEO-Arena, die ich euch ja schon von Innen gezeigt habe. Aus dem naheliegenden Einkaufspark schoß mein Mann ein Foto, natürlich bei Regen ;-)). Sie soll an eine spezielle Krabbenart erinnern. Zu sehen sind auch weitere Außenanlagen, die zum ehemaligen Expo-Gelände von 1998 gehören.
 

Das ganze Gelände, der "Park der Nationen" ist ca. 330 Hektar groß. Der damalige Eingangsbereich ist heute besagtes Einkaufszentrum, in dem vor allem der Fußboden besonders sehenswert ist. Überall findet man Mosaike, an deren Konzeption sich unter anderem auch Hundertwasser beteiligt hat.
 

Bis auf wenige Meter, die nicht überdacht waren, konnte man fast trockenen Fußes vom Hotel zur Arena gelangen. Auf demselben Gelände befindet sich auch Europas größtes Ozenarium, das wir am Sonntag Morgen besuchten. Auf dem Weg dahin und zurück peitschte der Wind und es regnete zum Teil sehr heftig. Deshalb hier nur ein Fotos nach außen auf das Pflaster vom in Form einer sanften Welle angelegten Gang ins Hauptgebäude.
 
Mein Mann hat unzählige Fotos von den verschiedenen Aquarien und Themenwelten gemacht. In der Mitte, um die sich alle anderen Teilbereiche gruppierten, gibt es ein riesiges, über zwei Etagen gehendes, 7000 m³ großes Aquarium mit großen und kleinen Fischen und allerlei Meeresgetier. Staunend standen wir und die anderen Besucher jeweils vor den hohen Glasfenstern. Manches Mal zuckte ich zurück, wenn sich von links ein großer Fisch an der Scheibe zeigte. Beeindruckend finde ich die Eleganz eines Rochens, den wir einfangen konnten.
 
 
Gut anderthalb Stunden waren wir drin. Zu sehen gab es noch Pinguine, mehrere Terrarien, Schildkröten und viele, viele kleine Aquarien mit Fischen aus aller Welt.
 
Am Donnerstag Nachmittag konnten wir eine geführte Küstenrundfahrt mitmachen. Westlich von Lissabon liegt nahe der Atlantikküste Sintra, die ehemalige Sommerresidenz portugiesischer Könige.
 
 
Bekannt ist das Schloß durch  die überdimensionalen Kamine. Sie sind 30 Meter hoch (siehe auch das Foto: oberhalb des Daches). Sehenswert sind auch die beeindruckenden Azulejos (Kacheln)
 
 
Im Schloß gibt es natürlich auch eine Kapelle, deren Fußboden ich unbedingt fotografieren mußte. Ist doch klar, warum, oder?
 
 
Auch an den Häusern sind die Kacheln zu finden. Hier eine kleine Gasse in Sintra, wo wir in einem kleinen Café zusammen mit den anderen Eltern einige lokale Spezialitäten probierten.
 
 
Dann fuhren wir die Küste entlang, bestaunten aus dem Bus heraus den westlichsten Punkt Europas, den Cabo da Roca und die tosenden Wellen des Atlantiks, die mächtig an die Brandung schlugen.
 
 
In Cascais machten wir Halt. Wie durch ein Wunder war dann auch die Sonne herausgekommen.
 
 
Gegenüber legt Estoril, eine weitere Sommerresidenz. Beide Orte liegen nur eine knappe halbe Stunde Bahnfahrt von Lissabon entfernt und sind im Sommer von Ausflüglern überfüllt.
 
Am Freitag und am Sonnabend waren wir den ganzen Tag in der Halle, um unsere Sportler anzufeuern. Es gab übrigens zwei Europameistertitel, einen zweiten, zwei dritte Plätze und eine Menge fünfte Plätze (beim Karate gibt es zwei dritte Plätze).
 
Sonntag Nachmittag, nach den letzten Wettkämpfen,  sind wir mit anderen Thüringer Eltern noch einmal in die Innenstadt gefahren. Die Metrostation ist wie auch der Bahnhof "Oriente" gleich neben den Hotels. Dieser wird gepriesen wegen seiner Konstruktion, aber ich fand nichts Ästhetisches daran.
 

Die Rolltreppe führt übrigens ins Untergeschoß, durch das man trockenen Fußes durch das Einkaufszentrum durch bis fast zur Halle kommt.
 
Mehrere Male trafen wir in der Innenstadt auf die Straßenbahn, die wie hier Werbung für Bier macht. Hätte ich nicht gedacht, daß in Porugal so gern Bier getrunken wird ;-).
 
 
An mehreren Stellen gibt es auch Elevatoren, die den steilen Hang zu den weiter höher gelegenen Vierteln überwinden. Wir haben auch eine genommen und mußten erkennen, daß es überall Gauner gibt. Nichts Tragisches, aber ein kleiner Wermutstropfen.
 
 
Von oben hatten wir einen fantastischen Überblick auf die andere Seite der Stadt.
 
 
Zurück sind wir die Gassen langsamen Schrittes gegangen und haben uns an den Schönheiten erfreut. Immer wieder trifft man auf Häuser, die mit Kacheln geschmückt sind.
 
 
In einem Fernsehbeitrag über Lissabon, der kürzlich lief, wurde erklärt, daß diese Kacheln in den engen Gassen das Sonnenlicht reflektieren und so auch in den unteren Etagen das Tageslicht hinkam. Abgesehen davon, sehen sie auch noch schön aus. Überhaupt sind diese Azulejas sehr begehrt und wer sie kaufen will, muß einiges dafür blechen und  sollte einen Herkunftsnachweis verlangen.
 
Zwischendurch trafen wir auf in Bronze gegossenen Figuren, die zu Spielereien geradezu einluden ;-). Neben die rechte Figur hat sich natürlich auch einer gesetzt, doch will ich ihn  nicht bloßstellen.
 
 
Portugal liegt eine Zeitzone hinter der unseren und wie auch bei uns wurde es gegen sechs Uhr dunkel. Aber auch da bieten sich reizende Fotomotive. Schaut Euch die Verwandlung des Theaters Eden an.
 
 
Die dann aufgenommenen Fotos sind leider nichts geworden. Dazu ist unsere Kamera eben nicht geeignet (oder ich ein zu schlechter Fotograf).
Zum Schluß noch ein paar Eindrücke vom früheren Expogelände. Hier ein Blick in das schon mehrfach erwähnte Einkaufszentrum, das ebenfalls den Namen Vasco da Gama trägt.
 

Es gibt hier über 150 Läden und über 30 Restaurants und es hat täglich von 10 bis 24 (!!) Uhr geöffnet.

Hier regnet es übrigens nicht wie aus allen Kannen, sondern es ist ein Wasserdach, das die Mall im Sommer kühlen soll. Aber auf den ersten Blick dachten wir, draußen würde es Sturzbäche regnen ;-). Im Übrigen war das Thema der Expo 98 "Ozeane". Von daher paßt alles Nasse hierher. Und auch die Form der Hotels neben der MEO-Arena, die wie Segel aussehen.

 
In meinen Koffer gewandert ist ein kleines Mitbringsel.
 
 
 
Auch mein Mann war aufmerksam. Immer, wenn wir durch die Mall gingen, kamen wir immer an einem stand vorbei, wo Dinge aus Kork angeboten wurden. Und so als nachträgliches Geburtstagsgeschenk bekam ich dann ein kleines Korktäschchen.
 

Es gefällt mir unheimlich gut.

Soweit mein kleiner Bericht aus Lissabon. Neben der vielen Zeit, die wir in der Halle verbracht haben, konnten wir doch einen Eindruck von der Stadt mitnehmen. Ob wir noch ein mal wiederkommen, wer weiß? Mit meinem Französisch kam ich nicht wirklich weit und mein Englisch ist nicht so ausgereift um nicht zu sagen, nicht existent. Das machte es nicht unbedingt leicht.
 
Im nächsten Post gibt es dann wieder etwas Handgearbeitetes zu sehen ;-).
 
Petruschka

Kommentare:

  1. Vielen Dank für diesen interessanten Reisebericht!
    Ich werde ihn morgen nochmal in aller Ruhe lesen.
    Liebe Grüße Helga

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  2. Liebe Petra,
    das war eine wunderbare Lektüre zu meinem Morgenkaffee. Du hast einen sehr schönen Bericht geschrieben mit tollen Fotos. Schade, dass ihr so mieses Wetter hattet.
    LG Marianne

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  3. Jetzt habe ich das Gefühl, selbst dort gewesen zu sein. Danke für diesen portugiesischen Ausflug (weil ich nicht wußte, ob man lissabonischen sagt).

    Nana

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  4. Da hast Du ja eine Menge erlebt und gesehen, und hast Dir sogar eine Quiltvorlage in Form des Azulejos Fotos mitgebracht. Ich finde ja das solltest Du sofort in einen Erinnerungsquilt umsetzen.
    LG
    KATRIN W.

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  5. Liebe Petra,

    danke fürs mitnehmen nach Portugal...und für die vielen Bilder und deinen Reisebericht (den ich mir nochmal in Ruhe zu Gemüte führen werde)...es muss eine tolle Reise gewesen sein. Ein Erinnerungs-Quilt-- hört sich gut an...bin gespannt drauf;-)!

    Lg Klaudia

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  6. Ja, Lissabon ist eine Reise wert. Wir waren nur einen Tag, dafür bei tollem Wetter, dort.Schon die Einfahrt mit dem Schiff war ein tolles Erlebnis. Ich würde auch gern mal länger dort hin.
    LG Heike

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  7. Vielen Dank für die tollen Fotos, Petra, ich war noch nie in Lissabon, will aber auch unbedingt mal dorthin. Das Täschchen aus Kork sieht toll aus, wie aus Stoff.
    Aber auch die beiden "N"'s vom Posting zuvor und der Bericht über eure Jüngste haben mir sehr gefallen.
    Viele liebe Grüße an dich, deine Jutta

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  8. Liebe Petra,
    da hast Du uns nachträglich noch ein kleines bischen mit auf die Reise genommen. Schade, das die Sonne nicht mehr Zeit für Euch hatte, es wäre bestimmt doppelt schön gewesen. Mir war gar nicht bewusst, was Lissabon alles zu bieten hat. Quiltmotive hast Du auf jeden Fall reichlich gesammelt und mir gefällt die Idee der anderen Kommentare einen Ereinnerungsquilt entstehen zu lassen, super gut . Hast Du Lust darauf bekommen? Anregungen genug für Deine kreativen Händesind auf alle Fälle da ;-).
    Liebe Grüße Anke

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