Mittwoch, 19. Juli 2017

Landschaften Im Quadrat

... - hieß das Thema, das wir QuilThuerer uns im März gestellt hatten. Hier und hier hatte ich davon schon berichtet. Das Ziel war, ein Objekt/ eine Landschaft nur durch das Quilten hervorzuheben, aufgelockert durch Quadrate mit 10 cm Kantenlänge, passend zum Grundthema. Ich hatte mich für einen Hundertwasserturm entschieden. Fünf Quadrate hatte ich recht zügig fertiggestellt, das Projekt dann aber zugunsten anderer, nämlich die  Miniquilts zum Jubiläum, zurückgestellt. Mitte Juni jedoch, noch vor dem Urlaub, habe ich ein sechstes Quadrat genäht, alle Quadrate verstärkt und wie eine AMC gearbeitet, noch die letzten Flächen gequiltet und den Quilt mit einem zweifarbigen Binding versehen.
 
 
Am Ende hatte ich noch ein sechstes Quadrat gewerkelt und zwar einen Turm. Klar, wenn man einen Turm als Hauptmotiv hat, paßt auch ein Turmquadrat gut dazu. Auf diese simple Lösung kam ich erst kurz vor knapp.
 
 
Das Fenster hab ich mittels Paspeltechnik eingesetzt, sodaß es einen dreidimensionalen Effekt gibt. Vor dem endgültigen Festnähen auf dem Quilt habe ich alle sechs Motive noch einmal fotografiert.
 
 
Der Turm als Motiv wird nur durch das  Quiltmuster sichtbar. Dafür habe ich das Ziegelstein-Stoffmuster des Turm-Quadrates gewählt. Erwähnt werden muß, daß der Hintergrund in 5 cm Quadrate abgenäht ist und versetzt nur jedes zweite Quadrat gequiltet wird. Auf dem folgenden Foto ist es gut zu erkennen.
 
 
Manchmal habe ich auch typische Hundertwassermotive-Motive gequiltet.
 
 
Außerhalb des Turmes, also  in/an der Luft,  habe ich einfache Kringel gequiltet. Unterhalb und rechts oberhalb der Bäume sind Mauersteine und links Kringel gequiltet.
 
 
Die die Luft symbolisierenden Kringel lassen sich neben dem Zwiebelturm ganz gut erkennen.
 
 
Mein liebstes Motiv ist das von bunten Fliesen eingerahmte Fenster.
 
 
Wie schon erwähnt, haben alle genähten Quadrate eine Kantenlänge von 10 cm. Sie sind verstärkt mit einem Vlies, wie man sie für AMC verwendet und mit einem dichten Zickzackstich gesäumt. Schließlich wurden alle auf den fertigen Quilt aufgenäht.
Der Quilt ist 43 cm breit und 78 cm hoch.
Zur Zeit bin ich am Fertigstellen des Jubiläumsquiltes. Dazu mußte ich rückwärtsnähen, denn beim Quilten hatten sich die Falten gebildet. Das kommt davon, wenn man unbedingt etwas zeitnah (noch vor dem Urlaub) fertigstellen will. Also alles auf Anfang. Und nun wird es ordentlich gemacht!
Doch heute Abend werde ich erst einmal die 2.Socke beenden. Die Spitze fehlt noch. Da heißt es wieder, fleißig Striche machen, auf daß alles seine Richtigkeit hat und alles paßt.
 
Ach so, für diejenigen, die gern in die Nacht nähen - Freitag ist es wieder soweit. Ich werde mir noch etwas raussuchen: der Taschen-SAL ruft und das Monatsset könnte ich auch nähen. Seid Ihr dabei?
 
Petruschka

Sonntag, 16. Juli 2017

Natur mit F

... so geht es weiter in unserem Naturalphabet. Sicher fallen euch da gleich mehrere Begriffe ein: Fisch, Fichte, Fliege, Fliegenpilz usw. Ich versuche ja, meinem Thema Bäume weitestgehend treu zu bleiben. Vor Jahren besuchten wir im Rahmen der "Offenen Gärten" einen, wo Feigen an den Häuserwänden rankten und auch Früchte trugen. Daran erinnerte ich mich nun.
 
 
Die Feige wächst als sommergrüner und laubwerfender Strauch oder kleiner Baum mit Wuchshöhen von 3 bis zu 10 Metern.  Der kräftige Blattstiel ist 2 bis 8 Zentimeter lang.Die feste, steife und fast ledrige Blattspreite ist bei einer Länge und Breite von 10 bis 20 Zentimeter breit-eiförmig und drei- bis fünflappig. Das Feigenblatt diente in der Vorstellungswelt des Alten Testaments der Überwindung des Schamgefühls, indem es die eigene Blöße bedeckt.
 
 
Nachdem Adam und Eva die Frucht vom Baum der Erkenntnis aßen, merkten sie, dass sie nackt waren und bedeckten ihre Blöße mit Feigenblättern. Abgeleitet von diesem Text wird das „Feigenblatt“ als bildlicher Ausdruck für die schamhafte Verhüllung gebraucht.
Unterhalb des Blattes habe ich noch zwei Feigen appliziert. Eine halbe, bei der das Fruchtfleisch zu sehen ist und eine ganze Feige.
 
 
Die weiblichen Blüten entwickeln sich zu Steinfrüchten, die beim Essen als kleine Kerne bemerkbar sind. Die Form ist kugelig bis birnförmig. Je nach Sorte ist die Farbe grün bis dunkelviolett. Das Innere der Scheinfrucht besteht aus den Steinfrüchten und den ebenfalls fleischig gewordenen Fruchtstielen der Einzelblüten und ist rot gefärbt. Die reifen Früchte bestehen zu ca. 80% aus Wasser, enthalten nur 0,5  % Fett, aber 12,9  % Kohlenhydrate. Daneben ist die Frucht auch reich an Vitamin B 1. Der Anbau von Feigen beschränkt sich hauptsächlich auf den Mittelmeerraum, und die jährliche Ernte beträgt rund 1,5 Millionen Tonnen Frischfeigen. In geringerem Maße wird sie auch in Südafrika, Australien, Neuseeland, China, Chile und Mexiko angebaut. Feigen für den Frischverzehr werden vor der Vollreife von Hand geerntet, damit sie für den Transport noch fest genug sind und auf dem Markt die optimale Reife haben. Da die frischen Feigen relativ rasch in Gärung übergehen, werden sie vor allem in den Anbauländern verzehrt. Feigen für das Trocknen werden vollreif geerntet, wenn der Wassergehalt der Früchte am Baum bereits um 30 bis 50  % gesunken ist. Sie werden von Hand geerntet, von den Bäumen geschlagen oder maschinell geerntet. Hin und wieder esse ich frische Feigen , gern in Kombination mit Ziegenfrischkäse oder herzhaftem Käse. Für meine AMC hätte ich gern Feigen dazugelegt, aber ich habe keine bekommen.
 
Klaudia hat sich des Flamingos angenommen. Die Flamingos sind wohl gerade im Trend, sozusagen die neuen Eulen. Hmm, ich habe noch nichts davon mitbekommen. Wie auch immer, Klaudias Flamingo jedenfalls ist ein Prachtstück.
 
 
Ganz gelassen steht er auf einem Bein und gerät nicht für eine Sekunde ins Wanken. Er ist neben den Wildpferden das Tier der Camargue. In Riesenschwärmen sieht man sie in den dortigen Sumpfgebieten stehen und freut sich an diesen schönen Vögeln. Bei Klaudia gibt es Interessantes zum Flamingo zu lesen.
 
 
Stand das F wie Feige bei  mir schon zeitig fest, gibt es auch beim G kein Nachdenken mehr. Ich sage nur: Goethe und sein Baum.
 
Ich wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche.Ich habe ja noch Ferien. Aber die Tage sind schon verplant. Es ist Erntezeit und so werden nach den Marmeladen heute (schwarze und rote Johannisbeeren und Stachelbeeren) morgen die Gurken und Bohnen verarbeitet. Die Fenster waren auch schon mal sauberer und das Kind hat jede Menge Sportsachen nach ihrem Trainingswochenende in die Wäsche getan. Vielleicht finde ich auch einige Minuten zum Stricken,  ich bin mitten in der Ferse der zweiten Socke. Die sollte ich in dieser Woche noch schaffen, sonst wir es nichts mit 17 in 2017.
 
Petruschka

Freitag, 14. Juli 2017

Souvenirs, Souvenirs

... - das sind bei uns Deutschen Dinge, die man mal mehr und mal weniger braucht. Sie sollen an die verbrachten Tage erinnern. Und genau das bedeutet auch das Wort souvenir im Französischen. Es soll uns etwas unter (sous) kommen (venir). Aus Frankreich brachten wir meist Wein mit, bei dessen Genuß wir an die vergangenen Tage dachten. Die Picardie allerdings ist kein Weinanbauland. Dann sind da natürlich die vielen, vielen Fotos, die anschließend den Speicherplatz des Computers/Laptops verkleinern. Auch ich habe Euch Fotos von unseren Ausflügen gezeigt. (Der Bericht vom zweiten Tag in Paris und der vom Ausflug nach Amiens wird nachgereicht.)   Daß Ihr so an  meinen Urlaubsberichten  Anteil genommen  habt, hat mich sehr gefreut. Danke für die interessierten Kommentare.
In diesem Jahr habe ich mir mein "Souvenir" selbst angefertigt. Der Tag am Meer war so schön und so nachhaltig, daß ich einen kleinen Quilt für den Quiltständer nähte. Und passend zum heutigen französischen Nationalfeiertag wurde er aufgestellt.
 
 
Die Möwe ist ein Souvenir aus einem früheren Urlaub in Schleswig-Holstein. Die Jakobsmuschel gab es mal beim Kauf eines Meersalzes aus der Guérande dazu. Auf dem kleinen Quilt ist alles dabei, was uns so faszinierte. Natürlich der strahlend blaue, wolkenlose Himmel und das wunderbar erfrischende Meer mit den kreischenden Möwen.
 
 
Dann der feine Sandstrand, der nur bei Ebbe zum Vorschein kommt und zum Spazierengehen einlädt. Die vordersten Bojen liegen dann wie gestrandet auf dem Sand. Ab und an wird auch Tang an Land gespült. 
 
 
In der Ferne sieht man einen hohen weißen Felsen. Gern würde man da langlaufen, aber der Abschnitt ist einfach zu steinig.
 
 
Die kleinen weißen Häuschen werden vermietet. Die Urlauber bringen darin ihre Strandutensilien unter. Sie sind aus einfachen Brettern zusammengesetzt und weiß gestrichen. Ein kleiner Wermutstropfen ist der breite Strandstreifen aus Steinen.
 
 
Es hat mir viel Spaß gemacht, den kleinen Quilt zu nähen. Wieder konnte ich einige Aboquadrate Meer, Häuser, Felsen)  verbrauchen.
 
 
Natürlich haben wir auch "echte" Dinge mitgebracht. Neben dem gesuchten Buch von Marie-Sabine Roger im Original und zwei CDs (habe ich für das Foto vergessen) bin ich jetzt gerüstet für die ersten Zwetschgen aus dem eigenen Garten. Die Tarteform hat ein schönes Format für einen Sonntagskuchen. Und für einen Camembert, der schon im sehr reifen Stadium ist, gibt eine geniale Erfindung der Franzosen: die boîte à Camembert  (die Camembertdose).  Zwei Keile können verschoben werden  und  verhindern  so  das Weiterlaufen des reifen Camemberts sowie  halten dessen den manchmal  doch sehr intensiven Geruch minimal.
 
 
Auf den zahlreichen Ausflügen  habe ich drei Fingerhüte mitgenommen, die nun meine  Sammlung vergrößern.
 
 
Für die Blumen gießenden Nachbarn gab es  als kleine Aufmerksamkeit  bretonische Kekse, eine Flache Wein und für den Sohn eine Packung Carambar (Kaubonbons). Sie haben sich jedenfalls sehr gefreut. 
Soweit zu meinen Souvenirs  aus dem diesjährigen Urlaub. Was bringt Ihr denn so von Euren Urlaubsreisen mit?
 
Petruschka

Donnerstag, 6. Juli 2017

Das Meer

... hat für mich als geborenen Flachländer eine große Anziehungskraft. Zu Kinderzeiten waren wir oft an der Ostsee im Urlaub, eben da, wo die Betriebe ihre Ferienheime hatten. Immer wieder nahmen wir jede Gelegenheit wahr, Meeresluft zu schnuppern. So verwundert es auch nicht, daß wir gestern den hohen Temperaturen entkommen wollten und an den etwa 150 km entfernten Atlantik gefahren sind. Verrückt? Sicher nicht! Wir waren heute in Amiens und die Hitze war nicht auszuhalten. Gut, ich merke den leichten Sonnenbrand am Kleiderausschnitt. Aber das war den wunderschönen Tag gestern wert. Ich nehme Euch mit auf unseren Ausflug.
Unser Ziel war Le Tréport. kurz vor 10.00 Uhr starteten wir. Das Navi leitete uns zuverlässig, aber als das Meer dann plötzlich zu sehen war, so herrlich blau und weit, das war unerwartet. Denn da waren wir schon relativ hoch über der Stadt. Im Netz hatten wir gesehen, daß hohe Felsen den Strand säumen. So standen wir nun weit über der Stadt. Der Blick geht gen Norden.
 
 
Vom selben Aussichtspunkt hat man einen guten Blick auf die schroffen Felsen und man ich möchte mich nur gut festhalten.
 
 
Ich kann mich noch an einen Urlaubsort erinnern, wo wir eine ewig lange Holztreppe nehmen mußten, um an den Strand zu kommen. Hier hat man eine Seilbahnstation mit vier Fahrstühlen.
 

Sie existiert seit 1906 mit dem Aufkommen der  Bäderkultur. Nach dem Krieg 1960 wieder in Betrieb genommen, wurde der Betrieb 1973 aus Sicherheits- und Rentabilitätsgründen wieder eingestellt. Seit 2005 wiederbelebt, bringen Fahrstühle die Besucher an den Strand und zurück. Dabei wird eine Strecke von 120 Metren zurückgelegt. Man kann sie nach Bedarf per Knopfdruck rufen . Die Benutzung ist kostenfrei (!!). Der dazugehörige Parkplatz in den Felsen kostet den für ganzen Tag nur 2,50 €. Wer sich trainieren will, der kann auch Treppen laufen.
Am Strand angekommen, eröffnet sich der Blick auf die Felsen und eine lange Reihe Holzhäuschen.
 
 
Wir gehen den Strand lang und sehen weithin nur Steine. Nur wenige wagemutige Badegäste weilen am Strand.
 
 
Wir gehen weiter bis zum Leuchtturm und sehen immer nur noch Steine.
 
 
Von der Mole aus hat man einen fantastischen Blick über die Küste in Richtung Norden.
 
 
Hier fällt uns erst auf, daß das Wasser ziemlich weit zurückgegangen ist. Ein Angler bestätigt, daß Ebbe ist. Gegen 18.00 Uhr erst käme das Wasser zurück. Gegen 14.00 Uhr machte der Mann das folgende Foto.
 
 
Gegen 17.30 Uhr  entstand das folgende Foto. Es zeigt dieselbe Stelle, nur von einem anderen Blickpunkt aus gesehen. Das Wasser hat sich noch weiter zurückgezogen.
 
 
Von Le Tréport aus hatten wir einen anderen Strand entdeckt. Um dorthin zu gelangen, macht man einen Spaziergang entlang der verschiedenen Häfen (Vor-, Fischerei, Yacht- und Handelshafen)  und gelangt über eine kleine Fußgängerbrücke auf die andere Seite der Stadt.
Der angrenzende Ort heißt Mer-les-Bains und ist ein herausragendes Beispiel für die Bäderkultur des beginnenden 20.Jahrhunderts.
 
 
Fast überall waren die Fensterläden geschlossen und desöfteren konnte man lesen, daß die Häuser/Wohnungen zu vermieten oder auch zu verkaufen sind.
 
 
Immer sind es nur schmale Häuser von vielleicht 5 Metern Breite. Wie ich aus Erinnerungen kenne, haben alle einen hübschen Namen: Clair de Lune (Mondenschein), Les Sablons (Der Sandstrand), La Sirène (Die Meerjungfrau) ...
 
 
Vom Strand aus ergibt sich folgender Blick auf die Uferzeile.
 
 
Der Fotograf und seine Begleitung laufen im ablaufenden Ebbewasser entlang des Strandes, hin und zurück, so schön ist es im Wasser.
 
 
Wenn sich das Wasser so weit zurückzieht wie hier -schaut doch nur an, wo die Bojen liegen- kann man im feinen Sand laufen. Weiter oben allerdings sind auch hier die Steine dominierend. Dennoch sind viele Familien hier.
 
 
Zwei oder drei Angler mit einem kleinen Netz konnte man beobachten. Sie hatten sogar etwas in ihrem Eimer.
 
 
 
Nach einem leckeren Eisbecher machten wir uns auf den Rückweg. Auf der Promenade entdeckten wir, daß die zwei Orte zwei verschiedenen Departements und sogar zwei verschiedenen Regionen angehören.
 
 
 
Mer-les-Bains: Département Somme, Region Picardie und Le Tréport: Département Seine Maritime, Region: Normandie.
Ein anderer Spruch ist mir auch noch aufgefallen. Auf dem den Strand begleitenden Fußweg war zu lesen:
 
Immer wieder kann man in letzter Sekunde Hundehaufen umrunden. Daß die Fußwege keine Hundehaufenwege (O-Ton Tochter: Scheißwege) sind, darauf wird hier mit einem lustigen Wortspiel aufmerksam gemacht.
 
Die Tochter hat sich abschließend noch am Steinstrand von Le Tréport ins Wasser gewagt. Nun war auch der Grund, warum hier so wenige Besucher waren, klar. Es ist einfach kein Vergnügen,  am Steinstrand ins Wasser zu gehen.
Mit dem Fahrstuhl ging es wieder hoch in den Felsen und dann ging es zurück ins Feriendomizil. Hatten wir morgens noch die Landstraßen genommen, zogen wir nun die Autobahn trotz der Mautgebühr von ca. 10 Euro vor. Gegen 21.00 Uhr waren wir zurück und hatten an den Armen Sonnenbrand. Am Strand herrschten angenehme 24 Grad und immer ging ein leichter Wind. Da merkt man das nicht.
Auch wenn die Strecke keine kurze war, haben wir den Tag am Meer doch sehr genossen. Mal sehen, wie lange es dauert, bis ich wieder einmal ans Meer komme.
Morgen ist nun schon der letzte Tag, den wir hier verbringen. Den werden wir füllen mit Sachen packen, letzten Einkäufe, dem Schreiben letzter Postkarten und Nichtstun. Fotos zum zweiten Paristrip gibt es später.
 
A bientôt!
 
Petruschka

Montag, 3. Juli 2017

Ein kleiner Ausflug

... nach Auvers-sur-Oise stand gestern Nachmittag an. Obwohl es vormittags immer wieder regnete, wagten wir uns am frühen Nachmittag aus dem Haus. Denn auch der Sonnabend war am Nachmittag nach einem verregneten Morgen schön. Am Ende war es die richtige Entscheidung, auch wenn sich der Nachmittag ein wenig anders gestaltete als geplant.
Entlang dieser schnurgeraden Allee fuhren wir in den Ort hinein. Am Ende scheint ein Schloß oder eine Kirche zu stehen.
 
 
Auvers-sur-Oise ist zum Einen für sein Schloß bekannt. Das jedoch ist bis Ende Juli wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, was wir jedoch erst vor Ort herausfanden. Schade. Zum anderen lebte Vincent van Gogh die letzten 70 Tage seines Lebens in diesem kleinen Ort in der Nähe von Paris, bevor er seinem Leben ein Ende setzte. In dieser kurzen Zeit malte er unglaubliche 70 Bilder. Heute ist die kleine Herberge, in der er lebte, zu besichtigen. Alllerdings darf man da nicht fotografieren. Dann eben nicht! So schlenderten wir eben durch diesen kleinen Ort, um in einem kleinen Park (es war eher eine kleine Grünanlage) eine Skulptur zu bestaunen. Sie stellt, nicht unerwartet, Vincent van Gogh dar.
 
 
Weiter ging es zur Kirche, die  von van Gogh in typisch impressionistischer Malweise dargestellt wurde, in Wahrheit natürlich aber viel nüchterner wirkt. Auch hier hatten wir kein Glück, denn in der Kirche fand ein Konzert statt und wir konnten sie  nicht besichtigen.
 
 
Nun erkannten wir auch, daß wir genau auf die Kirche zugefahren sind. Und so ging der Blick zurück auf die Allee.
 
 
Letztendlich machten wir uns auf den Weg auf den Friedhof, wo die die Gebrüder Vincent und Theo van Gogh begraben sind.
 
 
Französische Friedhöfe sehen schon ein bißchen anders aus als deutsche. Es gibt eigentlich nur Steinplatten, kaum frische Blumen (hier: Blumen aus Kunststoff) und auf vielen Gräbern stehen kleine Plaketten.
 
 
Nach einem kleinen Picknick mit kleinen Köstlichkleiten aus der örtlichen Bäckerei, die auch am Sonntag bis 18.00 Uhr geöffnet hat, hatten wir noch Spaß in einem Park des angrenzenden Ortes. Das Schloß dort ...
 
 
ist zwar nicht zu besichtigen (aller guten schlechten Dinge sind drei), aber es gab mehrere Rundwege, die wir durchliefen, (irgendwie hat uns die Idee der 10000 Schritte  gefangen genommen) und dabei auf erstaunliche Dinge trafen. Schaut dieses Insekt an, das sich gerade aus seiner Puppe (Markierung)befreit hat.
 
 
 
 
An einem kleinen Weiher sahen wir einen Biber; im Französischem übrigens le castor. Und dann steckte der Nachwuchs seinen Kopf aus dem Wasser.
 
 
 
 
Toll ist, daß man in diesem Park den Rasen betreten darf, ja sogar soll. Familien mit ihren Kindern waren da, um zu picknicken oder Ball zu spielen. Außerdem gibt es einen Naturlehrpfad und man darf sogar mit dem Fahrrad den Rundweg befahren. Ungewöhnlich für uns Deutsche ist, daß die Parks meistens mit einem Zaun umgeben sind und es Öffnungszeiten gibt. Wir haben uns sehr wohl gefühlt dort und waren froh, diese Fahrt gemacht zu haben. Außerdem haben wir so noch knapp 9000 Schritte gemacht.
Abends machen wir uns, dem Urlaub in Frankreich geschuldet, einen Wein oder eine Flasche Cidre auf. Wir sind nicht so die großen Weinkenner und lassen uns durch Etiketten oder bekannte Traubennamen leiten. Die folgenden jedoch mußte ich mitnehmen, der Namen wegen.
 
 
Pisse, das ist mal etwas Neues als Weinname. Und daneben gleich der Plan Gottes. Pisse-Dru, das wird auf dem Schild unter dem Namen erklärt, ist der Saft, der bei einer Handlese aus den Trauben austritt. Plan heißt im Französischen nicht nur der (Stadt)Plan, sondern bedeutet auch die Orientierung im  Raum - Vordergrund, Hintergrund. Hier allerdings ist es eine Abwandlung von plaine - Ebene- de dieu, der Ort, wo Wein am besten angebaut werden kann. Hmm, wer sagt, das Alkohol nicht schlau machen kann?
Gestern allerdings blieb es bei einem kleinen Glas, denn heute hieß es 6.15 Uhr aufstehen, weil wir wieder nach Paris wollten. Doch den Post dazu schreibe ich später. Verständlicherweise bin ich jetzt 22.50 Uhr)  ganz schön k.o. und müde.
Morgen wollen wir nach Amiens, der  Hauptstadt der ehemaligen Region Picardie. Seit dem 1.Januar 2016 gibt es statt 21 Regionen nur noch 13. Und so ist die Hauptstadt der neuen Region Hauts-de-France, bestehend aus den ehemaligen Regionen Picardie und Nord-Pas-de-Calais nun Lille.
Doch nun gibt es nur noch eine Dusche und dann geht es ins Bett.
 
Bonne nuit et bons rêves!
 
Petruschka