Mittwoch, 16. August 2017

G wie

... Ginkgo. Wenn man wie ich in der Nähe von Weimar wohnt,  verpflichtet das geradezu und muß das einfach sein.
 
 
Leider gibt das Foto nicht wieder, daß das Blatt mit golden schimmernder Textilsprühfarbe auf einen selbstgefärbten Stoff gesprüht wurde.
 

Für das Blatt hatte ich eine Schablone angefertigt. Im Eifer des Gefechtes habe ich dann ziemlich kräftig gesprüht, sodaß die Feuchtigkeit auch unter die Schablone kroch und einen dunkleren Rand bildete. Golden habe ich gewählt, weil die Blätter im Herbst so wunderschön gelb leuchten. Wie schon mehrfach angedeutet, stehen vor unserer Schule und meinem Klassenzimmer Ginkgobäume.
 
 
 Der in Weimar wirkende Geheimrat Goethe widmete dem Ginkgo-Baum sogar ein Gedicht. Der damals 66-jährige Goethe schieb das Gedicht für die  31-jährige verheiratete Marianne von Willemer, mit welcher ihn eine tiefe Liebe verband. Goethes Ginkgo Gedicht ist im Buch „Suleika“ des „West-östlichen Divan“ enthalten, in dem Hatem und Suleika in Dialog stehen und die Seelenverwandtschaft zwischen Johann Wolfgang von Goethe und Marianne von Willemer verkörpern.
 
 Gingko Biloba

Dieses Baum's Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie's den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn;
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich eins und doppelt bin?

Der Baum hat eigentümliche Blätter mit einer eleganten und herzförmigen Blattform. Es ist schwer zu entscheiden, ob das Blatt aus zwei Hälften, die sich in eins verschmelzen, besteht, oder ob es ein ganzes darstellt, das sich in zwei Teilen trennt. Im zweilappigen Blatt des Ginkgo sah Goethe die zwei (weiblichen und männlichen) Kräfte der Natur miteinander verschmelzen, oder aber die Zweiheit aus der Einheit heraus wachsen.
Als Naturforscher beschäftigte Goethe sich neben der Dichtkunst mit Botanik und Gartenkunde. Zu Lebzeiten Goethes war es unter den Adeligen ein beliebtes Hobby, Pflanzen ferner Länder zu importieren und hierzulande zu züchten. So brachte sich Goethe ein in die Aufzucht von Ginkgobäumen in herrlichen Parkanlagen und Orangerien, wie im Schloss Belvedere zu Weimar. Heute steht ein äußerst stattlicher „Goethebaum“, ein mehr als 200 Jahre alter Ginkgobaum im botanischen Garten zu Jena; allein 90 große Ginkgobäume findet man in Weimar. Den bekanntesten, nämlich der am Fürstenhaus - heute die Hochschule für Musik - habe ich kurzentschlossen aufs Foto gebannt. Dieser wurde 1820 gepflanzt und ist der älteste Ginkgobaum Weimars. Jeder Stadtrundgang führt unweigerlich an diesem Baum vorbei.


Als unvergessliches Symbol lebt der Ginkgo biloba in der Goethestadt Weimar weiter. Selbst die Außenfassaden des Goethe- und Schillerhauses sind in den leuchtenden Farben des herbstlichen Ginkgo Laub gestrichen. Hier in Weimar gibt es auch ein kleines  Ginkgomuseum. Wenn Vertreter der Stadt Weimar in offizieller Mission unterwegs sind, haben sie als Gastgeschenk meist einen kleinen Gingkobaum im Gepäck.
Schon bei einem früheren AMC-Tausch im Jahre 2011 hatte ich für Klaudia eine Ginkgo-AMC gearbeitet.


Auch Klaudia hat den Ginkgo gewählt. Nur Gemüse zu applizieren wäre ihr dann doch zu langweilig gewesen, schreibt sie. Naja, als Gemüse mag ich den Grünkohl schon gern, auch einem Grauburgunder bin ich nicht abgeneigt. G wie Gänsebraten geht auch (allerdings nicht mehr für mich ;-), eher Grünkern. Wie dem auch sei, Klaudia  hat den Ginkgo gleich mehrfach auf der Karte verewigt.
 
 
Der Stoff mit den kleinen Blättern ist sehr hübsch und bildet einen schönen Rahmen für die beiden stilisierten Ginkgoherzen und das freihand gestickte Blatt. Ein gelungener Tausch, wie ich wieder finde. Bei Klaudia findet Ihr alles Wissenswerte über den Ginkgobaum, deshalb habe ich mich auf Weimar konzentriert
 
Petruschka

Mittwoch, 2. August 2017

Paris kann warten

..., meinte die männliche Hauptperson im gleichnamigen Film und liefert sozusagen die Steilvorlage für den heutigen Post. Nun sind die letzten Fotos vom Frankreich-Urlaub gesichtet und bearbeitet, um hier gezeigt zu werden. Auch auf den Film komme ich noch zurück.
Nachdem wir beim ersten Parisbesuch keine Lust auf eine Wartezeit in der Schlange vor Notre Dame hatten, sind wir für den zweiten Versuch eine Stunde früher gestartet, was sich als die richtige Taktik herausstellte. Denn kaum angekommen, konnten wir gleich hinein, wo sich in fantastischer Blick ins Innerer eröffnete.
 

 Neu hinzugekommen ist eine Statue von Jeanne d'Arc, der Nationalheiligen Frankreichs.


 Der Mann war vor allem am Modell der Kirche interessiert. es gibt mehrere Modelle. Das mit den mittelalterlichen Baumethoden interessierte ihn  am meisten. Nur gut, daß auf seinen Baustellen moderne Mittel zur Verfügung stehen.

 
Faszinierend sind all die Verzierungen, Schnitzereien, Bildhauerarbeiten, Buntglasfenster ...
 
 
Als wir aus der Kathedrale traten, hatte die Schlange der Einlaßwilligen wieder beträchtliche Ausmaße angenommen. Witzigerweise ging sie diesmal in eine völlig andere Richtung. Wir passierten sie auf dem Weg zum Panthéon.
 
 
Dieses hatten wir als das zu besuchende Museum ausgemacht. Auf dem Hügel der heiligen Genoveva (das Tochterkind findet den Namen lustig, besser gefällt ihr die französische Variante: Geneviève)  gelegen ist es die nationale Ruhmeshalle Frankreichs und die Grabstätte berühmter französischer Persönlichkeiten.  Während unseres Frankreich-Urlaubes ist Simone Veil verstorben. Sie machte sich um die "condition féminine", die Frauenbewegung, verdient und wurde ebenfalls im Panthéon beigesetzt. Viele wurden hierhin umgebettet und haben nun hier ihre letzte Ruhestätte. Da wären zum Beispiel Voltaire, Victor Hugo, Alexandre Dumas, Marie und Pierre Curie, Emile Zola, Louis Braille, Jean-Jaques Rousseau. Die Panthéonisation ist bis heute ein wichtiger Vorgang in der französischen Kulturpolitik. Vorschläge für die Aufnahme einer Person ins Panthéon werden von der Nationalversammlung unterbreitet. Die endgültige Entscheidung darüber kann nur der französische Präsident treffen. Übrigens liegen Napoléon und Charles de Gaulle nicht im Panthéon.
Auch wenn man schon vom Äußeren ahnt, daß es kein kleines Gebäude wäre, überraschen die Dimensionen dennoch.
 
 
 
 
Unter dem gesamten Boden des ehemaligen Gotteshauses befindet sich keine Krypta im üblichen Sinne, sondern ein riesiges Gangsystem mit zahlreichen Kapellen, in denen jeweils bestimmte historische Personen gewürdigt werden.

 
Im März 1851 führte der Physiker Foucault ein aufsehenerregendes Experiment durch, mit dem er die Erdrotation nachwies.
 

Keine Grabstätte hat ein weiterer berühmte Franzose. Er verschwand am 31.Juli 1944 bei einem Aufklärungsflug über dem Mittelmeer. Seine sterblichen Überreste wurden nie gefunden, nur sein Flugzeug. Allerdings erinnert eine Plakette an ihn.
 
  
 In der kleinen Museumsboutique habe ich dann auch etwas Kleines mitgenommen, wie auch nicht. Ich liebe diesen kleinen Kerl einfach.


Fast zwei Stunden verbrachten wir im Panthéon. Da war es fast Mittag. Unser Blick ging wie fast immer in Richtung Eiffelturm. Er ist einfach omnipräsent.
 
 
Allerdings hatte wir ein anderes Ziel. Unterwegs machten wir dann auch Mittagspause in einem kleinen Restaurant, bevor wir zu einem bei Jugendlichen angesagten Klamottenladen aufmachten. Wir passierten den Jardin du Luxembourg, wo wir die Busse der Abgeordneten des Senats in Richtung Versailles aufbrachen sahen. Das erfuhren wir aber erst am Abend. und erklärte die Absperrungen und die Polizeipräsenz.  
Nach dem erfolgreichen Einkauf fuhren wir zum Louvre, wo Absperrgitter den Zugang zum Vorplatz behinderten und wir wie bei vielen Gelegenheiten unsere Taschen vorzeigen mußten. .
 
 
 Einen Besuch hatten wir nicht vorgesehen. Der Mann schlich um die Pyramide und machte so einige Fotos - er ist eben aus vollem Herzen Bauleiter und sieht alles aus den Augen des Fachmanns.


Das Tochterkind und ich hingegen suchten eine kleine Abkühlung an den Bassins.
 
 
Im mittleren rechten Bildrand ist noch der Arc de Triomphe du Caroussel zu sehen, einer von dreien, die in einer Achse stehen. In gut 3 km Entfernung steht der berühmte Arc de Triomphe. Von dem wiederum sind es noch einmal gut 6 km bis zur Grande Arche (gesprochen wie Arsc...). Wir wollten allerdings weiter zum Palais Royal, bzw. auf den Platz am Palais Royal. Eine solche Konstruktion mit den schwarz-weißen Stelen war 1998 für Weimar auch geplant. Allerdings entschieden die Bürger dagegen.
 
 
Sein Glück versuchte und fand auch dein Münzenangler, der im hinteren Teil des Platzes die Spenden der Besucher mittels eines Magneten heraufholte. Diese ließ er auf dem umlaufenden Geländer trocknen. Ich schätze mal, daß es ca. 20 Euro in verschiedenen Münzgrößen waren.
 
 
Später laß ich, daß Céline Dion zu diesen Tagen in Paris war und auf dem Ehrenhof des Palais Royal auch eine Modenschau inszenierte. Desgleichen war sie für mehrere Konzerte in der Stadt. Egal, was andere von ihr halten, als französischsprachige Sängerin finde ich sie einfach großartig. Das Lied, mit dem sie an ihren verstorbenen Ehemann erinnert, geht einem zu Herzen.
Wir setzten unseren Spaziergang in Richtung Centre Georges Pompidou fort. Zwischendurch verloren wir ein wenig die Orientierung, aber wir waren ja im Urlaub und nicht auf der Flucht. So besuchten wir auch das Forum des Halles, die ehemaligen Markthallen. Heute sind sie diese ein modernes und sehr weitläufiges Einkaufszentrum. Sogar eine Schwimmhalle und einen Fitnessklub gibt es hier. Keine Vergleich zum früherem Forum. Einige Meter weiter öffnete sich der Blick auf unser Ziel.  
 
 
Vorderansicht
 
 
Rückansicht
 
 
Innenansicht
 
Ja, man muß solche Architektur mögen. Nur gut, daß es einen spielerischen Kontrapunkt dazu gibt. Nebenan ist der Strawinskybrunnen, der die Besucher mit seinen farbenfrohen, wasserspeienden Figuren erfreut.
 
 
Ist der Schädel nicht cool? Auch die Wandmalerei geht für mich als Streetart- Kunst durch.
 
 
Der Mann und Fotograph sah außerdem noch durch die Augen des Brandschutzfachmanns und fotografierte die Dächer der umliegenden Häuser mit den Brandmauern .
 
 
Ganz geschafft vom warmen Wetter und der gelaufenen Strecke- es waren knapp 16 km - machten wir uns dann auf den Weg zurück.  Da kamen wir noch am Rathaus vorbei, aber die Vorbereitungen zum 14.Juli liefen auf Hochtouren und Gitter sowie Bühnen versperrten die Sicht.
Auch dieser Tag in Paris hat uns gut gefallen. Ich bin mir sicher, wir kommen wieder und machen etwas länger Urlaub in der Hauptstadt Frankreichs.
Dahin wollen auch die Protagonisten des anfangs erwähnten Films, den mein Mann und ich gestern in einem alternativen Kino Weimars sahen. Allerdings geht es von Cannes aus nicht auf direktem Wege dorthin, sondern über den Umweg verschiedener Restaurants und Sehenswürdigkeiten. Für mich ist der Film so reizvoll, weil mehrere Passagen in Französisch sind, ich manche der Gegenden, durch die die Reisenden fahren, kenne und weil es auch und vor allem um die französische Kunst des Essens und der Essenszubereitung geht. Es gab mehrfach kollektive Ahs, Ohs und Hmms. Am interessantesten für mich war ein riesiger gigantisch großer Käsekorb. Die Geschichte selbst ist ein wenig konstruiert und der Charme des Franzosen als Verführer vorhersehbar. Dennoch fühlte ich mich aus besagten Gründen wunderbar unterhalten. Bei einem Eintritt von 6 Euro ist das völlig okay. In der vorigen Woche habe ich 10 Euro für den 3.Teil von "Ich- einfach unverbesserlich" bezahlt, die Tochter 8 Euro (sie ging noch als Schülerin durch). Ich hatte da zwar auch Spaß, aber französisch waren nur die Namen im Abspann. In Frankreich heißt der Film übrigens "Moi, moche et méchant" (Ich, häßlich und bösartig).
 
Damit soll es für heute erst einmal gut sein. Ich hätte da noch Fotos aus Amiens, aber ich will erst einmal zu Abend essen. Es ergibt sich bestimmt noch eine Gelegenheit. Bis bald!
 
Petruschka

Montag, 31. Juli 2017

Sonnenblumen

... antwortete die Tochter nach typischen Anzeichen für den Monat August. Ich dachte da ja eher an unsere reiche Gartenernte mit Gurken, Tomaten, Zwetschgen, Möhren, Kartoffeln ... Nun gut, dann sollen also Sonnenblumen das August-Set zieren.
 
 
Um es vorwegzunehmen: das Set besteht aus Hexagonen mit einer Kantenlänge von 2 cm. Wenn man genau hinschaut, sieht man rechts einige Hexagone deutlicher. Wenn ich das Foto so anschaue, sieht das Set aus wie ein Gemälde von van Gogh. Und tatsächlich ist es ja auch einem Gemälde nachempfunden. Und zwar einem von Gustav Klimt. Und das kam so: Es muß über 10 Jahre her sein, daß ich in einer Patchworkzeitung einen mit Hexagonen gearbeiteten Quilt mit einem Ritterspornmotiv gesehen habe. Zusammen mit anderen arbeitete ich zu der Zeit an einem großen Hexagonquilt und war dadurch leicht zu motivieren, auch einen eigenen Blumenquilt mit Hexagonen zu beginnen. Dafür arbeitete ich verschiedene Sektionen,
 
 
... die zusammengelegt  einen größeren  Teil des Gemäldes "Garten mit Sonnenblumen"  ausmachten.
 
 
 Doch dann kamen andere Dinge dazwischen, die Motivation und die Überzeugung, daß es gut aussehen wird, schwanden und die Hexagone verschwanden in der Schublade. Von dort holte ich sie in diesem Frühjahr hervor, um eventuell doch weiterzumachen. Auch dort lagen sie, ohne daß sich etwas getan hätte. Nun kam der August heran und damit die Aufgabe eines weiteren zum Monat passenden Tischsets. Und da kommt das oben zitierte Gespräch ins Spiel, wo mir die Tochter die Steilvorlage gab. Ich nahm also das Teilstück mit den Sonnenblumenblüten ...
 
 
... und ergänzte sie mit anderen, bereits gefertigten Hexagonen. Einige habe ich aus den alten herausgetrennt, was ziemlich mühselig war, weil ich die Stiche sehr fein und sehr dicht setze. Das Auftrennen der Fäden und das Herauslösen des Papiers erledigte ich auf dem Balkon. Schon das ergab ein ganz anderes Bild als mit den Fäden. Doch das Quilten veränderte das Bild noch einmal.
 
  
Stängel und Blätter
 
 
Blütenblätter
 
 
Hier kann man gut erkennen, wie ich aus verschiedenen Motivhexagonen die Sonnenblumenblüten zusammengesetzt habe. Natürlich bekam das Set auch einen Monatsnamen. Den habe ich im fortlaufenden Margeritenstich (auch Kettenstich genannt) unbeabsichtigt ein wenig schief gestickt.
 
 
Wenn ich jetzt die Veränderung der gehefteten Hexagone zum fertigen Teil sehe, ärgere ich mich schon ein wenig, daß ich aufgegeben habe. Nun sind noch zwei Sektionen und einige schon fertige Hexagone übrig. Die Idee eines Miniquilts finde ich sehr sympathisch. Und es soll nicht wieder ewig dauern, bis diese Baustelle keine mehr ist.
Das Monatsset August hat eine Größe von 39,5 cm x 30 cm. Das Binding ist ebenfalls aus Resten zusammengesetzt. Die beiden Brauntöne ergänzen sich harmonisch.
 

Bei Valomea werden wieder die Tischsets gesammelt. Einige habe ich gestern ja schon bewundert und kommentiert.
Nun muß ich mich wieder den Zwetschgen widmen. 3,6 Kilo habe ich gestern von den Kernen befreit. Daraus wird jetzt Mus gemacht. Hmmm.

Petruschka

Freitag, 28. Juli 2017

Anker, Wale, Seemannsknoten

... und auch ein bißchen Seemannsgarn gehören zu meiner zweiten maritimen Tasche, die ich für den laufenden SAL bei Greenfietsen genäht habe. Naja, es ist wieder ein Beutel geworden.

 
Sie kann gut von einem Mann getragen werden. Vielleicht vom Bruder des Freundes der großen Tochter. Er lebt und arbeitet seit anderthalb Jahren in Kiel. Der Beutel kann auch über der Schulter getragen werden, denn ich habe neben den normalen Henkeln auch längere angenäht.
 
 
Die Henkel wurden nebeneinander eingenäht und mit langen Nähten befestigt, sodaß sie auch schwerere  und größere Einkäufe aushalten können. Ich schiebe sie für eine bessere Haltbarkeit gern ca. 3,5 cm weit hinein.
 
 
Der Beutel ist 42 cm breit und 40 cm hoch. Den Boden habe ich 8 cm breit abgenäht. Die beiden Stoffe für den Korpus als auch der für die Henkel sind aus leichtem Jeansstoff. Alle drei sind ein wenig querelastisch, gut für die Tasche, schlecht für die Henkel. Die habe ich deswegen mit Thermolam gefüttert und so stabilisiert.
Abgeguckt habe ich mir von Marion das Detail des Seemannsknotens. Zwischen die beiden Motivstoffe habe ich einen rot/weiß gestreiften Stoffstreifen gesetzt, ...
 
 
... in den alle 5 cm ein weißer Streifen gesetzt wurde, um die Kordel durchziehen zu können. Leider hatte ich keine dünnere parat, da mußte eine vom Turnbeutel des Tochterkindes herhalten. Da muß ich nacharbeiten.
 
 
Den Knoten fertigte ich nach einer Zeichnung im Internet. Doch dazu mußte ich erst den Knoten im Gehirn lösen ;-).  
Sehr naß war das Wetter in den letzten Tagen auch bei uns. Hatte man morgens noch ein wenig Hoffnung wegen einiger verwegener Sonnenstrahlen, war es dann zwei Stunden später wieder trübe und regnerisch. Zum Glück gab es in den umliegenden Orten keine großen Regenschäden.
Heute Abend werde ich mich um das Tischset für August kümmern. Ich habe da bereits fertige Teile aufgetan, die sich bestens dafür eignen. Ich laß Euch mal illern (sächsich-anhaltinisch für einen Blick darauf werfen).
 
 
Bis zum Sonntag also!
 
Petruschka

Montag, 24. Juli 2017

Ein Garten

... macht viel Freude, aber auch viel Arbeit. Diesen Spruch kennen sicher viele unter Euch. Bestimmt aber diejenigen, die einen Garten bewirtschaften.


4 Gläser Gelee aus schwarzen Johannisbeeren, 10 Gläser Gelee aus roten Johannisbeeren, 4 Gläser Stachelbeermarmelade und 8 Gläser Gewürzgurken wanderten nun in den Keller, um zu gegebener Zeit verbraucht zu werden. Gut, ein Glas Gelee aus schwarzen Johannisbeeren mußte nicht mehr hinuntergetragen werden. Ich liiiebe es. Leider haben wir nur noch einen Hochstammbusch. Genug haben wir jedenfalls an Gurken
 
 
Das ist ein 10 Liter Eimer! Davon haben wir schon zwei an Nachbarn verschenkt. Jeden 2.Tag gibt es Gurkensalat. Und noch immer stehen die Pflanzen sehr gut da. Der Nachschub ist also gesichert.
 
 
Zwischendurch gibt es Bohnensalat aus gelben Bohnen. Auch da konnte ich einige Gläser einwecken. Zum Glück Leider sind die jetzt erschöpft. Nun haben wir nur noch grünen Bohnen, die in den nächsten Tagen zu Suppe verarbeitet werden.
 
 
Inmitten der Bohnen steht der Sauerkirschbaum. Links hinten könnt Ihr unseren Wohnblock erkennen. Wir haben also einen recht kurzen Weg zum Gartenglück. Unser Garten befindet sich in einer Gartenanlage und da gelten besondere Regeln. So auch zur Nutzung, die überwiegend gemüselastig sein sollte. So haben wir natürlich verschiedene Sorten Tomaten, Möhren ...
 
 
... und einen im letzten Jahr umgesetzten Komposthaufen, auf dem in diesem Jahr Zucchini wachsen. Im Gemüsebeet hatte ich meines Mannes wegen verzichtet, aber die Zucchini wollten nicht verzichten ;-).
 
 
Radieschen gibt es sonst auch, allerdings gerade jetzt nicht. Kohlrabis werden ebenfalls regelmäßig geerntet. Und wenn ich mal ein frisches Gewürz brauche, kann ich mich an meinem Kräuterbeet bedienen.
 
 
So war ich letztens draußen, um frische Zwiebeln und frisches Bohnenkraut zu holen.
 
 
Der Nachbar, er ist 94 !!, mag uns gut leiden und ist sogar per du mit meinem Mann, hat mir angeboten, ein paar seiner Bohnen zu pflücken. Meine Einlassung, wir hätten selbst genug, wurde nicht akzeptiert. Also pflückte ich welche. An Zwiebeln und Kraut habe ich da nicht gedacht.
 
 
Ja, Ihr seht richtig, es sind schwarze Bohnen. Prall und fest und ca.15 cm lang. Ich habe mal im Bild festgehalten, wie sich die Farbe der Bohnen beim Kochen verändert.
 
 
 
 
Am Ende waren sie so grün wie normale grüne Bohnen. Der Salat schmeckte vorzüglich.
 
 
 
Eigentlich brauchen die Zwiebeln ja noch ein bißchen, aber meine "alten" waren verbraucht und ich wollte keine kaufen angesichts des "Vorrates" im Garten.
 
 
Natürlich haben wir nicht nur Gemüse, es gibt auch Blumenbeete und eine lange Rabatte, da wir ein Eckgrundstück haben. Der Lavendel und die Strauchrosen blühen in diesem Jahr wieder wunderschön.
 
 
Auch Dahlien hat der Mann gepflanzt. Diese hat er von seinem Vater, der Mitglied im Dahlienverband ist.
 
 
Von den Gladiolen habe ich mir erst welche abgeschnitten. Die hübschen nun das Wohnzimmer auf.
 
 
Die Apfelbäume, wir haben drei davon, tragen ebenfalls reichlich. Diese werfen nun sogar schon Äpfel ab.
 
 
Auf die Zwetschgen freue ich mich ja besonders. Auch hier hängt der Baum voll. Die bisher verkosteten, lila zwar, aber noch ein wenig sauer, hatten zwar tierische Besucher, aber ich hoffe, auch welche ohne pflücken zu können.
 
 
Sieht lecker aus, nicht? Und wenn uns zu warm ist, trinken wir gern kalten Tee. Am besten mit Zitronenmelisse. Auch davon gibt es reichlich im Kräuterbeet.
 
 
Vor Jahren hatte ich in einem Gartenmarkt eine Meerrettichpflanze mitgenommen. Mittlerweile hat sie Ableger gebildet und nimmt einen großen Platz ein. Geerntet habe ich ihn bislang nicht. Aber er kommt zuverlässig jedes Jahr wieder.
 
 
Soweit mein kleiner Rundgang durch den Garten. Unter einem großen Kirschbaum sitzt man schön im Schatten und wenn man eine  kleinen Pause braucht, kann man sich da gut ausruhen - bei einem Buch oder mit einer Strickarbeit, zum Beispiel Socken. Doch die zeige ich später.
Gestern Abend, als der Tag noch schön wurde, habe ich die Fotos gemacht. Gerade eben regnet es wieder wie aus Kübeln. Auch auf dem Weg nach und von Wolfsburg und dort selbst gab es Regen. Ich finde es ja gleich wieder zu viel Regen, aber so soll es wohl die nächsten Tage bleiben. Zeit zum Nähen ;-).
 
Petruschka