Dienstag, 4. März 2014

Eine Straße,

... die zum Fluß wurde- das wäre ein passender Name für die Geschichte um das kürzlich abgeschlossene  Gruppenprojekt der QuilThuerer. Schon im September hatte jede von uns ein Stück Stoff mit einem Steinmotiv bekommen.


Zudem ergingen die Vorgaben, diesen Steinstoff in der Breite von 6 cm einzusetzen. Oberhalb dieses Streifens durften 20 cm und unterhalb 10 cm mit einem beliebigen Muster gearbeitet werden. In der Breite sollten die fertigen Quilts ca. 48 cm breit werden. Am Ende sollten die Quilts eine durchgehende Straße ergeben.
Doch schon schnell stellte sich heraus, daß die Steine für die angepeilten Maße zu groß waren. Als Ersatz kam dann ein blauer Stoff zum Einsatz und statt einer Straßenlandschaft ging es dann um eine Flußlandschaft. Meine Gedanken gingen schon von Anfang an in Richtung Feldlandschaft, wie sie im Buch "Die Erde von oben gesehen" abgebildet sind.
 


Fotos vom Werdegang habe ich dieses Mal vergessen zu machen. So gibt es nur Fotos vom fertigen Quilt, der von Erinnerungen an zwei Aufenthalte in der Provence inspiriert ist. Beim ersten Treffen machte ich Arbeitsproben in der Chenilletechnik, weil ich mir vorstellen konnte, daß die verschiedenen Farben,  das Licht und der Schatten durch diese mehrere Lagen Stoff zum Tagen kämen. Aber das funktionierte nicht. Beim zweiten Treffen nähte ich eine Landschaft zusammen, wo oben schon das Lavendelfeld war, aber der untere Teil  mich aber letztendlich nicht überzeugte. Nach langem Grübeln hatte ich es dann: Auch unterhalb des Flusses muß  ein Lavendelfeld hin. Und der Flußlauf mittendrin. So sieht nun der fertige Quilt aus.

 
Unschwer zu erkennen sind die Lavendelfelder, die weit bis an den Horizont reichen. Und mittendrin fließt der kleine Fluß, der das Feld teilt. Ein einsamer Baum, eine kleine Grünfläche  und ein kleiner Busch ziehen den Blick auf sich und lenken ein wenig ab vom vielen Lila. Am Horizont strahlt der blaue Himmel. Es ist mitten im Sommer.
 
Zum ersten Mal habe ich einen Quilt komplett bis auf den allerletzten Quadratzentimeter gequiltet. Anregungen zum Quilten fand ich in diesem Buch.
 

Es bietet für alle Arten von Landschaften Vorschläge zum Quilten und jede Menge Augenfutter und Anleitungen für die herrlichsten Quilts. Und ich folgte den Vorschlägen, wie ihr auf den folgenden Detailbildern sehen könnt.
 
 

Für den Lavendel machte ich auf einem fliederfarbenen Stoff Bögen mit einem Verlaufsgarn, das vom einem leichten Rosaton zu einem dunkleren Lilaton in fließenden Übergängen wechselte. Die Gänge zwischen den Lavendelbüschen wurden in einem braunen Verlaufsgarn in geraden Linien gequiltet.
 

 
Für das Ufer färbte ich Mull mit Seidenmalfarbe ein, riß kleinere Stücke ab und quiltete sie mit einem grünen Verlaufsgarn auf. Der Fluß bekam einige Steine in den Lauf gelegt und dadurch ergeben sich kleinere Unregelmäßigkeiten im Wasserlauf, die durch das glänzende blaue Verlaufsgarn noch betont werden.  
 
Der grüne Stoff der Baumkrone wurde mit aufgefilzten grünen Fasern etwas plastischer. Auch hier kam dann ein grünes Verlaufsgarn zum Einsatz.
 
 
Auch wenn es keine Straße mehr wurde, sollte der Steinstoff in der Flußlandschaft eingesetzt werden. Bei mir wurde eine Mauer daraus, die das vordere Lavendelfeld vom Fluß abgrenzt. Hier wurden die Steinkonturen nachgequiltet, erst mit einem Multicolorfaden, dann mit einem schwarz-grauem Verlaufsgarn.
Bevor ich den Quilt verstürzte, habe ich mal die Rückseite fotografiert, zuerst den Lavendel, dann den Fluß mit ein wenig Uferbereich und einem Stein und dann den gesamten Quilt..
 

 

Wie Ihr Euch sicher denken könnt, mußte ich ziemlich oft den Unterfaden wechseln. Deshalb sind die Bereiche auch unterschiedlich hell - ich habe unterschiedliche Garne verwendet. Und nun noch einmal zum Vergleich der Quilt von vorn ;-).
 

Ich bin ganz zufrieden mit mir. Ich konnte meine Idee verwirklichen und, wenn auch ein wenig spät, habe ich nun eine Erinnerung an unsere Urlaube in der Provence.
 
Alle fertigen Quilts der QuilThuerer könnt Ihr auf unserem Blog sehen.
 
Und schon stand das nächste Thema, zu dem wir einen kleinen Workshop veranstalteten. Dazu muß ich sagen, daß bei der Wahl der Reihenfolge der Themen  dies bei mir an letzter Stelle stand: Zenquilting. ich bin nicht der Typ, der beim Telefonieren oder in langweiligen Sitzungen etwas kritzelt. In der Oberstufe habe ich Kunst abgewählt. Nicht weil ich besonders gut singen könnte. Nein, sondern weil ich noch viel schlechter zeichnen kann als schlecht singen ;-). Demzufolge tat ich mich ein bißchen schwer bei den Trockenübungen, die wir zunächst mit dem Stift vornahmen. Unsere Referentin aus den eigenen Reihen hatte ein wenig Material vorbereitet, so daß amn da spicken konnte. Doch dann ging es ans Nähen. Neun Stichwörter sollten dargestellt werden.  Begriffe wie Locken, Stille, Fieber, Sonne, Gras, Regen, Wellen, Liebe und Holz. Und das auf 5 cm x 5 cm. Ich überlasse es Euch, meine Interpretationen den Begriffen zuzuordnen.
 
 
 
 Zwei in meinen Augen etwas gelungenere Nadeleien will ein wenig deutlicher zeigen.
 
 

Nun haben wir die Hausaufgabe, einen  Gegenstand mit Flächen zu füllen. Da muß ich wohl erst meine Handgelenk kreisen lassen, um die nötige Lockerheit zu bekommen ;-)).
 
Habt es gut da draußen in der Bloggerwelt.
 
Petruschka

Kommentare:

  1. Liebe Petruschka,
    dein Lavendelquilt gefällt mir ausgesprochen gut! Toll gequiltet!
    Jetzt muss ich mir direkt mal die anderen Werke ansehen..... und Zenquilting ist auch nicht mein Ding, aber deine Sonne finde ich sehr schön.
    Liebe Grüße
    Trudi

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  2. Dein Quilt gefällt mir sehr gut. Maschinenquilten macht doch Spaß, oder? Das Zenquilting wird schon. Eigentlich werden die Füllmuster auch gleichmäßiger als man es bei Kritzeleien am Telefon hat.LG

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  3. Liebe Petruschka,

    ich liebe Lavendelfelder..........und das auf deinem Quilt ist so realistisch dargestellt, daß ich den Duft förmlich rieche...und dein Quilting ist einmalig schön!!

    Liebe Grüße
    Angi

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  4. Liebe Petruschka,
    Eure Landschaftsquilts sind ja alle kleine Kunstwerke geworden. Und Dein Lavendelfeld führt einen gekonnt in die Provence, es ist unverkennbar :-)
    Die Nadelmalerei ist ja eine interessante Technik, sicher nicht so einfach, da können wir ja gespannt sein auf die Folgearbeit.
    LG
    Valomea

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  5. Liebe Petra,
    wow, was für ein toller Landschaftsquilt und so lebendig durch das Quilting. Deine Lavendelfelder gefallen mir ganz, ganz gut!!! Und deine Nadelmalerei finde ich schon sehe gelungen, da ich sowas ähnliches auch schon mal probiert und wegen der Schwere recht bald habe sein lassen.
    L.G.
    sigisart

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  6. Liebe petra,
    ich lese so gerne deine Texte. Das Bild mit dem Lavendelfeld ist dir wunderbar gelungen. Euer neues Projekt wird sehr interessant. Ihr macht tolle Workshops.

    LG Marianne

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  7. Hallo Petra.

    ein wahres Kunstwerk mit so viel Liebe zum Detail, einfach wunderschön:-)

    Liebe Grüße Petra

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  8. Liebe Petra,

    auf dem Quiltthuer-Blog hatte ich mir eure Quilts schon angesehen...doch irgendwie bin ich bei dir hier, drüber weg gekommen...
    Dein Lavendelquilt ist dir sehr gelungen...und das Quilting macht es lebendig. Sehr schön geworden!
    Das neue Projekt sieht auch interessant aus....

    Liebe Grüße Klaudia

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  9. Liebe Petra,
    mit diesem Quilt ist dir ein richtiges Meisterstück gelungen. Die Lavendelfelder sehen so etwas von lebendig und echt aus - Gratulation! GlG, Martina

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  10. Liebe Petra,
    so herrliche Fotos, wunderwunderschön, ich liebe deine Arbeiten!!!!! Du bist ein wahre Meisterin!!!!!
    Ein schönes Wochenende und liebe Grüße an dich, deine Jutta .... die danke sagt für deinen Besuch bei mir.

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  11. Liebe Petra,

    was für eine tolle Herausforderung und absolut meisterlich umgesetzt. Deine Flusslandschaft ist dir sehr gelungen. Traumhaft. :-)

    Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag

    Andrea

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  12. Liebe Petra, mit diesem Quilt hast Du Dir ein Meisterstück geschaffen, ich liebe diese Art von Quilts.

    Liebe Grüße
    Uta

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