07 August 2011

Quilts auf der Leine

... konnten wir gestern in einem Garten in Crawinkel bestaunen. Bei herrlichstem Wetter konnten ca. 80 Patchworkarbeiten bewundert werden und bei Kaffee und Kuchen wurde auch reichlich gefachsimpelt, beim Rundgang wurden Ratschläge erbeten und gegeben und der ein oder andere Geheimtip brachte den Aha-Effekt. Regina, unsere Gastgeberin, gibt in verschiedenen Einrichtungen Kurse und demzufolge waren auch viele Kursteilnehmer anwesend und deren Kursergebnisse zu sehen. Sie selbst ist Mitglied der QuilThuer und so waren auch wir mit den neuesten und auch älteren Arbeiten vertreten. Uta hat nach dem Prinzip von Bernadette Mayr die schöne Blumendecke in Doppelbettgröße genäht und mit der Maschine gequiltet. Es gab einige Weißquilts zu sehen. Dieser mit den kleinen roten Akzenten hat mir besonders gut gefallen.
Maria arbeitet gern bunt und sie verwendet oft Stoffmuster unterschiedlichster Qualität. Da sie zudem schneidert, hat sie auch Reste von Seidenstoffen übrig. In diesem Quilt sind es hellblaue Seidenstreifen. Das Mittelteil ist ein gefärbtes Stoffstück, das sie in Wien bei Frau Pöschel gekauft hat.
Franziska hat vor ca. drei Jahren die Häuser nach Bernadette Mayr entdeckt und arbeitet sie gern auch als Kissen. Hier hat sie eine Decke zu einem 50.Geburtstag genäht. Aufgrund der Länge mußte sie umgeschlagen werden, so daß Ihr nicht alles sehen könnt. Die Decke ist mit der Maschine gequiltet, Franziska hat ein Blattmuster gewählt.
Hier noch ein Detail der Häuserzeile und des Quiltmusters.
In einem unserer monatlichen Treffen hat uns Angelika einen Wald mit Perspektive nach Bernadette Mayr vorgestellt. Dieser kleine Quilt ist daraus geworden. Die Puppen nach Tilda-Art sind auch von ihr.
Diese kleine Arbeit ist nach dem gleiche Prinzip gearbeitet, nur sind hier die Bäume appliziert und aus verschiedenen Stoffqualitäten. Dieser kleine Quilt gefällt mir auch sehr gut.
Ein noch nicht fertiger Quilt, der nach einer Idee des Handarbeitshauses die Quadrate des Stoffabos einbezieht. Er sieht durch die vielen bunten Stoffstücke sehr fröhlich aus und macht gute Laune (die wir eh schon hatten).
Dieser Quilt ist mein heimlicher Favorit. Ein einfaches Muster, ein einfaches Quilmuster, aber durch die Wahl der Farben der äußeren Kreise erzielt er eine große Wirkung. Der schwarze Stoff ist innen derselbe wie außen, wirkt aber dunkler durch die umgebenden Farben.
Regina ist eine sehr fleißige Näherin, ob nun mit der Hand oder mit der Maschine. Momentan arbeitet sie an einer vereinfachten Variante des Kirchenfenstermotivs. Sie verwendet oft alte, gebrauchte Stoffe und gibt ihnen ein neues Leben.
Auch davon ein Detailfoto. Obwohl ich dieses Muster auch schon einmal gearbeitet habe, mußte ich es mir noch einmal erklären lasses. Denn sie hat auf das mittlere dreidimensionale Quadrat noch mal ein kontrastfarbenes gesetz und dann die Kanten des schwarzen Quadrates umgeschlagen und festgenäht.
Mit diesem Quilt hat sie eine Wahnsinnsfleißarbeit hingelegt. Der vorbereitete Dresdner Teller hat ihr nicht mehr gefallen, da hat sie einfach die Mitte großzügig rausgeschnitten und nur einen Blumenkranz appliziert. Schaut nur die umfangreiche Quiltarbeit. Das nächste Foto zeigt noch einmal Details.
Auch die nächste Arbeit ist von Regina. Ich habe sie sozusagen mit meinen Stickereien angesteckt und so hat sie verschiedene Stickmotive australischer Entwürfe und Ideen von Ursula Schertz verwendet.
Mit einer ihrer Gruppen hat sie auch gefärbt. Aus diesen Stoffen haben die Kursteilnehmer dann Häuser nach Hundertwasser genäht. Auch hierzu kam der Anstoß von mir. Nachdem sie meinen Hundertwasser-Quilt gesehen hatte, beschloß sie, daß die Frauen "reif" wären für das freie Arbeiten.
Zuerst Reginas Quilt. Er hing gleich am Eingang und "begrüßte" die Besucher. Im Folgenden dann zwei Quilts der Kursteilnehmerinnen, die wie auch Reginas nur aus den selbstgefärbten Stoffen besteht.
Im Haus selbst hingen im Treppenaufgang zum oberen Geschoß auch noch zwei Quilts nach Hundertwasserart, die sie zum Einzug ihres Sohnes vor über 10 Jahren gemacht hatte.
Mir waren sie gar nicht aufgefallen, weil ich (dringend) die Toilette suchte. Aber Uta bemerkte sie und nach Rücksprache konnten wir sie fotografieren. Im Gespräch sagte Regina uns, daß das Treppenhaus bald renoviert werden soll und sie die beiden Quilts dann entsorgen möchte. Ich hoffe, mein Protest kann sie davon abhalten.
Nach den Arbeiten anderer möchte ich Euch noch das Ergebnis der letzten beiden Abende zeigen. Ich hatte mich Freitag Mittag beim Abwaschen an einer Glasscherbe geschitten und konnte, da es ausgerechnet mein Quiltfinger war, nicht weiterarbeiten. Aber da meine Finger immer etwas zu tun haben müssen, habe ich also eine Eule nach Cattinkas Anleitung gehäkelt. Hier ein Bild.
Sie hängt nun am Stoffschrank und überwacht das Geschehen. Diese Situation erinnert mich an ein Lied von ZAZ, die über eine Fee singt, welche von den Regalen das Leben betrachtet. Ich mag ihre Lieder sehr und es kommt vor, daß ich die CD zwei und drei Mal nacheinander höre. Das mache ich übrigens oft so, auch bei anderen Gruppen und Interpreten, die ich gerne mag. Das kann mein Mann überhaupt nicht verstehen.
Eine zweite Eule ist auch schon fast fertig, sie ist für eine Eulenliebhaberin bestimmt.
So, liebe Leute. schon wieder ist es nach Mitternacht. Und schon wieder liegt eine neue Woche vor uns. Das wird nach den Urlaubswochen, meiner Wäsche- und Gartenwoche und der Nähwoche nun die Schreibtisch- und Schrankwoche. Will heißen, nun sind der Schreibtisch und die Kleiderschränke mit Aufräumen dran. Außerdem soll die Küche tapeziert werden und da muß alles raus. Aber ein bißchen Zeit für das tägliche Sticheln fällt bestimmt noch ab , denn mein Finger ist wieder belastbar.
In diesem Sinne wünsche ich Euch eine schönen, kreativen Wochenanfang.
Petruschka

04 August 2011

Patchige Souvenirs aus Frankreich

Von unseren vorherigen Urlauben wußte ich, daß es in Orléans einen schönen Patchworkladen gibt. Beim letzten Mal hatte ich Stoffe mit Golddruck und Wellen, Nixen und Fischen mitgenommen. Die habe ich dann zu einem Quilt für meine jüngere Tochter vearbeitet. In einem frügeren Post habe ich ihn schon einemal gezeigt.






Und auch dieses Mal bin ich fündig geworden. Stoffe aus der neuen "Klimtserie" von Makower. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr, ein neuer Klimt-Quilt muß her. In einem Kurs mit Barbara Blattl haben wir unseres eigenen Quilt entworfen und alle Schritte bis zur fertigen Schablonenvorlage durchlaufen. Angefangen hatte ich auch schon, aber dann hatte ich nicht genügend Stoffe. Aber jetzt! Der Laden heißt übrigens "Au fil d'Emma", in Deutsch sinngemäß "Emmas Fadenladen". Die Inhaberin arbeitet sehr modern und in der "Burda-Patchwork" als auch in den französischen Quiltzeitungen sind ihre Werke schon vorgestellt worden. Eins haben wir noch schnell fotografiert, ansonsten wurden wir gebeten, auf die Webseite zu schauen. Hier ein kleines Beispiel.


In Crazy-Technik gearbeitet und dann mit verschiedenem Zierrat versehen. dazu gab es Materialpackungen in verschiedenen Farben.


Wenn ich nun von Patchworkzeitungen spreche, dann ist wohl die Quiltmania ein Begriff. Immer, wenn ich in Frankreich bin, halte ich Ausschau nach dieser Zeitschrift Ich mag den Mix aus Anleitungen, Berichten über große Quiltereignisse und Vorstellungen von Künstlerinnen. Und dann sind die Berichte ja alle in französisch.



In der aktuellsten Ausgabe ist auch ein Quilt aus Fassett-Stoffen vorgestellt. Ich kann allerdings nicht viel mit seinen Stoffen anfangen, sie sind mir zu grell, zu bunt, zu komisch eben. Aber dieser Quilt gefällt mir ganz gut.




Seit gut zwei Jahren sticke ich auch wieder, allerdings fast ausschließlich Redwork. Aber die Bändchenstickerei fasziniert mich und so habe ich mir ein Stickheft mit einem Sonderteil zur Bändchenstickerei als auch eine paar Seidenbänder mitgenommen.



Ich habe für ein Longquarter Stoff die Anleitung für die Rundablage bekommen. Da will ich mich mal an Bändchenstickerei versuchen, allerdings nicht gleich morgen (und übermorgen auch nicht).


Faszinierend finde ich auch Applikationsarbeiten in Verbindung mit Stickerei. Um für weitere Arbeiten gewappnet zu sein, habe ich mir das folgende Buch gekauft.


Es sind ganz reizende Dinge abgebildet. Manche Kleinigkeit, aber auch Arbeiten, wo man etwas mehr Zeit braucht. Schon das kleine Häuschen auf dem Einband macht Lust, sofort loszuarbeiten. Aber ich muß mich selbst disziplinieren, denn es gibt schon genug angefangene Arbeiten bzw. Sachen, die zu einem bestimmten Termin fertig sein müssen.



Ach, ich hätte noch mehr Stoff, Zeitschriften und Bücher holen können. Aber unser ganzes Leben reicht nicht aus, um alles das irgendwann mal nähen zu können.




Bevor ich mich heute verabschiede, will ich noch drei neue Leserinnen begrüßen. Ariadne aus Brasilien hatte sich schon vor unserem Urlaub eingetragen. Christines Arbeiten und Erklärungen verfolge ich immer mit Interesse und mit Marie-Luise hatte ich als eine der Ersten ein Siggy und eine AMC getauscht. Vielen Dank für Euer Interesse an meinem Blog und fühlt Euch wohl hier.




Kommt gut ins Wochenende. Möge der Wettergott, oder wer auch immer dafür zuständig ist, ein Einsehen haben und uns mal mehr als nur ein paar Stunden Sonne schicken. Denn am Sonnabend gibt es zum wiederholten Male in Crawinkel die "Quilts auf der Leine". Das ist sozusagen das Augusttreffen der Quilthür-Gruppe. Und es wäre doch schade, müßte es wegen des schlechten Wetters ausfallen. Vielleicht hat jemand Lust und kommt dazu?

LiebeGrüße, Petruschka

02 August 2011

Was ich Euch noch zeigen wollte

Dieser Zettel hängt seit gestern Morgen an unserem Kühlschrank, angebracht von unserer Jüngsten (11 Jahre).Damit hat es folgende Bewandtnis. Sie bekommt wie ihre älteren Geschwister auch jede Woche Taschengeld und zwar pro Klasse 50 Cent . ( Will heißen, als diese noch Taschengeld bekamen, denn jetzt verdienen sie ihr eigenes Geld.) Das heißt, wenn sie nach den Ferien in die 6.Klasse geht, bekommt sie 3 € pro Woche. Üblicherweise wurde das Geld am Montag gezahlt. Nun haben wir aber nicht immer daran gedacht und es gab dann auch mal für 2 Wochen am Stück das Geld. Manchmal waren wir nicht sicher, hat sie es schon bekommen oder nicht? So hatte sie bereits vor Monaten eine Liste mit den Wochendaten am Kühlschrank angebracht. Dahinter wurde nun ein Kreuz gemacht, wenn sie das Geld bekommen hatte. Ich muß sagen, das hat ganz gut geklappt. Die erste Liste war nun am Sonntag abgelaufen und leider hat sie sie von mir unbemerkt schon entsorgt. Nun hängt also diese neue Liste und sie ist noch ein Tick verschärfter als die vorige. Nicht, daß es gereicht hätte, das Datum aufzuschreiben, nein, da muß auch noch die zweite Spalte hin und deren Überschrift grenzt schon ein wenig an Mißtrauen. Der größte Coup jedoch ist der Kuli, der mittels Magneten im Herz daneben hängt. Den durfte ich gestern dann auch gleich benutzen, denn es war ja Montag und ich habe 2,50 € an das Tochterkind gezahlt. Sie hat das Kreuz auch erst wirklich dann gemacht, als sie das Geld in der Hand hatte. Bei solch einer Vorgehensweise würde sie sich bestimmt gut in der Juristerei machen, z.B. als Anwalt. Aber ich kaonnte auch darüber lachen über ihre Idee und ich finde es gut, daß sie ihre Interessen durchsetzen kann, wenn auch auf eine unorthodoxe Weise.
Und bei Euch, wie läuft es bei Euch beim Thema Taschengeld mit den Kindern?

Liebe Grüße von einer beeindruckten Petruschka

01 August 2011

Ernüchternder Blick aus dem Fenster und Therapiemaßnahmen

So wie sich der Juli verabschiedet hat, fing nun auch der August an. Trüb, bewölkt und gerade mal 16 Grad warm, eh, kalt. Hier nun der Blick aus dem Küchenfenster. Wenn ich nun das Foto vom 1.Juli genommen hätte, man könnte keinen augenfälligen Unterschied feststellen. Vereinzelt sehe ich schon gelbe Blätter und der rechte Kastanienbaum zeigt nun auch seine Kastanien. Diese Kastanienbäume sehen noch relativ gesund aus, aber auf dem Ettersberg auf dem Weg nach Weimar sind die Blätter schon alle braun. Seit einigen Jahren leiden die Bäume unter einem Krankeitserreger, gegen den kein Mittel hilft. Wir hatten gehofft, daß der lange, kalte Winter seine Folgen zeigt, aber auch der hat nicht geholfen.

Das alles hebt die Laune nicht besonders, so daß ich mich selbst therapiert habe. Und zwar mit unserem allerliebsten Hobby, dem Handarbeiten. Für den monatlichen Tausch im Patchwork- und Quiltforum mußte noch eine Karte angefertigt werden. Und da mir nach Sonne war und der August ja auch Reisemonat ist, habe ich folgende AMC gearbeitet.

Von einem früheren Projekt hatte noch den Wellenstoff übrig. In Frankreich habe ich auch verschiedene Zierbänder gekauft, von denen ich gleich kleinere Teile eingesetzt habe . Oben rechts neben Plage (Strand) habe ich ein Stück Muschel, in die zwei kleine Löcher gebohrt habe, genäht. Soleil heißt Sonne und ganz unten habe ich neben das Wort Tongs (Zehensandalen) einen kleinen Flip-Flop genäht. Das Band mit den kleinen Motiven stammt auch aus dem Einkauf und die Flaggen von einem Stoffaboquadrat. Mir hat das Nähen dieser Karte unheimlich Spaß gemacht. Jedoch ist sie nicht ganz heil beim Empfänger angekommen. Die Noppenfolie hat nicht gereicht. Die Muschel war nicht mehr ganz, aber alles konnte wieder repariert werden. Glück gehabt.

Aus besagtem Tausch stammt diese Karte von Klaudia. Sie hat wohl einen längeren Irrlauf hinter sich, denn Klaudia hat sie schon vor über einer Woche abgeschickt. Aber nun ist sie da. Sie hat ein Blumenbouquet gestickt und zwar auf Kordstoff. Ungewöhnlich, aber die Kreuzstiche sind sehr fein und irgendwie paßt es auch zusammen. Das Ganze wurde noch auf einen Unterstoff appliziert und im unteren Teil sieht es fast so aus, als ob die Vase sich spiegelt. Tolle Idee, die Blumen des Sommers zu vereinen.


Außerdem habe ich am vergangenen Wochenende noch kleinere Sachen genäht. Dieser Tassentappich wird in Kürze die Besitzerin wechseln. Ein angefangenes Stück habe ich neu zusammengefügt und so ist dieses Teil entstanden. Ich liebe dieses kleinen Kannenmotive. Außerdem habe ich noch einen Topflappen genäht.Ich mache ja beim Topflappenswap im Patchwork- und Quiltforum mit. Da habe ich schon mal einen Topflappen im ausgesuchten Blockmuster probegenäht. Ich wollte sehen, wie sich die Maße beim Nähen verändern und wie bei dieser Variante der Aufhänger dranzunähen ist. Ich habe trotzdem schon gute Stoffe genommen und alles ordentlich genäht. Insgesamt ist der Stoffverbrauch durch die gefalteten Dreiecke größer, doch bei der geringen Größe des Topflappens fällt das nicht sehr ins Gewicht und durch die nochmalige doppelte Lage Stoff hat man noch mehr Schutz gegen Wärme. Allerdings finde ich ihn mit 20,5 cm Seitenlänge etwas klein für meine Hände. Meine Swappartnerin hingegen möchte die Topflappen maximal 18 cm groß haben, eben weil sie kleine Hände hat. Zugeschnitten und gefaltet habe ich schon. Nachher werde ich mich an die Näharbeit setzen.

Entspannung pur ist natürlich auch das Handquilten für mich, auch wenn es langsam vorwärts geht beim Quilt für das große Tochterkind. Aber ich liebe den weichen Griff der fertigen Quiltarbeit.
 
So, nun werde ich mal schauen, wie es heute bei den anderen Naturblickerinnen aussieht. Ich bin ja immer noch optimistisch, daß der Sommer zurück kommt (fragt sich nur, wann). Wenn nicht, wissen wir uns ja bestens zu arrangieren.

Liebe Grüße, Petruschka

29 Juli 2011

Schön war es (2. Anlauf)

... im Urlaub. Zum wiederholten Male hat uns das Fernweh nach Frankreich geführt. Südlich von Paris liegt die Region Centre und unser Urlaubsort unweit der Partnerstadt Weimars: Blois. Die Karte unten zeigt einen kurzen Überblick über das Département, dem zwei Flüsse den Namen gaben. Aber Vorsicht: Die Loir (le Loir) und die Loire (la Loire) sind zwei verschiedene Flüsse. Letztere ist der längste Fluß Frankreichs und mündet in den Atlantik.
Dieses kleine Ferienhaus bot uns zum bereits dritten Mal Unterkunft. Vor 7 Jahren waren wir das erste Mal hier, vor drei Jahren das zweite Mal. Und nun also dieses Jahr. Die Vermieter wohnen nebenan und wir verstehen uns ganz gut. Was natürlich auch die Verständigung einschließt. Beide sprechen kein Deutsch, aber für mich ist es immer ein Erlebnis, mehr als nur Schulfranzösisch zu parlieren. Gab es die ersten Male nur eine Einladung zum Apéritif, wurde uns dieses Mal ein Menu serviert,mit dazugehörigem Wein und den Gesprächen. Insgesamt dauerte der Abend gute 4 Stunden, was unsere Jüngste dann doch sehr erstaunte. Sie lernt ja erst seit einem Jahr Französisch. Ich denke, sie hat viel mitgenommen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie sie jüngeren Fremdsprachenlerner über das Gehörte gehen und zum Beispiel die Lieder mitträllern, währenddessen ich versuche, eine Übersetzung für das Gehörte zu finden.

Das Loiretal gehört zum Weltkulturerbe und ist nach zehnjähriger Planungs- und Bauphase auf 650 km Länge mit einem Radwanderweg versehen. Untenstehendes Schild ist selbsterklärend.


Auch wir hatten die Fahrräder mit und sind einige Touren gefahren. Meistens geht der Weg direkt an der Loire entlang. Nicht überall ist der Weg gut und an manchen Stellen könnte die Beschilderung besser sein, aber wir sind insgesamt gut 100 km gefahren. Und ständig begegnet man anderen Radfahrern, teilweise mit großem Gepäck.



Die Loire ist der einzige große wilde Fluß Frankreichs, das heißt, bis auf einige Wasserkraftwerke im Oberlauf wurde er nicht begradigt und ist auch nicht schiffbar. Als wir ankamen, sagte unser Veremieter, daß der Wasserstand so niedrig sei wie sonst Ende September. Auf dem Foto sind die Sandbänke mitten im Fluß gut zu erkennen. Aber nach teilweise heftigen und andauernden Regengüssen in der zweiten Woche war die Loire bei unserer Abreise besser gefüllt.

Das Loiretal ist das Tal der Schlösser. Bei unseren ersten Besuchen haben wir insgesamt 11 Schlösser angesehen. Dieses Mal haben wir es ruhiger angehen lassen und wie ich sage 3 ganze und 2 halbe angesehen. Das soll heißen, 3 Schlösser mit allem und bei zweien haben wir uns nur die Gärten angesehen. Ich erspare euch den Anblick der Schlösser, oben auf der Karte könnt Ihr einige sehen.




Eins möchte ich aber doch zeigen. Das ist der Gemüsegarten des Schlosses in Villandry, das wir bis jetzt jedes Mal besucht haben. Zum Schloß gehören noch viele Gärten, die unter verschiedenen Themen stehen: das Labyrinth, der Kräutergarten, der Musikgarten, der Garten der Liebe etc. Der Gemüsegarten wird jedes Jahr neu geplant und die Pflanzen nach Farbe, Form, Größe und Fruchtfolge ausgewählt. In den Wegkreuzungen findet man Rosenlauben, in denen man seinen müden Füßen eine Pause gönnen kann. Es ist ein wirklich weitläufiges Gelände, in dem 1200 Lindenbäume stehen. Aber ich liebe diesen Garten!



Auf unseren Touren durch die Städte haben wir ganz interessante Dinge gesehen. In Vendôme zum Beispiel eine lebendige grüne Datumsanzeige. Die kleinen grünen Pflanzen werde auf die hellen aufgesteckt. Darunter seht Ihr ein Labyrinth im Schloßgarten von Valencay. Dort gab es außer den Irrwegen immer auch noch Tore, die sich erst nach richtiger Beantwortung von Fragen zu Napoleon öffneten. Finde ich eine tolle Idee. Rechts ein Tor in Orléans. Alles, was es Wichtiges zu Johanna von Orléans zu besichtigen gab, hatten wir schon vor drei Jahren besucht, denn da mußte unsere Älteste eine wissenschaftliche Arbeit schreiben und sie hatte sich eben eine Fragestellung zur heiligen Johanna ausgesucht.




Wenn man zum 14.Juli in Frankreich ist, erlebt man neben Flohmärkten und Dorffesten auch Feuerwerke. Wir sind nach Blois gefahren, um es gemeinsam mit vielen, vielen Leuten zu bestaunen. Zwanzig Minuten gaben die Pyrotechniker alles und es war genausschön wie vor drei Jahren. Danach gab es noch ein Konzert. Ich hatte schon die Plakate in der Stadt gesehen, konnte es aber erst glauben, als er zu singen begann: Stromae.



Nach seinem Titel "Alors, on danse" hatte ich mir die CD gekauft und nun höre ich sie sehr oft. Beim Konzert sang er im Wesentlichen die Titel der CD, aber es war trotzdem stark, ihn live zu hören. Allerdings hätte ich nicht ganz vorn stehen wollen, ich glaube, mir wären die Ohren abgefallen. Die Bässe waren wahnsinnig laut.




Natürlich gäbe es noch viel mehr zu zeigen und zu berichten. Wir waren noch im Zoo, wo es neben den übliche Zootieren auch noch seltene weiße Tiger, Tapire und sogar ein Känguruhjunges im Beutel seiner Mutter zu sehen gab. Oh, war das niedlich. Außerdem wurden eine Flugschau von Raubvögeln und eine Seelöwendressur gezeigt. Zum Ende hin war der Regen eher nicht so schön, aber so hat uns der Zoo gut gefallen. Jeden Abend haben wir Karten gespielt, jeder war mal Sieger und Verlierer. Das Schloß, in dem Leonardo da Vinci bis zu seinem Tode lebte und arbeitete, bot mit seinen Modellen im Garten auch etwas für Kinder. Überhaupt haben wir viele Kindergartengruppen auch in Schlössern gesehen. Vieles ist für Kinder aufbereitet. Natürlich haben wir auch Wein mitgenommen. Wir waren in einer Kooperative und konnten auch verkosten Auch so werden wir noch einige Erinnerungen haben.




Aber uns bleibt noch vieles zu besichtigen. Wir sind uns schon einig, in spätestens 4 Jahren kehren wir wieder nach Muides-sur-Loire zurück.


Und natürlich kam ich ohne Patchiges natürlich nicht aus, aber das wird im nächsten Post Thema sein. Denn mittlerweile ist der neue Tag schon wieder über eine Stunde alt. Ich hatte heute Nachmittag schon einen Post geschrieben und war fast fertig, als ich aus Versehen wohl die Löschtaste gedrückt haben muß. Ich war vielleicht begeistert!




Aber nun kurz und knapp:Gute Nacht!




Ein schönes Wochenende wünscht Euch




Petruschka

27 Juli 2011

Das Fernweh

hat mich nach Frankreich in den Urlaub geführt. Nun sind wir wieder da und die bildlichen Erinnerungen werden noch sortiert. Passend zu unserer bevorstehenden Reise und den gleichlautenden Liedtitel von Herbert Grönemeyer aufgreifend (hatte ich irgendwo schon mal erwähnt, daß ich seine Lieder sehr mag?), hatte ich noch vor unserer Abreise zwei AMC fertig gemacht.

In einem früheren Post hatte ich von meinem Stoffkauf in Gröbern erzählt, wo ich auch einen Briefmarkenstoff erstand (mein Mann sammelt Briefmarken). Die fand ich ganz passend, um die Reisezeit zu verbildlichen. Ich habe also die Briefmarken einzeln ausgeschnitten und mit einem Zickzackstich umrandet, so daß die Stiche wie Zähne wirken. Am oberen Rand habe ich dann noch ein Stück Webkante aufgenäht.


Diese Karte hat Ingrid bekommen.


Und diese Karte habe ich Klaudia zugeschickt.

Bei unserer Rückkehr nun fand ich folgende Karten im Briefkasten.



Ingrid hat dieses Mal zum Thema Frankreich die Mode in den Mittelpunkt gestellt. Wie ich finde, sehr gelungen. Witziges Detail: das Maßband im Miniaturformat.

Auch wir konnten von der französischen Mode profitieren, denn in Frankreich läuft der Sommerschlußverkauf schon seit Ende Juni und jetzt waren die Preise noch einmal heruntergesetzt. Das und unsere Kaufkraft hat unsere Jüngste ausgenutzt und hat nun einige T-Shirts mehr im Schrank.

Diese AMC hat mir Klaudia geschickt. Stoffe in Lilatönen hat sie mit verschiedenen Spitzen kombiniert. Mir gefällt sie auch sehr gut.

Füe einen ersten Post nach dem Urlaub soll es das erst einmal gewesen sein. Im Unterschied zu meinem Mann darf ich noch drei Wochen zu Hause bleiben. Nicht daß mir langweilig werden würde, zu tun gibt es genug. Bügelwäsche (örks), Gartenarbeit, Schulsachen sortieren und nicht zuletzt Handarbeiten (Hurra!). Jetzt gibt es erst einmal Mittagessen.

Bis bald!

Petruschka

06 Juli 2011

Eigentlich ist ja

... Mittwoch Spidertag. Aber ich habe letzte Woche erst das Top beendet und eben noch nichts Neues von der Spiderfront zu vermelden. Aber ich war natürlich nicht untätig die letzten Tage. Da wir zeitnah in den Urlaub fahren und ich meiner älteren Tochter einen neuen Quilt versprochen habe, den ich dort quilten will, mußte ich mich um die Rückseite kümmern. Hier noch einmal das Top der Vorderseite. In einem früheren Post hatte ich es schon einmal gezeigt, aber die Farben kamen da sehr verfälscht rüber. Heute Morgen habe ich ihn noch einmal bei sonnigem und sehr schwülem Wetter fotografiert.







Nun mußte noch eine Rückseite her. Da ich die für die Vorderseite verwendeten Stoffe "loswerden" wollte, habe ich mich entschlossen, diese so gut wie möglich einzuarbeiten. Einige Blöcke aus waren schon fertig bzw. übrig geblieben. Ohne großen Plan habe ich die Stoffe, so wie sie von den Maßen paßten, zusammengenäht, manchmal mit einem kleinen Kunstgriff. Die Blumenstoffe und der grüne Beistoff sind bis auf winzige Reste verbraucht. Von dem Rosa sind noch einige Streifen vorhanden. Zum Schluß mußte ich allerdings noch einen anderen grünen, ca. 50 cm breiten Stoffstreifen anfügen (ganz oben).



Nun muß ich alles noch zum Quilten vorbereiten. Fragt sich nur wo. Als einzige Option bleibt wohl mal wieder nur der Fußboden übrig. Au, sag ich da nur, mein armer Rücken. Zusammengestellte Tische in der Schule wären ideal, aber da reicht die Zeit nicht mehr. Morgen steigen bei uns die Parakollegiatix, was am Ende ein alternatives Sportfest ist. Eben so was wie Dreibeinlauf, Teebeutelslalomlauf, Stiefelweitwurf u.ä. Ich bleibe allerdings nur Zuschauer. Und Freitag gibt es schon Zeugnisse. Dann geht es ab in den Urlaub.


Am Wochenende fertig geworden ist ein kleiner Wandbehang von ca. 23 cm x 27 cm. Im April hatte ich eine Kurs zum Arbeiten mit Soluvlies. Da ich ja Blau liebe, hatte ich mir einen blauen Batikstoff ausgesucht und nach dem Schichten ein Rechteck aus der Mitte ausgeschnitten und versäubert. Zwischen zwei Lagen Soluvlies nun habe ich blaues Effektgarn und blaue Stoffschnipsel getan und alles miteinander verbunden. Passend zum blauen Stoff ist dann eine Welle entstanden. Man braucht Unmengen Garn und näht doch ziemlich lange daran, aber erd Effekt ist toll. Auf die Welle hatte ich noch blaue Angelina-Fasern gebügelt, so daß sie geheimnisvoll glitzert. Auf dem Foto ist das allerdings nicht zu erkennen.




Ich habe dann nur noch einen Rand aus demselben Stoff genäht. Ich hatte erst daran gedacht, das Ganze mit Stickereien oder Quilten zu bearbeiten, aber das hätte die beabsichtigte Wirkung nur zerstört. Jetzt stellt sich die Frage, wo ich es zu Hause hinhänge. Denn wenn ich es an die Wand hänge, geht die Tiefenwirkung verloren. An ein Fenster wiederum geht auch nicht, weil da die Vorrichtung (in entsprechender Höhe) dafür fehlt.
Die Technik jedenfalls ist ansprechend und man kann mit Sicherheit viele interessante Dinge machen. Mal sehen, was sich noch ergibt.

So, nun geht es an die ersten Vorbereitungen zum Packen. Dinge wie Bettwäsche, Handtücher, Küchentücher, die unanhängig von den persönlichen Sachen gebraucht werden. Die Liste der nicht zu vergessenden Dinge wird auch immer länger. Aber wenn man den Urlaub 1000 km entfernt vom Heimatort verbringt, ist das notwendig.

Bis dann!

Petruschka

01 Juli 2011

Blick aus dem Fenster und AMC

Auf den ersten Blick hat sich nicht wirklich viel verändert im Vergleich zum Vormonat. Wenn man jedoch genauer hinschaut, entdeckt man am linken Kastanienbaum schon kleine Kastanien. Vom Haus kann man jetzt nur noch das Dach sehen und der Anbau ist schon völlig mit Wein bewachsen. Zudem ist das Foto weniger sonnig, war es doch auch bei uns fast den ganzen Tag bedeckt. Phasenweise schien die Sonne sehr hell, dann wieder schüttete es, was das Zeug hielt. Man kommt sich eher wie am 1. April als am 1.Juli vor.


Schon vergangene Woche hatte eine der QuiltThür-Frauen Geburtstag. Doch da wir uns morgen treffen, überreichen wir ihr die Lesezeichen alle morgen.

Vor einiger Zeit habe mehrere AMC mit demselben Motiv gearbeitet. Zwei davon habe ich schon verschickt. Morgen bekommt das Geburtstagskind auch noch eine davon.
 
Auf beigefarbene Seide habe ich auf einen Streifen grober Seide eine Borte gesetzt, Lavendel hinter Pongéseide gesetzt, ein wenig Baumwollspitze dazu gegeben und drei Perlmuttknöpfe aufgenäht. Mir hat das Nähen dieser Karten viel Spaß gemacht.

Für den AMC-Monatstauschausch im PQF habe ich eine Karte wiederum passend zum Monat Juni gemacht. Dieses Mal habe ich Kirschen und Erdbeeren miteinander kombiniert. Lecker sehen die Früchte auf jeden Fall aus. In unserem Garten sind mittlerweile die Erdbeeren leer gepflückt und an den Kirschen laben sich die Würmer. Schade, daß die Saison immer nur so kurz dauert.
 
Nun will ich noch schnell schauen, wie die Natur sich bei den anderen Naturblickern verändert hat. Euch wünsche ich ein schönes Wochenende.

Petruschka

29 Juni 2011

Zum Glück für mich

... konnte ich jetzt die Fotos hochladen. Heute Mittag hat mir Blogger 4 von 6 Fotos verweigert, darunter auch das vom Spider. Doch nun hatte ich Glück und alles funktionierte. Zuerst also mein Spider-Top. Heute Morgen bei strahlendem Sonnenschein und schon um 10.00 Uhr gefühlten 30 Grad im Garten aufgenommen. In absoluten Zahlen bedeutet das: 11 Reihen à 12 Dreiecke ergeben 132 Dreiecke. Durch den breiten weißen Zwischenstreifen und die angesetzten Streifenbänder ergibt sich eine Gesamtgröße von 1,45 m x 2,25 m, also eine komfortable Bettdeckengröße. Ich bin froh, es soweit geschafft zu haben. Das größte Stück Arbeit steht ja noch bevor, das Quilten. Da ich aber vorher noch den Quilt für meine Tochter fertig machen will, wandert der Spider erst mal in den Schrank, wo er als nächster an der Reihe ist.
Da ich nun einmal im Garten war, wo ich sonst die Kamera nicht dabei habe, wurden schnell noch ein paar Fotos gemacht.

Ich liebe Lavendel und auf einer Länge von ca.15 Metern wachsen große Büsche, die den ganzen Tag von Hummeln, Schmetterlingen und anderen Kleintieren besucht werden. Es summt überall und dann kommt natürlich noch der Duft dazu, wenn man sie streift.

Auf der anderen Seite der Rabatte ist momentan nichts Großartiges am Wachsen, weil wir mal wieder versucht haben, die wilde Brombeere zu entfernen und vieles weichen mußte, um an die Wurzeln zu kommen. Von wer weiß woher hat sich eine Mohnblume angesiedelt und ich finde sie in ihrer Zartheit und pastelligen Farbe einfach wunderschön. Reizvoll ist auch das Zusammenspiel zwischen Blüten und Samenständen.

Natürlich haben wir auch schattige Plätzchen und in diesem Beet unter einem von drei Kirschbäumen stehen Lavendel und Bodendeckerrosen dicht beieinander. Sie blühen den ganzen Sommer über und sehen immer schön aus.

Diese Kugellauch vertrocknet so langsam, sieht aber trotzdem noch interessant aus und gibt dem Rest vom Kräuterbeet einen schönen Blickfang. Auch das Kräuterbeet mußte umziehen, denn ich wurde der vielen Ableger der Zitronenmelisse, des Oregano und der Pfefferminze nicht mehr Herr. Nun stehen dort die Dahlien, die allerdings noch Zeit zum Blühen brauchen.

Der unverwüstliche Rittersporn ist wegen seiner schönen blauen Farbe ein weiterer Favorit. Er ist auch schon am Verblühen, aber da ich ihn dann gleich zurückschneide, schafft er es oft, ein zweites Mal zu blühen.
Die vielen Obstbäume lassen eine reiche Ernte erahnen, sie tragen schon reichlich Früchte. Ach, wird das schön. (Davon habe ich aber keine Bilder gemacht, die Fülle läßt sich gar nicht erfassen.)

Draußen geht mal wieder bald die Welt unter. Der Himmel ist grau bis grauschwarz, es blitzt und donnert. Ein bißchen kühler wäre mir ganz recht, so um die 25 Grad, da fühle ich mich wohl. Und Ihr, braucht Ihr diese Hitze?

Ich gehe jetzt bei den anderen Spidernäherinnen schauen. Euch alles Gute.

Petruschka

P.S. Eins ist sicher: Mein Mann braucht heute Abend nicht mehr gießen gehen. Denn nun schüttet es wie aus Eimern. Besser finde ich da das französische Pendant: Il pleut comme vache qui pisse. Will heißen: Es regnet so, wie eine Kuh pinkelt. Und das kann ganz schön heftig werden.

26 Juni 2011

Neue Täschchen und Ausflug

Trotz der allwöchentlich am Wochenende anfallenden Arbeiten kam ich zum Nähen und konnte mich dabei so richtig entspannen.

Bei uns steht mal wieder eine Veränderung an. Mein Großer tritt am Freitag eine neue Arbeitsstelle an. Die allerdings liegt gut 300 km von seinem jetzigen Wohnort entfernt. Da ist dann nichts mehr einem kurzen Anruf und binnen 20 Minuten steht er vor der Tür. Und das Leben in einer sehr kleinen Kleinstadt ist nicht mit dem in der Landeshauptstadt zu vergleichen. Aber die Arbeit ist interessanter und verantwortungsvoller und deshalb hat er sich dafür entschieden. Jedenfalls hat ihm mein Mann heute beim Umzug geholfen. Und da mein mittlerer Bruder ganz in der Nähe der neuen Wohnung wohnt, kam er zum Helfen. Und zum Dank für seine Hilfe habe ich ihm schnell noch ein Platzdeckchen genäht.

Meine jüngere Tochter hatte jüngst zwei Geburtstagseinladungen bekommen. Und auch für diese Mädchen habe ich nach dem altbewährten Tildaschnitt Täschchen für den Notfall genäht. Ich hatte noch ein gesticktes Band mit "Mädchenkram" und da eines der beiden Mädchen Lila und Orange als Lieblingsfarben angab, habe ich es mit verwendet. Hier die eine Seite.
Auf der anderen Seite habe ich mich ich mich ein wenig ausgetobt, was die Verzierungen angeht. Ich hoffe, der jungen Dame gefällt es so.

Das zweite Täschchen wurde in Türkis gewünscht. Diese Farbe liebe ich sehr. Von einem früheren Quilt hatte ich noch einige Reste übrig. Diese habe ich dann mit Aufnähern und Zierstichen aufgehübscht. Ich liebe den Stoff mit den Goldkringeln. Ich habe von mehreren Farben immer 25-50 cm gekauft. Von Zeit zu Zeit mache ich die Kiste auf und freue mich, daß ich sie habe.

Nun noch die andere Seite. Das Bild kam mal wieder hochkant raus.


Nun kam heute Nachmittag die Sonne raus und so entschlossen meine Tochter und ich uns, eine Radtour zu machen. Bei uns gibt es einen Radwanderweg, der abseits der Straßen verläuft. Außerdem wollte sie im Nachbarort Werbezettel für Karate verteilen. Im übernächsten Ort gibt es ein Eiscafé, wo wir natürlich Halt machten. Zurück ging es einen anderen Weg entlang, über die kleinen Dörfer. Dort habe ich dann auch die Fotos gemacht.


Felder über Felder. Am Wegesrand wächst Mohn. Ich liebe diesen Anblick. Dahinter Gerteidefelder, soweit das Auge reicht. Auch auf der anderen Seite wogendes Getreide.


Ja, es war schon ganz schön windig und auf der Rückfahrt, wo es teilweise zwar sanft, aber stetig bergauf ging, hatten wir Gegenwind.

Einen Teil des Weges konnten wir auf einer Baustraße zurücklegen. Seit mehreren Jahren wird in unserer Gegend die neue ICE-Trasse zwischen Erfurt und Leipzig gebaut. Im Hintergrund ist eine Brücke zu erkennen. So im Durchschnitt alle zwei Kilometer mußte eine gebaut werden. Für die Landwirtschaft, für die Landstraßen und eben für den Radweg. Sie zerschneiden die ehemals intakte Natur wie auch die Windräder, die in Größenordnungen auch bei uns zu sehen sind. Wenn die Züge erst mal fahren, bin ich mal auf die Lärmbelästigung gespannt, denn die Strecke verläuft nur knapp 300 - 500 Meter vom Ort entfernt.

Rund 22 km haben wir heute Nachmittag zurückgelegt. Da es die erste längere Ausfahrt in diesem Jahr war, tut mir so manches weh, vor allem aber die Pobacken. Aber das vergeht. Und ich freue mich schon auf die Radwanderungen an der Loire in unserem Urlaub, der immer näher kommt.


Soweit mein Bericht von einem schönen Wochenende. Ich hoffe, Ihr hattet auch eins und habt Euch gut erholt.


Bis zum Spidermittwoch grüßt Euch herzlich Petruschka