20 April 2014

Seit Ewigkeiten

... haben wir den "Stern" abonniert. In der aktuellen Ausgabe geht es natürlich auch um Ostern. Zu Beginn meines Postes eine Karikatur daraus, die meinem Sinn für Humor entspricht.
 


Vor einiger Zeit haben sie das Layout und auch die Aufteilung ein wenig aufgefrischt und seitdem gibt es eine Rubrik, die da heißt: "Sätze für die Ewigkeit". Jeweils fünf berühmt-berüchtigte Sätze sind zu lesen. Schon oft habe ich mich fast schlappgelacht. Und hier sind die Sätze zu Ostern. Meine Anmerkungen dazu sind in den Klammern.)
 
1. Es regnet, wir suchen drinnen. (Schon oft passiert, in diesem Jahr zum Glück nicht.)
2. Eins fehlt. (Was soll ich sagen, 26 Eier wurden heute versteckt, gefunden wurden aber nur 25.)
3. Nie wieder unter der Heizung. (Offensichtlich wurde es zu spät gefunden ;-)).)
4. Iiihhh, da ist ja Schnaps drin. (Tja, wer lesen kann, ist klar im Vorteil.)
5. Nicht schon wieder Ben Hur. (Kommt der wirklich so oft zu Ostern im Fernsehen?)

Es wurden auch Tips für Verstecke gegeben, aber so was wie die Regenrinne, das Astloch oder das Loch im Sonnenschirmständer fehlten. Ja, wenn es ums Verstecken geht, werden unsere Kinder sehr kreativ. Es war jedenfalls wieder ein lustiger Nachmittag beim Schwiegervater im Garten. Ab der zweiten Runde wurden dann nur noch 10 Eier versteckt, um damit den Schwund von vornherein gering zu halten ;-)).  Für die Kaffeetafel hatte ich gestern eine leckere Quark-Himbeer-Torte gebacken.
 

Zuvor schob ich zwei Osterhefezöpfe in den Ofen. Und da einer der beiden für den Freund der großen Tochter, der Veganer ist,  bestimmt war, wurde die Milch durch Hafermilch und die Butter durch Margarine ersetzt. Das im Rezept angegebene Ei habe ich weggelassen.
 

Das eine Osterbrot sollte bei uns bleiben und da konnte ich es kaum erwarten, daß es soweit abgekühlt war, damit ich eine bzw. zwei Scheiben probieren konnte. Mit meinem selbstgemachten Gelee von schwarzen Johannisbeeren war es ein wahrer Genuß. Der junge Mann hat sich jedenfalls darüber und über das kleine Glas Erdbeerkonfitüre sehr gefreut. Wie er auch von dem Ugly Bunny ganz fasziniert war.
 

Bei Cattinka habe ich sie in dieser Woche gesehen. Bei ihr laufen sie unter Hungry Bunny, aber ich habe es eben Häßliches statt Hungriges Häschen genannt. Das große Tochterkind bekam natürlich auch eins ab. In ihrem steckte ein Schoko-Osterhase und eine Gutschein-Karte für einen Drogeriemarkt.


Er und sie  alberten mit ihren Häschen herum und inszenierten kleine Dialoge. Es war herrlich anzusehen und anzuhören.


Mit dem Wort ugly verbinden sich Erinnerungen an meinen fakultativen Englischunterricht an der Penne. In der ersten Lektion ging es einem Text um 'an ugly umbrella'. Das war bestimmt nicht weiter wichtig damals, aber ich habe es nie vergessen.
Und da die Große gestern Geburtstag hatte, bekam sie auch noch ein anderes nützliches Geschenk - ein Schlampermäppchen im Eulenlook. Darin versteckt war eine kleine finanzielle Spritze.
 
 
Das jüngere Tochterkind ging natürlich nicht leer aus. Sie bekam ihren gewünschten Rocher-Osterhasen und ebenfalls einen Gutschein in einem kleinen Täschchen.
 

Für dieses Täschchen habe ich die Reste der Stoffaboquadrate, die ich für meinen süßen gestickten Hasen angeschnitten hatte, verbraucht.
 
Gestern konnte ich gleich drei Briefumschläge mit Ostergrüßen aufmachen. Doch bereits davor hatte ich Osterpost bekommen. 

Diese ist von Angelika, einer Nähschwester der QuilThuerer. Ich bin ganz hin und weg von dem zarten Blümchenstoff.
 

Mit Deborah hatte ich bereits  Anfang März einen Tausch vereinbart. Schon längere Zeit lag ihre AMC auf meinem Nähtisch. Ich habe sie aber erst vorgestern aufgemacht. Ist das Häschen nicht süß?


Klaudia hat mich ebenfalls mit einer AMC überrascht. Wir hatten ja gerade erst unseren ABC-AMC-Tausch hinter uns. Auch diese AMC ist sehr hübsch. Die Eier stehen plastisch hervor.


Auch Gudrun setzte auf Grün und Ostereier. Sie hat wieder eine sehr schöne AMC gewerkelt.

Ich selber habe in diesem Jahr 13 Oster-AMC hergestellt. Die meisten wurden mit der Post zugestellt; einige habe ich persönlich in den Briefkasten eingeworfen.

 
Zum Schluß noch die AMC aus dem Tausch im PQF. Stoffmarie hat sie mir geschickt.
 

Eine klasse Idee, wie ich finde. Man hört den kleinen Vogel geradezu sein Lied singen. Das tägliche morgendliche Gezwitscher kurz vor dem Aufstehen jedenfalls ist wunderschön. Was mich irritierte, war der Absender. Denn Stoffmarie wohnt in Owschlag, wo wir im Sommer 2012 unseren Urlaub verbrachten. Vielleicht haben wir uns da sogar gesehen?
 
Na habt Ihr bis jetzt durchgehalten? Wenn ja, herzlichen Glückwunsch! Denn jetzt bin ich fast durch. Zum Schluß noch ein bißchen Statistik aus besagter Rubrik der Stern-Ausgabe: 2 % der Deutschen essen zu Ostern falschen Hasen ;-)).
 
Ich wünsche Euch noch einen schönen Ostermontag.
 
Petruschka

17 April 2014

P wie

... Patchwork war für Klaudia das Naheliegendste. Für mich eigentlich auch, aber ich wollte der Gefahr entgehen, denselben Begriff zu wählen. Wie gut, daß ich einen anderen Begriff gewählt habe.
 

Lange schwirrten mir Begriffe wie Paris, Petersilie, Papagei oder sogar Primaballerina durch den Kopf. Doch beim Durchblättern einer Patchwork Professional kam mir die zündende Idee - eine Pfauenfeder. Von den geforderten Metallic-Farben hatte ich zwar nur das Blau da, aber in meiner Seidenmalfarbenkiste fand ich noch Metallic-Gutta, die ich einfach mit etwas Wasser verdünnt aufgetragen habe. In der Vorlage ist die Feder ca. 20 cm groß. Aber die Form an sich ist ja nicht schwer, das bekomme sogar ich hin ;-)). Außerdem hatte ich ein Vorbild in Natura vor mir liegen. Von einem früheren Ausflug nach Wörlitz hatte ich diese Feder aufbewahrt. Ich habe sie zusammen mit der AMC fotografiert.
 

Mitten beim Arbeiten, beim Ausgestalten der Feder mittels freien Quiltens, bekam ich wieder nur Krakel hin. Doch ich bin dann ein zweites Mal rumgegangen mit dem schwarzen Faden und am Ende sah es einigermaßen natürlich aus - der Vergleich mit der echten Feder fiel zumindest so schlecht nicht aus.
 
P wie Patchwork suchte sich Klaudia aus. Ich habe mal im Fremdwörterbuch nach der Erklärung geschaut: 1. Technik zur Herstellung von Kleiderstoffen, Decken oder Ähnlichem, bei der Stoff- oder Lederflicken zusammengesetzt werden. 2. Stoff, der aus vielen Stoff- oder Lederstücken zusammengesetzt ist.  Direkt darunter steht Patella - das ist der anatomische Begriff für die Kniescheibe. Und hier für die Kreuzworträtselliebhaber unter Euch: das Stechpaddel für den Kanadier heißt Pagaie und ist weiblichen Geschlechts; Phillumenie bezeichnet das Sammeln von Zündholzschachteletiketten (was für ein Wort); Pi gibt das Verhältnis von Kreisumfang zu Kreisumfang an und wenn man von Provenienz spricht, meint man die Herkunft. Doch nun zu Klaudias AMC.
 

Ganz zauberhafte Blümchen hat sie mir gewerkelt, frühlingshaft und fröhlich. Die kleinen Hexagons haben eine Kantenlänge  von  gerade mal einem Zentimeter.
 

Das ist Patchwork in Reinform: aus Resten hergestellt und mit der Hand genäht. Ich mag die Karte sehr.
Im nächsten Monat ist dann das Q dran. Wörter mit diesem Anfangsbuchstaben machen in meinem Fremdwörterbuch knapp drei Seiten aus (immerhin!).Da sollte doch ein Wort zu finden sein ;-).
 
Morgen beginnen bei uns in Thüringen die Osterferien. Zeit, sich intensiver um den Garten zu kümmern. Zeit, sich intensiver um die schmutzigen Fenster zu kümmern. Zeit, sich um ein neues Projekt zu kümmern. Zeit, mal nichts zu machen. Obwohl, Lesen geht immer.
 
Ich wünsche Euch einen beschaulichen Karfreitag.
 
Liebe Grüße, Petruschka

13 April 2014

"La vie en rose"

... so heißt mein gesticktes Hasenbild. Es ist gestern Abend fertig geworden, nachdem  die Arbeiten an der letzten Runde eines  Round Robin beendet waren.


Sigisart hatte dazu aufgerufen, ihr bis heute ein Foto des verliebten Hasen zuzuschicken. Mal sehen, wieviele verliebte Hasen gewerkelt wurden. Hier einige Details meines Hasen.


Für den Klee und die Blumenstängel habe ich ein Verlaufsgarn benutzt. Auch die Blüten sind mit einem Verlaufsgarn gestickt.
 

Wenn ich so den verliebten und total glücklichen Ausdruck im Gesicht des Hasen sehe, meine ich ihn ein Lied singen hören und man freut sich mit ihm.


Für den Rand habe ich wieder die Quadrate aus dem Stoffabo verwendet. Ich habe dezent gemusterte rote, dunkelrosafarbene und Blümchenstoffe in den genannten Farben aus dem reichen Fundus ausgewählt. Die vernähten Quadrate sind ca. 3,75 cm groß.
 
Mit den in den letzten Monaten entstandenen Arbeiten wurde meine "Galerie" im Zwischenflur  neu gestaltet. Und so sieht sie jetzt aus.
 

Ganz links hängt mein Kirchenfenster, das ein Ergebnis des Fensterthemas bei den QuilThuerern war. Über der Tür zu meinem Arbeitszimmer hängt der Rabe Socke, der  nach einer Vorlage von Regina Grewe genäht wurde. Daneben habe ich meinen Lavendelquilt platziert, ebenfalls ein Ergebnis der Arbeit in der QuilThuer-Gruppe - dieses Mal zum Thema Landschaft mit einem Fluß, der bei allen Quilts auf derselben Höhe endet und anfängt.
 
 
Rechts neben der Tür hängt mein "Grünes Band", auch eine Arbeit im Rahmen unser Gruppenarbeit. Das Gänsemädchen daneben durfte seinen Platz behalten, genau wie  die "Reise um die Welt". Diese ist die erste gemeinsame Arbeit im Rahmen der QuilThuer. Sie stammt aus dem Jahre 2008 und war zu einer Ausstellung mit dem Thema "Licht und Schatten" entstanden. Die unteren Arbeiten wiederum sind neu. Erst kommt der verliebte Hase, gerade gestern Abend fertig geworden. Dann die beiden kleinen Quilts aus der einer Herausforderung, die seit Februar hier läuft.
 

Auf der anderen Seite des Flurs hängen auch zwei große Quilts. Die durften aber noch bleiben.;-)).

Am Dienstag nun geht mit dem gemeinsamen Auspacken der Pakete ein Round Robin zu Ende. Im vergangenen Jahr schickte ich folgendes Seidenmalbild nach Klimt mit ganz vielen Goldstoffen auf die Reise.
 
Ich bin schon sehr gespannt, wie mein zweiter Klimt-Quilt, besser gesagt, das Top, aussehen wird.
 
Ostern naht mit großen Schritten. Überall grünt und blüht es. Es ist so schön draußen. Mit meinem verliebten Hasen schicke ich Euch in die neue Woche und wünsche Euch  das Allerbeste.


Petruschka

08 April 2014

Eigentlich bin ich ja

... bekennende Brötchenesserin. Sie sind immer frisch, man kann jeden Tag neue Sorten probieren und eins hat die richtige Größe für ein Frühstück oder Abendessen. Doch mein Mann mag lieber Brot essen und zwar Mischbrot und nur Mischbrot. Für das Kind und mich gibt es je nach Saison Frühlings-, Sommer-, Herbst oder Winterbrot vom örtlichen Bäcker. Bisweilen backe ich mal ein Brot, doch das passiert nur noch selten. Nun, da ich zum Einzug einer Kegelschwester ein litauisches Hüttenbrot gebacken hatte, bekam ich Lust, auch für uns eins zu backen.



Naja, wenn ich es bedenke, eins für mich. Denn es war zu erwarten, daß es meine beiden anderen nicht essen würden. Also nutzte ich den Umstand,  daß die beiden wieder zu einem Wettkampf unterwegs waren und schritt zur Tat. Und da einige nach dem Rezept gefragt hatten, hier ist es.

Für ein Brot in einer Kastenform von ca. 25 cm Länge braucht Ihr:

50 ml Pflanzenöl                                                                      175 g Hüttenkäse
2 gehäufte EL feingehackte Frühlingszwiebel                         150 g Vollkornmehl
50 ml Honig                                                                             150 g Weizenmehl
175 ml Milch                                                                            2 TL Backpulver
1 Ei                                                                                           1/2 TL Backnatron
                                                                                                  1 gestrichener TL Salz

Eigentlich gehören noch 175 g feingehackter magerer  Speck dazu, aber wir haben "vegetarische Woche" ( zu den Einzelheiten später); also habe ich den weggelassen. Statt der normalen Milch habe ich Kokosmilch genommen. Die hatte ich von einem anderen Rezept noch übrig.
Und so wird's gemacht:
Das Pflanzenöl bei mittlerer Hitze erhitzen. Den Speck darin einige Minuten anbraten. Die Frühlingszwiebel dazu geben und halb gar dünsten. Dann den Honig hinzufügen, erhitzen und den Topf von der Herdplatte nehmen. Die Milch, das Ei und schließlich den Hüttenkäse unterrühren. Alles gut vermischen und beiseite stellen.
Die beiden Mehlsorten zusammen mit dem Bachpulver, Backnatron und Salz in eine große Schüssel Sieben. In der Mitte eine Mulde formen, die Hüttenkäse-Mischung hineingießen und vorsichtig einarbeiten.
Den Backofen auf 190 Grad vorheizen. Den Brotteig in eine gefettete und mit Mehl bestreute Kastenform streichen. Die Oberfläche des Laibes mit einem Spatel glätten und zwei Mal auf eine harte Fläche fallen lassen, um eventuelle Luftblasen zu entfernen. In ca. 45-50 Minuten goldbraun backen.
Das Brot 15 Minuten auf einem Drahtrost abkühlen lassen und dann aus der Form lösen. Vor dem Servieren vollständig auskühlen lassen.
 
Von Innen sieht es dann so aus.
 

Das Brot ist sehr locker und fluffig. Und belegen kann man es mit so ziemlich allem. Obwohl ja Honig enthalten ist, schmeckt es nicht süß. Ich habe  folgende Varianten versucht, natürlich alle vegetarisch: Strauchtomaten mit Zwiebeln, Radieschen, Käse (Scharfer Maxx) und ein Rucola-Senf-Aufstrich: alles sehr lecker. Und nun wünsche ich Euch guten Gelingen, falls ihr das Brot auch backen möchtet.
Vegetarische Wochen gibt es seit Jahresbeginn bei uns ca. ein Mal im Monat. Das Tochterkind hat sie initiiert. Eine Klassenkameradin ist seit längerer Zeit Vegetarierin. Und so wollte sie es halt mal ausprobieren. Für mich ist das nicht weiter tragisch, esse ich doch sehr selten Wurst. Was neue Gerichte angeht, bin ich da sehr experimentierfreudig und probiere auch gern mal etwas Neues in Restaurants, die ja erfreulicherweise auch immer mehr vegetarische und sogar vegane Gerichte anbieten. Mein Mann macht mit, aber hat spätestens am Donnerstag hat er Appetit auf etwas anderes als Käse oder Eier. Für morgen habe ich einen Porree-Kartoffel-Topf vorbereitet. Gerade hat er genascht. Auf die ironische Frage, ob es schmecke, meinte er nur, daß Wurst fehlen würde. Tja, Pech gehabt;-)). Der Speiseplan bis Freitag steht. Samstag sind sie wieder unterwegs und wir in der Schule haben einen "Tag der offenen Tür". Mal sehen, worauf wir uns für Sonntag einigen.
 
So, das war mal ein Post ohne Genähtes, aber mit trotzdem mit etwas eigenhändig Gewerkeltem;-)
 
Begrüßen möchte ich noch zwei neue Leserinnen, nämlich Nähyoga und die Selbermacherin. Schön, daß Ihr mit dabei seid.
 
Petruschka

05 April 2014

Der erste Sonnabend im Monat

... ist immer reserviert für unser QuilThuer-Treffen. Bevor wir uns an die eigentliche Arbeit machten, wurden erst einmal Geschenke für das März-Geburtstagskind ausgepackt. Neben einigen AMC wurden vor allem die Twinchies bestaunt, die wir in diesem Jahr für jedes Geburtstagskind anfertigen. Ich will für jede von uns das Monogramm sticken.
 

Die Vorlage stammt wieder einmal von Ursula Schertz. Im Patchwork-Spezial-Heft 1/2010 gibt es das ganze Alphabet als Rotstickerei. Ich habe den Buchstaben ein wenig verkleinern müssen, damit er auf das Twinchy paßt. Jetzt, wo es fertig ist, gefällt es mir sehr gut. Allerdings habe ich die Ranke drei Mal begonnen. Sie hat mir nie so wirklich gefallen. Aber mit den Blättern und den Blüten bekam sie ein ganz anderes Aussehen.
Morgen, wenn ich wieder den großen/guten Fotoapparat zur Verfügung haben werde, können die Twinchies besser fotografiert werden und ich kann sie dann zeitnah auf unserem Blog einstellen.
 
Heute beschäftigten wir uns ein weiteres Mal mit dem Zenquilting. Weil zwischendurch Fragen kamen: Die Muster sind  mit der Maschine auf den Stoff gebracht, nicht gemalt. Als "Hausaufgabe" sollten wir unser Monogramm oder eine andere Figur nach Wahl gestalten. So sah mein erster Versuch aus.
 
 
 Manche Muster sind mir ganz gut gelungen, aber weit weg von perfekt. (Ich muß gestehen, daß unter 10 Themen, die wir bearbeiten wollen, Zenquilting an letzter Stelle stand.) Nach weiterer Ideensuche und dem Vorbild einer begnadeten Zenquilterin habe ich heute ein zweites Monogramm zustande gebracht. Das gefällt mir schon besser.
 
 
Was ich mit den beiden Monogrammen anfange? Zum Einen werde ich eine Ordnerhülle nähen und zum Anderen eine Mappe mit Platz für einen Block, Stifte etc.
 
Und hier das Vorbild und ein Beispiel dafür, daß Zenquilting nicht immer schwarz/weiß sein muß.
 

 
Dann habe ich noch eine Ampelmanntasche verschenkt. Die neue Besitzerin leiht mir ihren eckigen Quiltrahmen, damit der Quilt für die älteste Tochter endlich  fertig werden kann.
 
 
Mit dieser Tasche habe ich endlich eine zum Tragen und Benutzen angenehme Breite gefunden. Auch der verwendete Stoff, Canvas, ist eine gute Wahl. Dabei werde ich jetzt bleiben. Denn einige Ampelmännchentaschen wollen noch genäht werden - meine Kegelfrauen haben ihr Interesse bekundet ;-)).

Vielen Dank möchte ich auch allen sagen, die zu den beiden letzten Posts ihre Kommentare zu meinem Blümchen und dem Hasen abgegeben und mir gute Besserung gewünscht haben. Es ist schön, Mitgliede der großen Bloggergemeinde zu sein. Zu meinen bisherigen Leserinnen haben sich wieder neue gesellt. Herzlich willkommen Mona, Rike und Flickenstichlerin. Schön, daß Ihr hergefunden habt. Und gleich werde ich auf eine große Blogrunde gehen und schauen, was Ihr so gewerkelt habt.
 
Einen geruhsamen Sonntag wünscht Euch
 
Petruschka

02 April 2014

Nichts zu tun, nur ruh'n

... - diese Zeile, frei nach Laith Al-Deen, paßt momentan sehr. Er besingt den Sommerurlaub, ich meine damit eher meinen Tagesablauf mit der Bronchitis, die so langsam am Abklingen ist. Außer auf dem Sofa sitzend zu lesen oder zu sticheln war nicht viel drin. Und so ist neben einer kleinen Monogrammstickerei, die leider noch geheim ist, ein kleiner verliebter Hase entstanden.
 
 
In den nächsten Tagen bekommt er noch einen netten Rahmen aus Stöffchen und dann ab mit dem Foto. Hier werden alle verliebten Hasen gesammelt und dann am Palmsonntag eingestellt. Ob er einen Namen bekommt, weiß ich noch nicht - vielleicht bleibt er nur Hasi.
 
Schon in der vergangenen Woche wurde hier Geburtstag gefeiert. Ein wenig verspätet kamen meine Geburtstagsgrüße, die jedoch nicht minder herzlich waren.
 

Die AMC ist nach demselben Muster gearbeitet wie die aus dem vergangenem Post. Die Art gefällt mir einfach sehr gut. Ich werde wohl noch einige nach diesem Prinzip herstellen;-)).
 
Und zum Schluß eine Redworkarbeit, die ich schon vor längerer Zeit bekommen habe. Der Block gehört zu einem Swap im Patchwork- und Quiltforum, wo ich mir Redworblöcke zum Thema Frühling gewünscht hatte.
 
 
Und dieses Blöckchen paßt super zum aktuellen Wetter - endlos blauer Himmel, Sonnenschein, warme Temperaturen, mit einem Wort: Frühlingswetter.
 
Habt weiterhin eine schöne Woche.
 
Petruschka

31 März 2014

Stiefmütterlich behandelt

... wird der Hasenbach-Challenge  wohl eher nicht. Zumindest, wenn man die Zahl der Teilnehmerinnen sieht. Meinerseits allerdings schon ein  wenig. Aber nur, weil ich in diesem Monat Stiefmütterchen genäht habe ;-)).
 

Nach meiner Stiefmütterchen-AMC nun also PPP, allerdings ungleich schwieriger zu gestalten als die AMC. Nach meinem groben Fehler im vergangenen Monat habe ich zum ersten Mal, seit ich PPP nähe, eine Farbskizze gemacht.


Auf dem Foto ist auch zu ersehen, wieviele einzelne Blöcke es sind, nämlich 31! Manche mit nur 2 Teilen, andere mit 8-10. Außerdem habe ich mir von den gewählten Stoffen ein kleines Stück abgeschnitten und neben das Zeichen gesteckt - auch das war eine Premiere.
 

So vorbereitet war das Nähen keine Hürde. Aber die Zahl der noch zu nähenden Blöcke schien nicht abnehmen zu wollen. Ich habe einen geschlagenen Tag gebraucht, natürlich mit Pausen. Aber es war die Mühe wert. Denn der Block gefällt mir außerordentlich gut. Stiefmütterchen symbolisieren für mich den Frühlingsbeginn. Sie sind unverwüstlich, blühen unter Umständen auch noch weitere Jahre. Hier noch einige Detailfotos der Blüten.
 



Stiefmütterchen gehören zu den Veilchen, daher auch ihr botanischer Name Viola. Sie zeichnen sich durch die gegenseitige Bedeckung der Blütenblätter aus. Das breite unterste Kronblatt, die „Stiefmutter“, bedeckt teilweise die seitlichen, die „Töchter“, und diese wiederum die beiden obersten, die „Stieftöchter“. Auf den Detailfotos kann man das gut sehen.


Das Stiefmütterchen ist das Symbol der Freidenker in Frankreich und in Österreich. Es war schon im Mittelalter das Symbol für gute humanistische Gedanken. Im Französischen heißt es "la pensée", was übersetzt  'der Gedanke' bedeutet.

 

An der mittleren (der letzten zu nähenden) Naht treffen mehrere Teile und Nähte aufeinander. Das war gar nicht so einfach mit den vielen Papier- und Stoffschichten. Auch nach dem Entfernen des Papieres ist die Stelle noch ziemlich dick.

Zum Schluß noch etwas, was mich zum Grübeln und zum Lächeln brachte. Vielleicht ist es einer von Euch auch schon passiert.


Wie mir mein Mann erklärte, passiert das, wenn man die zu druckende Vorlage schon schließt, bevor alles ausgedruckt ist. Ich hatte dies getan und so kam da irgendein Kauderwelsch zustande ;-)).
 
Nun werde ich mich wieder ausruhen. Aus einem gepflegten Husten Anfang der vergangenen Woche  wurde daraus bis Donnerstag eine gepflegte Bronchitis , die mit viel Ruhe, Tee und ein wenig Antibiotika hoffentlich bis Ende der Woche auskuriert sein wird. Allen Kranken wünsche ich gute Besserung und allen Gesunden eine schöne Woche.
 
Petruschka


28 März 2014

Sprüche und Redewendungen

... hatte ich für die zweite Runde des Kreativprojektes vorgeschlagen. Da waren wohl die Pferde mit mir durchgegangen (Redewendung!). Aber ich stand noch sehr unter dem Eindruck der Vorbereitung und der Durchführung eines Sprachen-Workshops im Rahmen des Wissenschaftstages an unserer Schule, zu dem wir Fremdsprachenlehrer eingeladen hatten. Da war es nicht verwunderlich, daß mir der Kopf nur so schwirrte (sic!) vor Sprichwörtern und Redewendungen.

Beim Gelde hört die Freundschaft auf.
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Man muß das Eisen schmieden, solange es heiß ist.
Wer A sagt, muß auch B sagen.
Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
 
Und so weiter und so fort ... Und damit kam ein weiteres Sprichwort ins Spiel: Wer die Wahl hat, hat die Qual.  Ideen purzelten nur so, doch keine konnte so richtig punkten. Bis, ja bis dann ich den Spruch hatte: Reisen bildet.
 
 
Ursprünglich sollte Frankreich als mein Lieblingsreiseland im Vordergrund stehen. Doch als ich den Spruch googelte, verfiel ich auf das Gedicht von Matthias Claudius "Urians Reise um die Welt". (Wenn Ihr bis dahin durchgehalten haben solltet, könnt Ihr das Gedicht am Ende des Posts lesen.) Und da verfiel ich auf die Idee, einen großen Lederkoffer mit verschiedenen Aufklebern aus verschiedenen Ländern darzustellen, so einen,  wie man es früher von den Globetrottern kannte: aus Leder, mit Gebrauchsspuren und mit vielen, vielen Aufklebern. (Heute werden ja diese praktischen Rollkoffer vorgezogen.) Und was liegt näher, als Städte zu wählen, die ich schon besucht habe. Natürlich war ich schon in mehr Städten, als hier die Aufkleber das weismachen (sic!) wollen. Außerdem sieht man ja nur eine Kofferseite ;-). Doch der Reihe nach:
 

An verschiedenen Stellen habe ich schon erwähnt, daß ich neben dem Fach Französisch auch Russisch studiert habe. Neben dem einjährigen Teilstudium 1985/1986 in Rostow am Don war ich 1998 zu einer zweiwöchigen Weiterbildung in Moskau. Klar haben die  Städte ihre muttersprachliche Bezeichnung auf den Aufklebern. Und so wird eben Mockba in kyrillischen Lettern geschrieben und Maskwa gesprochen. In den zwei Wochen damals sind wir im Winter angekommen und im Frühling abgefahren. Es war echt extrem. Schnee so hoch, daß wir darin versanken und eisige Temperaturen und kaum 10 Tage später 20 Grad bei herrlichstem Sonnenschein. Vormittags hatten wir Unterricht und den Nachmittag zur freien Verfügung. Natürlich waren wir im GUM und im Lenin-Mausoleum. Im Kreml waren wir bei zwei Ballettvorstellungen und haben die Kirche, die mit den vielen goldenen Kuppeln, besucht. Auch eine damals erst neu eingeweihte Kirche haben wir besucht. Wir waren bei einer Lesung und in einer Schule, wo Schüler der fünften Klasse vortrugen, wie sie sich das Verreisen in 25 Jahren vorstellten. Das historische Museum sieht wirklich wie ein Zuckerbackwerk aus. Ich hatte mir die Zeit genommen und bin zwei Mal in die Tretjakow-Galerie gegangen. - Ich bin gerade sehr darüber erstaunt, an wieviele Dinge ich mich noch erinnern kann. Über die doch ziemlich großen Küchenschaben, die über die Tische der Mensa spazierten, will ich mich lieber nicht auslassen ;-).  
 
Weiter geht's mit
 
In Paris war ich mehrmals. Privat war ich erst ein Mal dort und das ist so ziemlich genau zwei Jahre her. Hier habe ich davon berichtet. Alle anderen Aufenthalte passierten im schulischen Rahmen von Klassenfahrten und Austauschprogrammen. Ich erinnere mich gern  an das Musée d'Orsay, den Friedhof Père Lachaise und die Conciergerie, die ich jeweils ohne Begleitung besucht habe. Im November 1995 war gerade der Beaujolais nouveau herausgekommen und wir saßen mit unseren (erwachsenen) Schülern unten im Foyer und blieben bis in die Puppen auf (sic!). Daß das A den Eiffelturm symbolisiert, ist wohl den meisten klar. Der lange Bogen unter dem S steht für die Seine, die durch Paris fließt.
 
 
Firenze ist für die Italiener, was für uns Florenz ist. Wir besuchten die Stadt, als wir 2002 in San  Gimignano Urlaub machten. Das jüngste Kind war zu dieser Zeit nicht mal drei Jahre alt und wog ca. 15 Kilo. Warum diese Angaben so wichtig sind ? Nun, mein Mann schleppte auf seinen Armen besagtes Kind hoch bis auf die Domkuppel. Wenn ich mich recht erinnere, waren es über 400 Stufen, die über verschiedene Wendeltreppen führten. Auf dem Weg nach ganz oben kamen wir über einen Zwischengang fast bis direkt unter die Kuppel und konnte die prächtigen Deckengemälde bewundern. Allein diese sind den Aufstieg wert.  Und weshalb wir uns auch immer an Florenz erinnern, ist ein Vorfall auf der Piazzale Michelangelo. Wir standen gerade vor der David-Kopie, als das jüngste Kind seinen Luftballon verlor. Dieser trudelte nun über den Platz und das Kind schrie aus Leibeskräften nach seinem Luftballon. Eine barmherzige Seele brachte ihn dann zurück und das Kind war wieder glücklich. Ende gut, alles gut. (sic!) Außerdem erinnere ich mich, daß wir vom Ponte Vecchio etwas enttäuscht waren und der darunter fließende Arno sehr verschmutzt war.
  

Prag, hmm, da sind die Erinnerungen verschwommen. In Prag war ich noch als Studentin. Die männliche Begleitung ist nicht mal mehr eine vage Erinnerung. Mit Sicherheit haben wir auf der Karlsbrücke gestanden und auf die Moldau geschaut.
 
 
Von Lissabon brauche ich hier nicht viel zu berichten. Die Erinnerungen sind noch sehr frisch und hier nachzulesen.

In der Mitte des Koffers habe ich dann noch ein Herz appliziert, in dem der Anfang des Spruches zu lesen ist.

Natürlich hat die Quiltrückseite ein Logo bekommen. Der Quilt ist übrigens 36,5 cm x 32,5 cm groß. Hier noch einmal der Koffer.


Und für die, die durchgehalten haben, das Gedicht von Matthias Claudius, der von 1740 - 1815 lebte. Aber Vorsicht, das Gedicht hat 14 Strophen !

Urians Reise um die Welt
 
Wenn jemand eine Reise tut,
So kann er was verzählen.
D'rum nahm ich meinen Stock und Hut
Und tät das Reisen wählen.
Refrain:
Da hat er gar nicht übel drum getan,
Verzähl' er doch weiter, Herr Urian!
 
2. Zuerst ging's an den Nordpol hin;
Da war es kalt bei Ehre!
Da dacht' ich denn in meinem Sinn,
Das es hier beßer wäre.
Refrain:
 
3. In Grönland freuten sie sich sehr,
Mich ihres Ort's zu sehen,
Und setzten mir den Trankrug her:
Ich ließ ihn aber stehen.
Refrain:
 
4. Die Eskimos sind wild und groß,
Zu allen Guten träge:
Da schalt ich Einen einen Kloß
Und kriegte viele Schlänge.
Refrain:
 
5. Nun war ich in Amerika!
Da sagt ich zu mir: Lieber!
Nordwestpassage ist doch da,
Mach' dich einmal darüber.
Refrain:
 
6. Flugs ich an Bord und aus in's Meer,
Den Tubus festgebunden,
Und suchte sie die Kreuz und Quer
Und hab' sie nicht gefunden.
Refrain:
 
7. Von hier ging ich nach Mexico -
Ist weiter als nach Bremen -
Da, dacht' ich, liegt das Gold wie Stroh;
Du sollst'n Sack voll nehmen.
Refrain:
 

8. Allein, allein, allein, allein,
Wie kann ein Mensch sich trügen!
Ich fand da nichts als Sand und Stein,
Und ließ den Sack da liegen.
Refrain:

 

9. D'rauf kauft' ich etwas kalte Kost
Und Kieler Sprott und Kuchen
Und setzte mich auf Extrapost,
Land Asia zu besuchen.
Refrain:

 

10. Der Mogul ist ein großer Mann
Und gnädig über Massen
Und klug; er war itzt eben dran,
'n Zahn auszieh'n zu lassen.
Refrain:

 

11. Hm! dacht' ich, der hat Zähnepein,
Bei aller Größ' und Gaben!
Was hilfts denn auch noch Mogul sein?
Die kann man so wohl haben!
Refrain:
 
12. Ich gab dem Wirth mein Ehrenwort,
Ihn nächstens zu bezahlen;
Und damit reist' ich weiter fort,
Nach China und Bengalen.
Refrain:
 

13. Nach Java und nach Otaheit
Und Afrika nicht minder;
Und sah bei der Gelegenheit
Viel Städt' und Menschenkinder.
Refrain:
 
14. Und fand es überall wie hier,
Fand überall 'n Sparren,
Die Menschen grade so wie wir,
Und eben solche Narren.
Refrain:
 
 Interessant, nicht wahr? Und toll, daß Ihr durchgehalten habt ;-). Denn Ihr wißt ja, dabei sein ist alles (sic!). Und wenn Ihr wissen wollt, was den anderen Teilnehmerinnen des Projektes eingefallen ist, hier seid Ihr richtig.
 
Ich bin schon gespannt auf die nächste Herausforderung.
 
Petruschka


25 März 2014

Manchmal reicht es

... nur zu einer AMC für ein Geburtstagskind unserer Patchworkgruppe QuilThuer.


Die Idee stammt übrigens aus der neuen Mollie makes. Dort sind verschiedene Vasen abgebildet, allerdings ist da alles nur gestickt.
 
Der Grund, warum ich nicht mehr zu zeigen habe, ist mein anderes großes Hobby - das Lesen. Ich  bin ein Gern-, Viel- und Schnellleser. Ich lese gern Krimis, Familiengeschichten und manchmal auch Bücher in Französisch. Und in der vergangenen Woche habe ich ganze vier Bücher gelesen. Nicht, daß das ständig der Fall ist. Das passiert eher azyklisch. Doch das Glück war mit mir. Die Zwölfer schrieben ihre 12/2 Klausuren, ich war mit zwei Klassen im Kino und an der anderen Schule war Projektwoche. Es war also nicht viel vorzubereiten. Doch ab gestern läuft alles wieder normal. Und hier meine "Leseliste".
  
"Felsenfest" (430 Seiten) ist das neueste Buch von Jörg Mauer, den ich mir sofort, als ich von der Neuerscheinung erfuhr, kaufen mußte und ruckzuck ausgelesen hatte. Kommissar Jennerwein und seine Truppe müssen seine ehemaligen Klassenkameraden retten, die auf einem Berg von einem maskierten Geiselnehmer bedroht werden. Zwei Personen werden in die Tiefe gestoßen. Zwischendurch gibt es Passagen, in denen die Geschichte eines historischen Schriftstückes beschrieben wird. Und das, man ahnt es, mit dem eigentlichen Kriminalfall verbunden ist. Und für Eingeweihte: Graseggers wollen gemeinsam Bürgermeister werden und das geplante Date zwischen Jennerwein mit der Polizeipsychologin Schmalfuß kommt wieder nicht zustande.
"Herrentag" (384 Seiten) spielt in Meiningen, spiegelt also Thüringer Lokalkolorit wieder. Rechtsanwalt Fickel ist als Terminvertreter kein großes Licht in der Anwaltschaft. Ehemaliger Anschieber des Bobs Oberhof II und ohne wirkliche Kenntnisse im Strafrecht wird er dann zur Verteidigung des maßgeblichen Mörders der Staatsanwältin bestellt. Eine Ex-Frau, ebenfalls Staatsanwältin, eine Amtsgerichtsdirektorin, die zeitnah in Rente geht und mit Bedacht eben jenen Fickel als Anwalt auswählt spielen eine Rolle. Es gibt die ein oder andere witzige Stelle und in Fußnoten Reminiszenzen an DDR-Symbole wie die F 6, Konsum, Kadarka und Subbotnik. Kritik an dem Altenpflegesystem kommt verpackt daher. Nicht der beste, aber auch nicht der schlechteste Roman.
"Tod und Regen" (351 Seiten) spielt wohl in Halle an der Saale. Der Name wird zwar nie genannt, aber mehrere Indizien lassen den Schluß zu. Kommissar Zorn ist wenig motiviert, hatte er doch bislang keine Mordfälle zu lösen. Und dann gibt es gleich zwei kurz nacheinander. Zorn hat keine Spur und keine Lust. Doch als ihn jemand austricksen will, bekommt er Wut und so läßt er sich auf das Spiel ein.
Alle Krimis hatte ich in je zwei Tagen ausgelesen. Für das folgende Buch einer französischen Autorin brauchte ich trotz "nur" 250 Seiten genauso lange Zeit. Denn hier mußte ich mehrere Pausen machen, um über das Gelesene nachdenken zu können.
 

Mathilde ist Buchbinderin. Sie hat das Handwerk ihres Großvaters gelernt und seit einem halben Jahr eine eigene Werkstatt. Es wird beschrieben, wie sie ein Buch bearbeitet, um ihm ein neues Aussehen zu verleihen. Diese Passagen mag ich sehr, denn sie zeugen von der Liebe zu Büchern, zum geschriebenen Wort. Als zweiten Strang wird die Geschichte eines Buches erzählt, die auch die Geschichte einer Familie wird. Die Personen im Dorf, andere Handwerker, sind liebevoll dargestellt. Es gibt auch einen Bösewicht,Verbinduneng in die Zeit der Besetzung im 2.Weltkrieg und ins Mittelalter. Das beschriebene Buch hätte ich gern einmal gesehen, denn es werden prächtige Zeichnungen beschrieben. Diese Buch ist es wirklich wert gelesen zu werden.
 
Na, habt Ihr Lust bekommen, mal wieder zu lesen? Nur zu ;-)). Und falls Ihr eines meiner hier vorgestellten gelesen haben solltet, meldet Euch und gebt Eure Meinung kund.
 
Petruschka