Montag, 6. April 2015

Ostergrüße

... haben mich schon am Donnerstag erreicht. Von Klaudia kam diese hübsche AMC mit bunten Ostereiern. Die haben wir gestern im Garten des Schwiegervaters gesucht und sogar alle gefunden ;-)).
 
 
Desweiteren schickten mir Angelika, eine Nähschwester der QuilThuerer, herzliche Grüße. Sie hat wieder den gefärbten Mull umgesetzt, dieses Mal in ein Ei.
 
 
Einen Osterspaziergang habe ich heute Nachmittag wie viele andere auch im Park an der Ilm gemacht. Allerdings wird der Park von den Einheimischen "Goethepark" genannt. Der 48 Hektar große Landschaftspark am Rande der Weimarer Altstadt ist Teil eines kilometerlangen Grünzugs entlang der Ilm. Er entstand in der Zeit von 1778 bis 1828 und weist sowohl empfindsame als auch klassische und nachklassisch-romantische Züge auf.
 
Ich nehme Euch mal mit auf einen kleinen Rundgang auf den verschlungenen Wegen.
 
 
Klar, in einem Park findet man nun mal Bäume. Aber diese hier sind wirklich beeindruckend wegen ihrer Größe und ihres Alters. Teile der Wege waren abgesperrt, weil der Sturm einige Bäume beschädigt hatte.


 
Noch tragen die meisten Bäume noch ihr altes Laub und die trockenen Blätter rascheln , doch es gibt auch schon zarte grüne Austriebe und Blümchen.






 Ein wichtiges Merkmal der Anlage sind die zahlreichen Sichtachsen, die markante Punkte wie Goethes Gartenhaus, das Römische Haus und das Borkenhäuschen innerhalb des Parks miteinander verknüpfen, aber auch Beziehungen zur Umgebung herstellen.
Auf meinem Rundgang habe ich folgende fotografiert. Hier blickt man durch die Bäume auf den Kirchturm von Oberweimar. Könnt Ihr die Spitze erkennen?
 


In der anderen Richtung ist das Dach des Goethe-Schiller-Archives zu erkennen.


Und wenn der Blick noch weiter links geht, erkennt man die Schloßbrücke.


Ein Osterspaziergang wäre keiner, wenn man nicht Goethes Gartenhaus besucht. Gut, ich war nur im Garten, denn das Gartenhaus habe ich schon desöfteren besichtigt.1776 schenkte Herzog Carl August dem Dichter dieses  Häuschen mit Garten.








Ein Blick aus dem Garten in den weitläufigen Park zeigt, daß die Weimarer und Gäste der Stadt das doch relativ gute Wetter zu einem Spaziergang nutzen.


Berühmt berüchtigt sind die allerorten zu findenden Maulwurfshügel.

 
Wer den Weg von der Stadtseite her nimmt, kommt durch das Nadelöhr.


Auf meinem Rückwärtsweg kam ich dann am Shakespeare-Denkmal, dem ersten auf dem Kontinent, ...



am Schlangenstein ...


am Dessauer Stein von 1782 zum Tode des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau


und am Römischen Haus vorbei.

 
Unterhalb des Römischen Hauses habe ich eine interessante Entdeckung gemacht.  Diese Tür ist mir noch nie aufgefallen. Recherchen haben ergeben, daß diese Tür das Löwenkämpferportal ist, die die Funktion eines Einganges oder ein sog. Mundloches zu einem blinden Stollen von wenigen Metern Länge in den Travertinfelsen aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert erfüllt. Die Anlage hatte ausschließlich parkgestalterische Zwecke zu erfüllen, denn weiterreichende bergmännische Absichten waren mit seiner Anlage nicht verbunden.
 

Seit 1998 gehört der Park an der Ilm zum UNESCO-Welterbe.

Beim Spaziergang kam mir natürlich auch das entsprechende Gedicht von Goethe in den Sinn. Wir mußten es natürlich auswendig lernen.

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen!
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß in Breit und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen,
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

(Johann Wolfgang von Goethe, Faust I)
 
Da ist uns das Osterwetter doch noch entgegengekommen. Die Temperaturen waren nicht so üppig, aber in der Sonne war es herrlich. Ich hoffe, Ihr hattet schöne Tage. Morgen zieht der Alltag wieder ein, auch wenn ich noch Ferien habe. Kommt gut in die neue Woche.
 
Petruschka

Kommentare:

  1. Für mich bleiben es Ferien, weil alle hier in der Familie frei haben. Wunderbar. Das war ein schöner Ausflug mit Dir,

    Nana

    AntwortenLöschen
  2. Danke, die Bilder erinnern mich an unseren Urlaub in Weimar vor 8 Jahren. Und -- unsere Hündin hätte im Bus einen Maulkorb tragen müssen - das kannten wir nicht und hatten ja auch keinen dabei ...
    Weiterhin erholsame Ferien wünscht dir
    Beate

    AntwortenLöschen