Sonntag, 26. März 2017

Es hat mir

viel Spaß gemacht,  einige  Reste von den Turnbeuteln und alten, kaputten Jeans zu einem neuen Leben zu verhelfen, indem ich sie zu einem Täschchen verarbeitete.
 
 
Dabei habe ich mich an den Zierstichen meiner Nähmaschine ausgetobt. Ich verwende sie ja eher selten. Aber ich hatte noch farbiges Quiltgarn auf der Spule und los ging es. Hier ist ein besserer Blick auf die Vorderseite mit den Blümchen und Zweigen.
 
 
Auch die Rückseite wurde mit Blümelein und Zweigen verziert. Hier ist auch das kleine Label mit dem Fliegenpilz gut zu erkennen.
 
 
Im Ganzen ist das Täschchen gerade mal 15 cm breit und knapp 10 cm hoch. Durch den abgenähten Boden und das Bodentuch im Inneren hat es einen wirklich guten Stand. Ob es bei mir bleibt oder am Mittwoch die Reise nach Frankreich antritt, steht noch nicht fest.
Platziert habe ich das Täschchen auf dem Sportbeutel für die Tochter, den ich ja neu designen mußte. Da sie selbst die Quadrate aussuchen durfte, war nicht zu befürchten, daß auch dieser nicht Gefallen findet.
 
 
Allerdings ist er noch nicht gebrauchsfertig - die zweite Kordel fehlt. Da muß ich morgen noch einmal in die Stadt.
 
 
Nun ist die Sportbeutelproduktion erst einmal abgeschlossen. So ein kleines Täschchen könnte ich gut noch einmal nähen. Immerhin feiert die große Tochter bald Geburtstag.
 
Und nun werden die beiden noch verlinkt und zwar bei Greenfietsen, wo Taschen zum Patch it!- Thema noch bis zum 14.April untergebracht werden können.
 
Petruschka

Freitag, 24. März 2017

Bunte Quadrate

... zieren auch zwei Turnbeutel, die ich heute vollenden konnte. Jeansstoffe und Futterstoffe hatte ich im Haus, aber die vielen Meter Kordel, die benötigt werden, mußte ich erst besorgen. Nun sind sie durchgezogen und die Beutel sind gebrauchsfertig. Ein erster Trageversuch der Tochter verlief positiv.
 
 
Einer der Beutel sollte für das Tochterkind sein, aber "Das ist viel zu bunt!". Häh??? Der andere ist für die Austauschschülerin bestimmt. Beide sind ca. 45 cm x 40 cm groß. Den Boden habe ich ca. 8 cm breit abgenäht. So passen auch etwas sperrigere Sachen hinein.
 
 
Die  bunten Streifen habe ich mit Vlies verstärkt, die Quadrate im Nahtschatten sowie einige bunte Linien neben dem Streifen gequiltet.
 
 
Nun bekommt also die Schwester der Austauschschülerin den zweiten Beutel und für die Nörglerin nähe ich alsbald einen weniger bunten Turnbeutel. Denn schon am Mittwoch geht die Fahrt nach Frankreich. Ich gehe dann mal Stoffe suchen und Quadrate schneiden. Außerdem verlinke ich die Beutel bei Greenfietsen, die immer noch Ideen für gepatchte Taschen sammelt.
 
Petruschka

Montag, 20. März 2017

Patch it!

Tasche trifft Patchwork - so lautet das Motto des Taschen SAL von Greenfietsen im März. Nichts leichter als das (erinnert Ihr Euch: das sagte immer Frederic zu Piggeldy, wenn dieser eine Frage hatte). Also, Patchwork kann ich ganz gut ;-). Schon vor einiger Zeit liegt lag ein dickerer Jeansstoff bei mir, 50 cm breit und 1,40 m lang, den ich mit kleinen bunten Quadraten zu einem großen Einkaufsbeutel verarbeiten wollte. Gesagt, getan.
 
 
Zum besseren Verbinden mit dem Futter habe ich die Quadrate in den Nähten und vom oberen Rand aus habe ich noch mit verschiedenen bunten Verlaufsgarnen Linien gequiltet. Die Rückseite bekam nur einen bunten Streifen.
 
 
Der Beutel ist tatsächlich ziemlich groß. Mit dem 8 cm breiten abgenähten Boden ist der Beutel 40 cm x 40 cm groß. Er ist für die französische Familie bestimmt, in der die Jüngste in anderthalb Wochen Gast sein wird. Vor der Abfahrt legen wir ein paar thüringische Spezialitäten hinein. Noch bis vor einigen Jahren bekam man in Frankreich  an der Kasse reichlich dünne Kunststoffbeutel, um die Einkäufe zu verpacken. Doch auch da hat sich schon viel getan. Und da die französischen Familien oft einen wirklich riesigen Einkauf tätigen, kann mein Beutel so einiges fassen. Für das Gastmädel habe ich auch schon eine Idee, die ich morgen umsetzen will. Auch dieser paßt in das März-Motto.
In den vergangenen zwei Wochen habe ich ebenfalls reichlich Beutel genäht. Allerding nicht solch aufwändige wie den oben gezeigten. Im vergangenen Jahr war die Aktion zum Tag der Offenen Tür gut angekommen. Auf einen genähten Rohling sprühten Gäste und Schüler unseren "Kollja", das Logo unserer Schule. Dabei sind auch ganz witzige Motive entstanden.
 
 
In meinem Klassenzimmer habe ich alle vorbereiteten Beutel auf einem Tisch ausgebreitet. Sie sind  aus alten Laken und Tischdecken genäht und unterschiedlich groß. Auch in diesem Jahr sind die Beutel weggegangen wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.  
 
 
Wer mich in meinem Raum besuchte, konnte testen, ob er fit wäre für den Französischunterricht ;-). Gerade am Freitag erst hatte ich das neue Thema begonnen. So blieb das Tafelbild eben dran.
 
 
Na klar, es geht um das Thema Schule.
 
Doch zurück zu Greenfietsen und dem Taschen SAL 2017, wo ich diesen Beitrag verlinke. Und morgen geht's an einen Turnbeutel.
 
Petruschka

Mittwoch, 15. März 2017

B wie

... Blaumeise, Biene, Bär - unendliche Möglichkeiten ergeben sich aus dem Natur-Thema. Ich habe die Birke gewählt. Denn da, wo ich herkomme, gibt es große Birkenwälder. Meine AMC ziert also ein kleiner Birkenhain. Im mittleren Teil der AMC sieht man im Hintergrund ein noch unbestelltes Feld, während das Birkengrün schon sprießt.
 
 
Ich mag Birken sehr. Für mich sind sie einerseits majestätisch und andererseits verbreiten sie eine gewisse Leichtigkeit. Das Grün scheint mir im strahlenden Maienfrühling besonders grün zu sein. Das Blattwerk habe ich durch wildes freies Quilten hinbekommen  herausgearbeitet.
 
 
Als die weißen Stämme noch ganz nackt waren, war ich noch am Zweifeln, ob das alles so werden würde, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Stämme bekamen dann ihre typischen Risse. Als alles fertig war, bekam der grüne Waldboden  noch ein paar rote Blüten aus Knötchenstichen.
 
 
Am Ende war ich dann doch zufrieden mit meiner Karte. Erstmalig habe ich auf Klaudias Wunsch das Format 15 cm x 10,5 cm gearbeitet. Hier paßt es wunderbar.
Spannend finde ich auch immer die Suche nach weiteren Informationen unseres dargestellten Motivs. Birken-Arten sind laubabwerfende, also sommergrüne Bäume oder Sträucher. Sie gehören zu den sehr schnell und hochwachsenden Gehölzen und können schon nach sechs Jahren Wuchshöhen von bis zu 7 Metern erreichen; ausgewachsen können sie bis zu 30 Meter, in Einzelfällen sogar noch höher werden. Sie wachsen mit einzelnen oder oft auch mit mehreren Stämmen. Einzelexemplare können ein Alter von bis zu 160 Jahren erreichen.Die bis zu 100 Birken-Arten kommen auf weiten Teilen der Nordhalbkugel in Europa, in Nordamerika (besonders an deren Ostküsten) und in Asien bis Japan vor.
Bei vielen Birken-Arten ist die Borke besonders auffällig, ihre Farbe reicht von fast Schwarz über Dunkel- und Hellbraun bis Weiß; sie ist anfangs glatt, später lösen sich dünne, oft papierartige Stücke ab, schließlich reißt sie horizontal auf. Es sind oft deutliche, meist dunkle Lentizellen vorhanden, die sich manchmal horizontal vergrößern.
Viele Vogelarten sind auf Birken angewiesen, z. B. dienen dem Birkenzeisig und dem Birkhuhn Knospen und Samen der Birke als wichtige Winternahrung. Dank der ätherischen Öle brennt Birkenholz sogar in frischem Zustand. Birkenrinde ist deshalb gut als Zunder und zum Entzünden eines Feuers geeignet. Vornehmlich im letzten Jahrhundert wurde Birkensaft zur Herstellung von Birken-Haarwasser verwendet. Der Saft kann äußerlich angewandt oder direkt getrunken werden.
Die Birke ist das Wahrzeichen Estlands.  In Rußland,  Finnland und Polen gilt der Baum als nationales Symbol.
 
Klaudia hat sich den Bläuling ausgesucht. Sie mag Schmetterlinge gern und meint, daß er gut zum bevorstehenden Frühling passen würde.  Ich hatte vorher noch nie von einem solchen Schmetterling gehört. Aber ich muß sagen, er gefällt mir außerordentlich gut.
 
 
Auch die Farbkombination von bläulichem Grün und dem strahlenden Blau des Schmetterlings mag ich sehr. Schaut auch bei Klaudia vorbei. Sie hat auf ihrem Blog interessante Informationen zu diesem Schmetterling zusammengetragen.
 
Noch immer nähe ich Beutel für den Tag der offenen Tür. Also nichts Spektakuläres.
 
Ich wünsche Euch eine schöne Woche.
 
Petruschka

Montag, 13. März 2017

Wolle

... kommt von wollen, nicht von brauchen. Ein Spruch, den ich mal dem Mann unterjubeln müßte.


Gefunden habe ich das Motiv an einem Stand der Woll- und Stoffmesse in Leipzig, die ich gestern besucht habe. Nach einem mit Korrekturen verbrachten Sonnabend belohnte ich mich damit, an den Ständen vorbeizuschlendern und die viele bunte Wolle zu bestaunen.
 
 
Gleich am Eingang hatte ich eine Nähschwester getroffen - allerdings hatte sie ihren Besuch gerade beendet. Naja, es war ja auch schon Mittag. Gut drei Stunden schaute ich hierhin und dahin, um am Ende an zwei Ständen etwas Sockenwolle zu kaufen. Meine Farbvorlieben sind leicht zu erahnen.
 
 
Natürlich sind die Docken für das 17 Socken-Projekt bestimmt. Für wen die Socken dann gestrickt werden, ist noch nicht klar. Die beiden rechten Knäuel stammen im Übrigen aus einer Diakonie-Werkstatt in einem Weimarer Ortsteil. Ich bestaunte außerdem die vielen feinen Qualitäten, die ich vielleicht später einmal verarbeiten werde.
Mein viertes Paar Socken ist schon in der vergangenen Woche fertig geworden. Sie sind für das Tochterkind, welches sie auch gleich zum Posieren anzog anziehen mußte. Ich finde ja, sobald man die Ferse fertig hat, ist auch die Socke fast fertig ;-).
 
 
Schon am Donnerstag habe ich beim Bretagne-Krimi um den Kommissar Georges Dupin das fünfte Paar begonnen.
 
In meinem Beutel fanden sich am Ende auch noch Stoffe für einen Frankreich-Quilt sowie einige Proben von neuen Materialien fürs Nähen und Quilten der Firma Freudenberg und Hasenknöpfe. Doch die werde ich später zeigen.

Beim Hinausgehen schoß ich noch ein Foto vom Messemännchen. Es begleitet  die Messe schon seit Ewigkeiten.  Die Premiere des Messemännchens war zur Leipziger Herbstmesse 1964. Das Messemännchen warb über 30 Jahre für die weltbekannte Messe.


Das Messemännchen stellt einen Handelsreisenden mit einem übergroßen Kopf in Gestalt eines Globus dar. Die Farben blau und gelb stehen für die Stadt Leipzig. Der Kopf symbolisiert den weltweiten Handel. In der linken Hand trug das Messemännchen einen Koffer mit einem kleinen bedruckten Etikett und der Aufschrift „Leipziger Messe“ als symbolisches Reiseziel. Es trägt einen blauen Hut und einen blauen Anzug. Im rechten Mundwinkel steckt eine meist weiße  Pfeife. Der Vater des Messemännchens ist auch der Schöpfer des Sandmännchens.  Es ist wie ein kleines Maskottchen, so daß es nun auch in der neuen Messehalle steht.
 
Nun werde ich mich an die Nähmaschine setzen, um noch ein paar Beutel für unseren Tag der offenen Tür am Freitag zu nähen. Darauf soll dann wieder das Logo gesprüht werden. Das neue Projekt um die Hundertwassermotive müssen erst einmal warten. Ich danke Euch für die lieben  Kommentare, die ein großes Interesse an diesem Projekt bekunden.
 
Petruschka

Dienstag, 7. März 2017

Das neue Projekt

der QuilThuerer hat es in sich. Zwei unserer Nähschwestern hatten vor einiger Zeit einen Kurs bei Gabi Mett belegt und uns die Idee, Landschaften in Quadraten zu gestalten, nahegebracht. Wir jedoch wollen das Thema etwas freier gestalten und deshalb müssen es nicht nur Landschaften sein. Die Ergebnisse meiner ersten Schritte könnt Ihr heute sehen.
Am Wochenende trafen wir uns zum monatlichen Nähen und dort gestaltete ich zwei und zu Hause dann noch drei Quadrate. Diese sollen 10 cm groß sein. Ich habe jeweils zwei Fotos von den einzelnen Quadraten, eins vor und eins nach dem Quilten - dann schon im Format 10 cm x 10 cm..
 

Mit einem Zierstich in  ebenso hellen Gelb- und Orangetönen umrandete ich die Eingangstür.
 
 

Die Bäume habe ich mehrfach umgelegt und bin nun mit der Anordnung und vor allem dem Quilting zufrieden.
 
 
 
Ich vermute mal, nun habt Ihr Gewißheit über mein Thema. Denn diese Art Fenster sind typisch für Hundertwasser. Ich bin ganz fasziniert von der Veränderung, die das Motiv durch das freie Quilting genommen hat.

 
 
Bei diesem und dem nächsten Motiv habe ich nur die Umrisse gequiltet.
 
 
 
 
Und hier sind alle Blöcke auf einen Blick.
 
 
Diese Motive werden zunächst auf ein gestepptes Raster von  Quadraten (5cm x 5 cm) gelegt.
 
 
 
Dieses Raster soll folgend eine Zeichnung eines Hundertwasserhauses zieren. Die jedoch habe ich noch nicht von der Skizze übertragen. Das wird zeitnah passieren. Wie es dann weitergeht, habe ich theoretisch verstanden, muß das Ganze allerdings erst auf Papier "üben". Wenn ich das Prinzip dann richtig verstanden habe, kann ich es Euch sicher auch gut anhand der Ergebnisse erklären.
Doch nun ist es wieder einmal viel zu spät geworden. Seid deshalb noch kurz gegrüßt, bevor ich zeitnah an der Matratze horchen werde, wie man hier so schön sagt.
 
Petruschka

Freitag, 3. März 2017

Sofia

... war vom 15. bis 20.2. unser Reiseziel. Wie schon berichtet, begleiteten wir das Tochterkind zur Karate-EM (schon das vierte Mal im Übrigen). Und wie im Vorjahr gewann sie die Bronzemedaille und das ohne Gegenpunkt!


Im Halbfinale schied nach einem 0:0 nach Kampfrichterentscheid gegen die spätere Siegerin aus und erkämpfte sich in der Trostrunde gegen die amtierende Vizeweltmeisterin  den 3.Platz. Die Medaille ist ganz schön schwer. Das paßt gut, denn in der Kategorie + 59 kg (unter 18 Jahren) starten die "schweren" Mädchen ;-)), das heißt, es gibt keine höhere Gewichtsklasse.
 

Sofia, mit Betonung auf dem "o", ist die Hauptstadt Bulgariens. Hier leben ca. 1,4 Millionen Einwohner. Unser Hotel befand sich unweit des Zentrums, das wir somit auch fußläufig erreichen konnten. Den Donnerstag nutzten wir, die Gruppe der begleitenden Eltern, zum Stadtbummel.
Die vom Hotel ins Zentrum führende Straße zeigte schon nach wenigen Metern, wie sehr das noch Alte und das Neue das Stadtbild zeichnen.


 Auch die Globalisierung macht vor Bulgarien nicht halt. Das kleine Häuschen für den Verkehrspolizisten wirkt da ein wenig anachronistisch.
 

Die Moschee Banja Baschi, die zu den wenigen erhalten gebliebenen osmanischen Bauwerken Sofias zählt, empfängt uns auf dem Weg in die Innenstadt als erstes Wahrzeichen.
 
 
Direkt gegenüber liegt die Zentrale Markthalle. Sie wurde zwischen 1909 und 1911 erbaut und war zu der Zeit der erste überdachte Marktplatz Bulgariens. Der Bau ist eines der wenigen Beispiele für Jugendstilarchitektur in Bulgarien. Jahrelang dem Verfall preisgegeben, erstrahlt sie seit dem Jahre 2000 wieder in neuem Glanz.
 
 
Seht Ihr den blauen Himmel? Die Sonne strahlte, aber dennoch war es kalt. Schnee lag aber nur noch an vereinzelten Stellen, wie direkt hinter der Moschee, wo sich das ehemalige Mineralbad befindet.
  
 
Zahlreiche bunte Keramikfliesen zieren die Fassade des symmetrisch angelegten Baus.
 
 
1911 im Stile des bulgarischen Historismus erbaut,  diente es lange Zeit als öffentliches Badehaus. Noch heute tritt 46° heißes Mineralwasser aus. Sofioter versorgen sich hier mit dem Wasser, das auch ich probiert habe.
 
 
 Baden oder Wäschewaschen in den Becken ist allerdings verboten, wie uns ein Schild kundtat ;-).
 
 
Weiter ging es in Richtung Zentrum, vorbei an der Statue der heiligen Sofia. Dieses Denkmal ist relativ neueren Datums, nämlich aus dem Jahre 2001.
 
 
Auf ihrem linken Arm hat eine Eule Platz genommen. Das kleinere Häuschen hinter ihr ist ein Eingang in die Metro.
Am anderen Ende dieses weitläufigen Platzes befindet sich das Gebäude der ehemaligen Kommunistischen Partei. An dessen Seite wiederum ist der Amtssitz des Präsidenten - ein weiterer Anachronismus.
 
 
Die Dächer im Vordergrund gehören zum Archäologischen Museum und geben den Blick frei auf zum Teil prähistorische Exponate. Überreste der alten Siedlung Serdica finden sich im Freien vor einem anderen Eingang in die Metro (im Hintergrund sind die Moschee und die Markthalle zu sehen).
 
 
Auf dem Weg zur Alexander-Newski-Kathedrale stießen wir in einem kleinem Park hinter dem Ethnographischen Museum auf einen versteinerten Trabant.
 
 
Dass Bulgarien ein christlich-orthodox geprägtes Land ist, läßt sich an den zahlreichen Kirchen mit den zauberhaften Zwiebeltürmen erkennen. Ein glänzendes Beispiel ist die russische Sweti-Nikolai-Kirche, die sich am Ende des Parks befindet.
 
 
  Überrascht war ich, ein Puschkin-Denkmal zu finden. Es befindet sich gegenüber der Nikolaikirche.
 
 
Unweit davon gibt es noch die Heilige Synode, das oberste Organ der orthodoxen Kirche, die Kirche Sweta Sofia und dann die alles überragende Alexander-Newski-Kathedrale.
 
 
Der Name der Kirche erinnert an den russischen Großfürsten und Herrscher Alexander Newski (1220 - 1263). Seit seiner Heiligsprechung durch die russisch-orthodoxe Kirche im 16.Jahrhundert gilt er als ein Symbol der Überlegenheit des Christentums. Nach der Befreiung Bulgariens von der osmanischen Herrschaft durch russische Truppen 1877/1878 beschloß man also, dem russischen Volk ein Denkmal zu setzen. Die Kirche wurde von 1882 bis 1912 gebaut. Das Innere ist so grandios, wie das Äußere es vermuten läßt.
 
 
Marmor aus Carrara, Onyx und Alabaster aus Brasilien als Baumaterialien, Reliefverzierungen an den Wänden, wunderbare Fußbodenfliesen und zahlreiche Ikonen als Kirchenschmuck - aber nirgends sind Bänke oder Sitzgelegenheiten zu finden. So kommt die Weite des Innenraumes vollends zum Tragen. Übrigens, was der christlichen Kirche die Priester sind, sind der orthodoxen Kirche die Popen. Ich kam nicht auf dieses Wort. Wer wußte es wieder - mein Mann, der Kluge.
Weiter ging es zur Universität. Könnt Ihr die kyrillischen Schriftzeichen erkennen? Lesen und verstehen konnte ich sie immer, nur mit dem verstehenden Hören haperte es.
 
 
Daraufhin ging es in den nahegelegenen Doktorgarten, wo sich weitere Reste des antiken Serdica befinden.
 
 
Der Doktorgarten heißt übrigens so, weil hier ein Denkmal an die im russisch-türkischen Krieg gefallenen russischen Ärzte und Sanitäter erinnert.
Hier war dann auch schon das Ende der Innenstadt erreicht. Also machten wir uns auf den Rückweg, wieder an der Kathedrale vorbei in Richtung Zentrum. Dabei passierten wir die Galerie für ausländische Kunst, in der sogar Werke von Picasso, Dalì und Matisse hängen. Leider blieb keine Zeit für einen Besuch.
 

Der Rückweg führte uns am Denkmal für den Zaren Samuil vorbei. Er war von 997 bis 1014 einer der letzten Zaren des ersten bulgarischen Reiches.


Wir passierten wunderschön restaurierte Bürgerhäuser, ...

 


... aber auch stark renovierungsbedürftige Wohnhäuser - lieblose Mietskasernen, die schon in die Jahre gekommen sind.

 
 
Dann nahmen wir noch den südlichen Teil der Stadt in Angriff, der uns in einen weiteren Park führte. Dort konnten wir den  geschlossenen, weil in Rekonstruktion befindenden, Kulturpalast bewundern - allerdings versäumte es der Fotograf, dies auch festzuhalten. Er war wohl so fasziniert von der Möglichkeit, in der Sonne sitzend einen Kaffee trinken zu können.  Bulgarien wird im nächsten Jahr den EU-Vorsitz übernehmen und dafür wird der Palast auf Vordermann gebracht. 2019 wird Sofia   Kulturhauptstadt Europas sein. Die umgebende Grünanlage war jedenfalls gut besucht. Eingangs des Parks steht noch das Denkmal "1300 Jahre Bulgarien", das im Jahre 1981 eingeweiht wurde.
Der Donnerstag war auch der einzige Tag, den wir für uns hatten. Denn die anderen Tage verbrachten wir in der Sporthalle, um unsere Kinder, die in unterschiedlichen Alters- und Gewichtsklassen starteten, anzufeuern.
 
 
 
 
In diesem Jahr waren die anderen Nationen erfolgreicher.  Die deutschen Sportler errangen insgesamt fünf Bronzemedaillen.
Am Montag Morgen, unserem Abreisetag, bot sich mir folgender Anblick, als ich das Fenster öffnete.
 
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Über Nacht waren erst die Temperaturen und dann auch Schnee gefallen. Seht Ihr die Schneekante unten rechts? Wir konnten beobachten, daß gleich Unmengen Salz verstreut wurden. Die deutschen Karateka flogen schon ganz früh am Morgen (6.15 Uhr) und da mußte die Maschine erst enteist werden. Wir starteten pünktlich und waren auch vor der Zeit in Frankfurt - wir hatten wohl Rückenwind ,-).
Im Hintergrund des Fotos sind Kühltürme und rauchende Schornsteine zu sehen. Der Smog lag an allen Tagen über der Stadt und machte mir schon ein wenig zu schaffen. Auch in punkto Sauberkeit lag so manches im Argen.  Immer wieder sahen wir bettelnde Menschen, manche wurden auch zudringlich. Ein Leva ist etwa 50 Cent wert. In der Nähe des Hotels gab es einen Billa, wo wir uns relativ preiswert mit Lebensmitteln versorgen konnten, denn in der Halle gab es nur Popcorn zu kaufen.
Mit der Metro, es gibt allerdings nur zwei Linien, ist man relativ zügig auch an entfernteren Orten. Mit dem Taxi zu fahren ist nicht teuer, allerdings steht man permanent im Stau, egal, zu welcher Zeit man unterwegs ist. Der Taxifahrer, der uns zum Flughafen brachte, konnte ein paar Brocken Deutsch sprechen. Mit  Russisch kamen wir wenig weiter; die besten Erfolge hatten wir  mit  Englisch. Meine Englischkenntnisse sind sehr rudimentär. Nur gut, daß Madeleines Trainer dabei war - er hat sein Studium zum Teil in englischer Sprache absolviert.
So, nun ist mein halber Reiseführer Bericht über unseren Sofia-Aufenthalt zu Ende. Vier Abende habe ich daran gebastelt. Warum das so lange gedauert hat? Ich kam immer erst nach 21.00 Uhr an den Laptop und da blieb eben nicht mehr viel Zeit vor dem Zubettgehen.
 
Nun werde ich mich mal wieder der Nähmaschine widmen, die ich seit über zwei Wochen nicht angerührt habe. Ja gut, ich habe gestrickt. Das angefangene Paar Socken steht vor der Vollendung. Also, das nächste Mal gibt es auch mal wieder Gewerkeltes zu sehen. Denn morgen ist unser allmonatlicher Nähtermin und da wir ein neues Projekt angefangen haben, sollte ich da mal Gas geben.
 
Habt auch Ihr ein schönes Wochenende.
 
Petruschka